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Über das Fach

Biologie/Biowissenschaften

Biologen erforschen alles, was lebt.
Ein Artikel von Maren Wernecke. Mitarbeit: Jan Ludwig

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Biologie/Biowissenschaften

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Darum geht es

Menschen, Tiere, Pflanzen: Biologen interessiert alles, was lebt. Sie erforschen die Beziehungen der Lebewesen untereinander und ihre Wechselwirkungen mit der Umwelt. Sie untersuchen Moleküle und Zellen genauso wie komplexe Organismen und Ökosysteme. Am Anfang stehen die klassischen Disziplinen auf dem Stundenplan: Zoologie, Botanik, Genetik, Zell- und Entwicklungsbiologie, Evolutionsbiologie, Mikrobiologie und Ökologie. Im Labor lernen die Studenten, wie man steril arbeitet, Zellkulturen anlegt und Erbmaterial vervielfältigt; in Mikroskopierkursen zeichnen sie Querschnitte von Blättern oder Wurzeln; im zoologischen Grundpraktikum, dem sogenannten Schnippelkurs, schneiden sie Würmer, Frösche und Fische auf, um deren Anatomie zu verstehen. »Als angehender Biologe muss man ein Gefühl für Zellen, Gewebetypen und Organe kriegen«, sagt Alois Palmetshofer, der Sprecher der Konferenz Biologischer Fachbereiche. Auch die Grundlagen der Bioinformatik werden inzwischen an fast allen Unis vermittelt. Ein weiterer Teil des Studiums sind Exkursionen, sei es ins Umland der Uni, in die Alpen oder an die Nordsee. Auch bioethische Grundlagen gehören dazu, denn in der Biologie ist man schnell mit ethischen Fragen konfrontiert – egal, ob es um Embryonenschutz oder den Umgang mit Versuchstieren geht. Etwa vom vierten Semester an setzen die Studenten eigene Schwerpunkte wie zum Beispiel Meeresbiologie, Neurobiologie, Botanik oder Immunologie, wobei die möglichen Themen von Uni zu Uni variieren. Im Master kann man sich dann weiter spezialisieren. Spätestens im dritten Studienjahr arbeiten die Studenten in wissenschaftlichen Gruppen mit: an der Uni, in anderen Forschungseinrichtungen oder in der Industrie. Oft gehen sie dabei auch für ein paar Monate ins Ausland. »Geforscht wird praktisch immer in der Gruppe«, sagt Palmetshofer: »Einer allein kommt in der Biologie nie zum Ergebnis.«

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach Biologie/Biowissenschaften

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Interesse an Natur und Umwelt
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

Eignung, Hürden, Irrtümer

Wer Biologie studiert, braucht ein Grundverständnis für Mathe, Chemie und Physik. Zum Studium gehören auch Differenzialrechnungen, elektrochemische Potenziale und Optik. Auch die Fülle des Stoffs wird oft als Herausforderung empfunden. Andererseits kann man, sobald man das Wesentliche in einem Fachgebiet verstanden hat, überall Zusammenhänge erkennen und vieles logisch herleiten. Die Laborarbeit erfordert Geschick, der Umgang mit Organismen Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt. Manchem setzt die Arbeit mit toten Tieren im zoologischen Grundpraktikum zu. Biologiestudenten sollten sich für moderne molekulare Methoden interessieren, denn diese werden ihnen immer wieder begegnen. Selbst wenn jemand zoologische oder botanische Schwerpunkte wählt, hat er mit Genetik zu tun. Die Mehrheit der Bachelorstudiengänge in Biologie hat einen NC, häufig liegt er im Zweier-Bereich. Es gibt aber auch Angebote ohne NC.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie kommunizieren Zellen miteinander?
  • Welchen Prinzipien folgt die Evolution?
  • Wie funktioniert unser Gehirn?
  • Wie vermehren sich Pilze?
  • Wie baut der Körper Zucker ab?
  • Nach welchen Prinzipien wirkt die neue Generation von Antibiotika?
  • Was steuert die Entwicklung von Pflanzen?
  • Nach welchem Plan entwickeln sich Stammzellen zu Körperzellen?
  • Wie halten Wirbeltiere ihren Salz- und Wasserhaushalt aufrecht?
  • Wie funktioniert individuelle Krankheitstherapie durch genomic engineering?
  • Wie gestaltet man ein Experiment so, dass man möglichst klare und aussagekräftige Ergebnisse erhält?

Übrigens

Die Mikrobe Deinococcus radiodurans hat es ins »Guinness-Buch der Rekorde« geschafft – als zähestes Lebewesen der Welt. Sie überlebt Säurebäder genauso wie extreme Temperaturen und radioaktive Strahlung.

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