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Über das Fach

Medizin

Mediziner lernen alles über Krankheiten und wie man diese behandeln kann.
Ein Artikel von Katharina Wagner. Mitarbeit: Cornelia Weber

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Medizin

Humanmedizin studieren:
Darum geht es

Ein Patient klagt über Bauchschmerzen. Welche Fragen muss der Arzt ihm stellen? Welche Untersuchungen führt er durch? Welche Therapien verordnet er? Medizinstudenten beschäftigen sich mit den Ursachen von Krankheiten und den möglichen Behandlungsmethoden. Im ersten Studienabschnitt, der sogenannten Vorklinik, geht es zunächst um naturwissenschaftliche Grundlagen und Theoriethemen wie Anatomie, Physiologie und Biochemie. Hinzu kommen Laborpraktika und ein Präparierkurs, bei dem die Studenten Leichen sezieren. »Der Unterricht erfolgt meist in kleineren Gruppen, die Frontalvorlesung ist auf dem Rückzug«, sagt der Präsident des Medizinischen Fakultätentags, Heyo Kroemer. Nach der ersten Ärztlichen Prüfung (früher: Physikum) nach frühestens vier Semestern folgt der klinische Abschnitt mit 21 Disziplinen, von der Allgemeinmedizin über die Innere Medizin bis zur Chirurgie, sowie 14 fächerübergreifenden Bereichen wie etwa Rehabilitation oder Epidemiologie. In Praktika lernen die Studenten den Alltag in Kliniken und Praxen kennen. Es folgt die zweite Ärztliche Prüfung. Im letzten Studienjahr, dem Praktischen Jahr, arbeiten die Studenten dann im Krankenhaus. Danach gibt es noch eine mündlichpraktische Prüfung. »Perfekte Ärzte sind sie da noch nicht«, sagt Kroemer. »Die Routine kommt erst, nachdem man zwei bis drei Jahre in der Gesundheitsversorgung gearbeitet hat.« Das Medizinstudium dauert in der Regel 13 Semester. Fast alle Studenten beginnen noch während des Studiums ihre Promotion. Einige sind mit ihrer Doktorarbeit schon fertig, bevor sie ihre letzte Prüfung gemacht haben. Seit einigen Jahren heben Modellstudiengänge, etwa in Aachen, Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Köln, die strikte Trennung zwischen (theoretischer) Vorklinik und (praktischer) Klinik auf. Der Anatomiedozent erklärt dann zum Beispiel das Nervensystem, ergänzend dazu stellt ein Arzt den Studenten einen Patienten mit einer Nervenerkrankung vor. Auch andernorts bemüht man sich mittlerweile um frühe Patientenkontakte und neue Ansätze. »Manche konventionellen Studiengänge unterscheiden sich kaum von Modellstudiengängen«, sagt Kroemer. Unabhängig von der Studienform ist eine Spezialisierung erst mit der Facharztausbildung nach dem Abschluss möglich. Sie dauert noch mal fünf bis sieben Jahre.

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach Medizin

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Teamfähigkeit
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

Eignung, Hürden, Irrtümer

Das Arbeitspensum ist hoch, die Studenten müssen sich viele Details merken. Doch das scheint kaum einen aus der Bahn zu werfen. »Nahezu jeder, der einen Platz bekommt, schließt auch ab«, sagt Kroemer. Einen Grund dafür sieht er in den strengen Aufnahmebedingungen: Medizin ist bundesweit zulassungsbeschränkt, der NC bewegt sich im Einserbereich. »Nur sehr gute Abiturienten können sich einschreiben, und die bringen meist eine hohe Leistungsbereitschaft mit.« Im Vorteil ist, wer schon in der Schule gut in den Naturwissenschaften war. Manche Unis bieten zudem freiwillige Brückenkurse an, um Erstsemestern den Einstieg in Fächer wie Chemie und Bio zu erleichtern.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie funktionieren Haut, Nerven, Muskeln und Gewebe – und welche Rolle spielen Zellen dabei?
  • Welchen Einfluss haben Familie und Gesellschaft auf die Heilungschancen?
  • Durch welche Rehabilitationsmaßnahmen kann man die Heilung fördern?
  • Wie stellt man eine Diagnose?
  • Wie wählt man eine geeignete Therapie aus?
  • Wie arbeiten Körpersysteme, etwa die Atmung, die Verdauung oder das Herz-Kreislauf-System?
  • Wie stellt man sich auf einen Patienten ein?
  • Welche vorbeugenden Maßnahmen können helfen, Krankheiten zu verhindern?
  • Was sind die wichtigsten Grundlagen der medizinischen Forschung?

Übrigens

Che Guevara war Arzt. Seine berühmte Südamerikareise machte er ein Jahr vor dem Examen, 1953 erhielt er den Doktortitel.

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