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Chemie

Chemiker beschäftigen sich mit den Eigenschaften von Stoffen.
Ein Artikel von Maren Wernecke. Mitarbeit: Jan Ludwig

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»Egal, ob beim Atmen, in einem Blitz oder dem Leuchten eines Glühwürmchens – chemische Prozesse laufen fast überall ab. Auch deshalb ist die Chemie so spannend«, sagt Peter Klüfers, Professor an der LMU München und Sprecher der Konferenz der Fachbereiche Chemie. Chemiker untersuchen Reaktionen zwischen Molekülen in der Natur und vollziehen sie im Reagenzglas nach. Sie entwickeln aber auch neue Materialien und Wirkstoffe, die man dann zum Beispiel in Brennstoffzellen, Verpackungen oder Medikamenten wiederfindet. In den ersten vier Semestern befassen sich die Studenten vor allem mit den klassischen Teilgebieten des Faches: der organischen, der anorganischen, der physikalischen und der analytischen Chemie. Es geht um Verbindungen mit und ohne Kohlenstoff, um Redox-Reaktionen und Säure-Basen-Gleichgewichte, um Thermodynamik und Bindungslehre. Zunächst müssen die »Vokabeln« der Chemie gelernt werden, etwa die Eigenschaften der Elemente im Periodensystem. Mathematik und Physik sind ebenfalls ein wichtiger Teil des Stundenplans. Im Labor lernen die angehenden Chemiker, wie man Massen und Volumina bestimmt. Sie synthetisieren Präparate und finden heraus, aus welchen Bestandteilen sich Stoffgemische zusammensetzen. Dabei hantieren sie mit Reagenzglas, Pipette und Bunsenbrenner, arbeiten mit Farbstoffen und üben den Umgang mit ätzenden oder giftigen Verbindungen. Zu ihren Versuchen verfassen sie Protokolle. Auch in den Vorlesungen werden Experimente vorgeführt und Beispiele aus dem Alltag gegeben. »An allen Unis werden im Bachelor weitestgehend die gleichen Grundlagen vermittelt«, sagt Wolfram Koch, der Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Ab dem fünften Semester beginnen die Studenten dann, eigene Schwerpunkte zu setzen. Sie befassen sich zum Beispiel verstärkt mit Polymeren, der Basis von Kunststoffen, belegen Veranstaltungen in Biochemie oder lernen in der Theoretischen Chemie, wie man am Computer Moleküleigenschaften errechnet und Reaktionen simuliert.

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Eignung, Hürden, Irrtümer

Wer Chemie studiert, sollte Freude am Ausprobieren und Experimentieren haben – und am besten ein gewisses handwerkliches Geschick mitbringen. Die Fähigkeit zu abstraktem und analytischem Denken ist ebenfalls nötig, denn oft wird mit mathematischen Formeln gearbeitet. Auch räumliches Vorstellungsvermögen ist nützlich. Chemiestudenten brauchen außerdem Disziplin und Durchhaltevermögen: Täglich stundenlang im Labor zu arbeiten kostet Kraft und Konzentration. Von Vorteil ist es, wenn man gut mit anderen auskommt, denn im Labor wird häufig im Team gearbeitet. Viele Unis haben in Chemie keinen NC. Gibt es einen, liegt er oft im Zweier- oder Dreierbereich.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Warum rostet Eisen nicht, wenn man ein Stück Magnesium daran befestigt?
  • Warum wird ein Apfel an der Bissstelle braun?
  • Wie kann man aus Sonnenlicht Wasserstoff und Sauerstoff gewinnen?
  • Warum ist Ozon so reaktiv?
  • Warum zerspringt eine Kupfermünze nicht, wenn eine Straßenbahn über sie rollt?
  • Welche Verbindungen entstehen bei einem Gewitter?
  • Dank welcher chemischen Prozesse können Robben eine halbe Stunde lang tauchen?
  • Was geschieht, wenn man das Gas Schwefelhexafluorid einatmet?
  • Warum bildet Methan pro erzeugter Energieeinheit weniger Kohlendioxid als Kohle?
  • Warum braucht eine Reaktion, die im Sinne der Thermodynamik theoretisch freiwillig abläuft, erst eine Aktivierung?

Übrigens

Das Periodensystem wächst immer weiter. Seit diesem Jahr gibt es darin vier neu entdeckte Elemente.

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