CHE Hochschulranking 2013/14

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  • KURZ-INFO Wirtschaftsinformatik gehört dem Feld der angewandten Informatik an. Die Kombination von Informatik und Wirtschaftswissenschaften ist von Unternehmen sehr gefragt. Man muss Mathe nicht lieben, darf aber auch nicht völlig abgeneigt sein. Das Studium ist anspruchsvoll, aber nicht langweilig 
VON MARC HASSE

    Wirtschaftsinformatik studieren: Worum geht es?
    Das Fach Wirtschaftsinformatik verbindet informationstechnische, kommunikative und wirtschaftliche Fragestellungen und setzt den Schwerpunkt auf die Anwendung der Informatik auf ökonomische Probleme. Der Wirtschaftsinformatiker wird zum Konzeptionisten technischer Lösungen, die durch ihn in ein betriebswirtschaftliches Umfeld implementiert werden. Speziell geht es dabei um Informations- und Kommunikationssysteme, kurz IKS, die in den letzten Jahren immer stärkere Bedeutung erlangt haben.

  • Wie ist das Studium aufgebaut?
    Wer zum IT-Experten mit betriebswirtschaftlichem Know How werden möchte, sollte sich für beide Felder interessieren. In den ersten Semestern werden sowohl die Grundlagen der BWL als auch die Basics der Informatik vermittelt. Ab dem fünften Semester folgt dann die Spezialisierung, die auf den Grundlagen der Datenbanken, Softwaretechnik oder Modellierung von Geschäftsprozessen der ersten Vorlesungen fußt. Der Abschluss des Studiums erfolgt mit der erfolgreichen Anfertigung der Bachelorarbeit. Neben der reinen Fachkompetenz ist die Vermittlung von Soft Skills von besonderer Bedeutung. Sowohl soziale als auch kommunikative Kompetenzen stehen auf dem Lehrplan eines jeden Wirtschaftsinformatikers. Das Studium kann auch um ein Praktikum ergänzt werden, so dass den Studenten früh praktische Einblicke in ihr Tätigkeitsfeld ermöglicht wird. Rein theoretische Vorlesungen im Hörsaal werden im Studium der Wirtschaftsinformatik vergeblich gesucht. Vielmehr findet man die Studenten meist in IT-Laboren, wo das erlernte Wissen sofort praktisch getestet und umgesetzt werden kann. Viele Universitäten weisen zudem eine enge Kooperation mit Industrieunternehmen auf, so dass durchgeführte Projekte häufig einer praktischen und realen Problemlösung dienen.



    Neue Entwicklungen in der Wirtschaftsinformatik
    Immer neue Dienste und Techniken im IT und im Finanzbereich führen zu immer neuen Herausforderungen. Als Wirtschaftsinformatiker muss man technische Innovationen frühzeitig erkennen und einschätzen können. So kann man die neuen Anforderungen an Technik und Sicherheit mitgestalten. Social Media Dienste, Mobile Payment oder Cloud-Systeme halten die IT- und Firmenwelt zurzeit in Atem, aber das wird lange nicht die letzte Entwicklung sein, auf die Unternehmen schnelle und zielführende Lösungen wünschen. Hier die letzten Entwicklungen beschreiben zu wollen ist unmöglich, da sich die Welt der Wirtschaftsinformatik täglich weiter entwickelt.



