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Über das Fach

Geowissenschaften

Geowissenschaftler erforschen die Erde und ihre Geschichte.
Ein Artikel von Maren Wernecke. Mitarbeit: Jan Ludwig

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Geowissenschaften studieren:
Darum geht es

Wenn in Tadschikistan die Erde bebt oder in Nicaragua ein Vulkan ausbricht, schlägt die Stunde der Geowissenschaftler. Sie untersuchen und analysieren solche Phänomene und ziehen daraus Schlüsse über die Erde. Geowissenschaften ist ein Sammelbegriff für mehrere Disziplinen, die in unterschiedlicher Zusammensetzung zu einem Studium gebündelt werden: Die Geologie beschäftigt sich mit der Entstehung, der Entwicklung und dem Aufbau der Erde. Sie fragt nach den Kräften und Prozessen, durch die Kontinente, Ozeane, Gebirge, Vulkane und Gletscher entstanden sind. In der Mineralogie geht es um die Zusammensetzung von Mineralien und Gesteinen, in der Paläontologie um die Entwicklung des Lebens, der anhand von Fossilien nachgegangen wird. Auch die Geophysik, die mit physikalischen Untersuchungsmethoden die Erde erforscht, ist häufig Teil des geowissenschaftlichen Studiums. In den Einführungsvorlesungen erhalten die Studenten einen Überblick über die wichtigsten geowissenschaftlichen Themen. Hinzu kommen Mathe, Physik und Chemie. Der Praxisteil macht etwa ein Drittel des Studiums aus: In Übungen zu Gesteinsbestimmung, Kartenkunde, Luftbildauswertung und Mikroskopie eignen sich die Studenten praktisches Wissen an, im Labor lernen sie Mess- und Analysemethoden kennen. An vielen Unis sind im Bachelorstudium bis zu 50 Exkursionstage vorgesehen. »Geländeübungen sind sehr wichtig, um das für die Geologie typische raumzeitliche Denken zu lernen, also einen Blick dafür zu bekommen, wie sich der Raum in der Zeit verändert hat«, sagt Jan Behrmann, der Präsident der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologischen Vereinigung. Geologen lesen in Gesteinsschichten wie in einem Buch zur Erdgeschichte. An deren Beschaffenheit können sie erkennen, wo vor Jahrmillionen Meere, Seen, Riffe oder Gletscher waren. Einen Teil der Exkursionskosten, die auch mal mehrere Hundert Euro betragen können, müssen die Studenten selbst finanzieren. In den höheren Bachelorsemestern unterscheiden sich die Studieninhalte an den verschiedenen Unis deutlich. Deshalb sollte man sich vorab über die Schwerpunkte informieren. Themen, auf die man sich spezialisieren kann, sind zum Beispiel Sedimentologie, Vulkanologie, Strukturgeologie, Hydrogeologie, Rohstoffgeologie, Seismologie oder Meeresgeologie.

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach Geowissenschaften

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Interesse an Natur und Umwelt
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • räumliches Vorstellungsvermögen, räumliches Denken
  • Bereitschaft zu Geländearbeit, Geländetauglichkeit
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

Eignung, Hürden, Irrtümer

Wer Geowissenschaften studieren will, sollte sich für die Erde als System interessieren, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Sympathie für Chemie, Physik und Mathe mitbringen. »Man sollte zudem Freude daran haben, die Natur im Freien zu erforschen«, sagt Behrmann. Die Arbeit im Gelände findet auch bei Regen, Kälte oder Hitze statt und manchmal weitab der Zivilisation. Durch die enge Zusammenarbeit bei den Exkursionen ist die Stimmung im Studium oft familiär. Geowissenschaftler müssen aber auch in der Lage sein, über die Grenzen des Fachs hinweg zu kommunizieren, denn die meisten arbeiten später in Unternehmen mit Ingenieuren und Wirtschaftsexperten zusammen. Das Fach hat nur an wenigen Unis einen NC, oft reicht eine Zwei oder Drei vor dem Komma.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie entstehen Gebirge?
  • Welche Folgen hatte die letzte Eiszeit für die Menschheit?
  • Wie untersucht man Sedimentschichten und Fossilien?
  • Wie orientiert man sich mit Kompass und Karte im Gelände?
  • Wie beeinflusst der Mensch das Klima?
  • Welche Schadstoffe werden bei einem Vulkanausbruch ausgestoßen?
  • Welche mineralischen Rohstoffreserven hat Deutschland?
  • Welche Standorte kommen für ein atomares Endlager infrage?

Übrigens

Der Baikalsee in Sibirien ist mit 1642 Metern der tiefste See der Welt und mit 25 Millionen Jahren auch der älteste.

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