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VWL

Volkswirte befassen sich mit großen Wirtschaftsräumen und -zusammenhängen.
Ein Artikel von Lisa Srikiow. Mitarbeit Johanna Ritter

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Darum geht es

Armut und Reichtum, Arbeitslosigkeit und Inflation: In der Volkswirtschaftslehre (VWL) geht es um große wirtschaftliche Zusammenhänge. VWLer untersuchen dabei sowohl die Wirtschaftssysteme einzelner Staaten als auch staatenübergreifende Wirtschafts- und Währungsräume wie zum Beispiel die Euro-Zone. In den ersten Semestern stehen Grundlagen wie Mikroökonomie, Makroökonomie, Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft auf dem Stundenplan. Mikroökonomische Modelle befassen sich damit, wie Entscheidungen einzelner Akteure (dazu zählen Haushalte und Unternehmen, aber auch Staaten) zusammenspielen und die Märkte beeinflussen. Makroökonomische Modelle thematisieren gesamtwirtschaftliche Auswirkungen wie Wachstum oder Arbeitslosigkeit. An vielen Hochschulen zählen auch BWL-Grundlagen zum VWL-Studium. In den höheren Semestern wählen die Studenten dann Schwerpunkte wie zum Beispiel Finanzwissenschaft, Internationale Wirtschaft oder Geldtheorie. Mathematische Methoden spielen eine große Rolle, denn Volkswirte arbeiten oft mit Modellen. Die Studenten bekommen zum Beispiel zwei Funktionen: Eine beschreibt die Nachfrage nach einem Produkt in Abhängigkeit vom Preis, die andere die Kosten der produzierenden Unternehmen in Abhängigkeit von der Menge. Die Studenten errechnen dann, welche Unternehmen das Produkt zu welchem Preis anbieten. Statistische Methoden sind ebenfalls wichtig, denn nur so kann man Studien verstehen und eigene Berechnungen durchführen. Die Fragestellungen der VWL sind oft international, schließlich werden verschiedene Volkswirtschaften verglichen. Immer häufiger läuft ein Teil der Veranstaltungen auf Englisch, manchmal heißt der Studiengang sogar Economics. »Im Englischen sollte man sicher sein. Die speziellere Literatur und die wichtigen Forschungsjournale erscheinen auf Englisch«, sagt Alexander Karmann, Professor an der TU Dresden und Vorstandsmitglied des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätentags. Ein Auslandssemester sei zwar keine Pflicht, aber sinnvoll.

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach VWL

  • Interesse an ökonomischen Themen und ökonomisches Grundverständnis
  • Affinität zur Mathematik und mathematische Vorkenntnisse
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

Eignung, Hürden, Irrtümer

Wer die Diskussion über die ökonomischen Folgen der Zuwanderung genauso aufmerksam verfolgt wie die Nachrichten zu TTIP oder der Zinspolitik der US-Notenbank, für den könnte ein Volkswirtschaftsstudium spannend sein. An wirtschaftspolitischen Themen interessiert zu sein reicht allerdings nicht. »Um komplexe Zusammenhänge wie die internationale Finanzkrise oder den demografischen Wandel nachzuvollziehen, muss man analytisch denken und braucht mathematische Methoden. Daran sollte man Spaß haben«, betont der VWL-Professor Karmann. Zwar bemühen sich die Dozenten oft darum, den Stoff anhand von aktuellen Beispielen zu veranschaulichen, doch im Zentrum gerade der ersten Semester stehen theoretische Grundlagen, die viele Studenten als sehr abstrakt empfinden. Disziplin benötigen die Studenten nicht nur für die Mathematik, sondern auch, um die Fülle an Grundlagenstoff zu bewältigen. An rund zwei Dritteln der Unis gibt es für das Fach einen Numerus clausus, der sehr unterschiedlich ausfällt.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Was sind die Quellen wirtschaftlichen Wachstums?
  • Wie werden Angebot und Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen bestimmt?
  • Wie errechnet man gesellschaftlichen Wohlstand?
  • Welche Auswirkungen haben Mindestlöhne auf den Arbeitsmarkt?
  • Wie berechnet man das Gleichgewicht von Gütermarkt und Geldmarkt?
  • Welche Folgen haben Monopole?
  • Was ist ein Pareto-Optimum?
  • Warum scheitern internationale Klimakonferenzen so oft?

Übrigens

Wie viele Kalorien nehmen arme Familien täglich zu sich? Mit solchen Fragen beschäftigt sich der britische Ökonom und Armutsforscher Angus Deaton. 2015 bekam er für seine Arbeit den Wirtschaftsnobelpreis.

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