    Eignung, Hürden, Irrtümer
    Das Studium der Wirtschaftsinformatik kann jeder ergreifen, der die Allgemeine Hochschulreife erlangt hat. An den 11 Universitäten, die den Studiengang in Deutschland anbieten, lag der Numerus Clausus im letzten Semester durchschnittlich bei 1,7. Wer über Wartesemester auf den Zulassung zum Studium hofft, muss durchschnittlich mit 8 Wartesemestern rechnen. Die Leidenschaft für Mathematik ist keine Voraussetzung: Auch wer keinen Matheleistungskurs besucht hat, kann das Studium erfolgreich absolvieren. Dem Fach sollte man jedoch nicht völlig abgeneigt sein. Gleichzeitig sollte der potenzielle Student Freude am logischen Denken haben, denn dies wird vor allem für die Programmierung benötigt. Ebenfalls von Bedeutung ist strukturiertes und analytisches Denkvermögen, Kreativität hingegen wird weniger gefordert. Werden Studenten gefragt, handelt es sich um ein anspruchsvolles Studium, das Leistung fordert, aber sehr viel Spaß mit sich bringt. Wie bei vielen Studienfächern steht die Abiturnote in der Bewerbung nicht allein im Vordergrund. Die Hochschule Münster schaut auf bereits gemachte Programmiererfahrung sowie Noten in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. Andere Universitäten, wie beispielsweise die Hochschule Albstadt-Sigmaringen, führen zudem einen Studienfähigkeitstest durch.

    Berufsperspektiven
    Aufgrund der gefragten Kombination von BWL und Informatik können Wirtschaftsinformatiker mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Mögliche Tätigkeitsfelder liegen im IT-Projektmanagement, der Softwareentwicklung, der Systemanalyse, dem Qualitätsmanagement oder der IT-Beratung und dem IT-Controlling. Das breite Know How von Wirtschaftsinformatikern macht sie für verschiedene Bereiche innerhalb von Unternehmen interessant. Laut BITKOM sind 20.000 offene Stellen zu besetzen und weiteres Wachstum nicht ausgeschlossen. Je nach Arbeitgeber kann ein Wirtschaftsinformatiker zwischen 40.000 und 50.000 Euro Einstiegsgehalt verdienen. Als Bachelorabsolvent beschäftigen sich neben der Entwicklung, Einführung und Implementierung auch mit der Wartung der Informations- und Kommunikationssystemen beschäftigt. Nach dem Bachelorstudium besteht ebenfalls die Möglichkeit ein vertiefendes Masterstudium zu absolvieren. Hier können die gesetzten Schwerpunkte vertieft oder eine zweite Spezialisierung gewählt werden. Wer sich für den Master entscheidet, studiert noch einmal 3-4 Semester, kann dann aber auch in höhere Managementpositionen in den Beruf einsteigen. Masterabsolventen stehen Stellen als Chief Architect, Projektleiter, Geschäftsprozessmodellierer oder Testmanager offen. Egal, ob Bachelor oder Master, dem Wirtschaftsinformatiker bieten sich viele Einstiegsmöglichkeiten in nahezu jeder Branche, da der Bedarf an interdisziplinär ausgebildeten Fachkräften hoch ist und die ökonomischen und digitalen Herausforderungen in der Zukunft nur noch umfangreicher werden.BÜCHER UND LINKS
    Heinz Peter Gumm/Manfred Sommer: Einführung in die Informatik. Überarb. Aufl.; Oldenbourg Verlag, München 2010; 912 S., 39,80 Euro. Erklärt die Grundlagen der Informatik prägnant und verständlich. Für alle, die wissen möchten, was sie im Studium erwartet.

    Jens Gallenbacher: Abenteuer Informatik. IT zum Anfassen von Routenplaner bis Online-Banking; 2. Aufl.; Spektrum Verlag, Heidelberg 2008; 356 S., 32,50 Euro. So lösen Informatiker Probleme. Buch für Einsteiger mit Experimenten

    gi.de: Homepage der Gesellschaft für Informatik. Unter »Themen« gibt es die Broschüre »Was ist Informatik?« zum kostenlosen Download.

    einstieg-informatik.de: Die Seite der Fakultätentage Ingenieurwissenschaften und Informatik informiert Schüler über Studiengänge, Unis und Veranstaltungen.

    bit.ly/zs124ing: Uni oder FH? Diese Broschüre hilft bei der Entscheidungsfindung.

  • Überblick der Studienangebote für das Fach in der ZEIT ONLINE Studiengangsuche

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