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Über das Fach

Geografie

Geografen untersuchen das Zusammenspiel von Mensch und Umwelt.
Ein Artikel von Maren Wernecke. Mitarbeit: Jan Ludwig

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Geografie

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Darum geht es

Megastädte und Wüsten, Globalisierung und Klimawandel: Mit all diesen Themen beschäftigen sich Geografen. Sie erkunden, wie die Umwelt den Menschen prägt – und wie der Mensch die Umwelt. Das Fach umfasst natur- und gesellschaftswissenschaftliche Inhalte und besteht aus den zwei Bereichen Humangeografie und Physische Geografie. Beide kommen anfangs etwa zu gleichen Teilen im Bachelorstudium vor, später ist eine Spezialisierung möglich. Die Humangeografie befasst sich mit Struktur und Dynamik von Gesellschaften und Kulturen und damit, wie Menschen ihr Lebensumfeld wirtschaftlich, ökologisch und politisch formen. Themen sind etwa das weltweite Städtewachstum, Migration, Mobilität und die Entwicklung von räumlichen Ungleichheiten. Klassische Bereiche der Physischen Geografie sind Landschaftsentwicklung, Naturrisiken und Biodiversität. Mit Nachhaltigkeit oder den Ursachen des weltweiten Regenwaldrückgangs befassen sich beide Teildisziplinen. In praktischen Lehrveranstaltungen werten die Studenten unter anderem Satelliten- und Luftbilder aus und arbeiten mit geografischen Informationssystemen. In der Humangeografie lernen sie, standardisierte Befragungen zu entwerfen und Interviewtechniken anzuwenden. In der Physischen Geografie analysieren sie Sedimente, Wasserproben oder Pflanzenreste. »Wer Geografie studiert, muss offen dafür sein, Menschen für eine Umfrage auf der Straße anzusprechen, im Labor zu arbeiten und sich in wissenschaftliche Fachartikel zu vertiefen«, sagt Paul Gans, Vorsitzender des Verbandes der Geographen an Deutschen Hochschulen und Professor für Wirtschaftsgeographie an der Universität Mannheim. Zu einem Geografiestudium gehören auch Exkursionen und Geländepraktika, bei denen Phänomene der Landschafts- und Stadtentwicklung veranschaulicht werden. Exkursionen können nur einen Tag dauern oder auch zwei Wochen. Sie können an viele Orte führen, von den Alpen bis nach Südamerika. Die Kosten dafür müssen die Studenten zumindest zum Teil selbst übernehmen.

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach Geografie

  • Interesse an gesellschaftspolitischen Themen und Umweltthemen
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Interesse am / Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten
  • Internationale, interkulturelle Aufgeschlossenheit
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Englisch- und Fremdsprachenkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

Eignung, Hürden, Irrtümer

Angehende Geografen stehen vor der Herausforderung, die jeweiligen Denk- und Arbeitsweisen der Natur- und Gesellschaftswissenschaften zu verknüpfen. Das macht den Reiz des Studiums aus – ist aber gerade am Anfang nicht leicht. Interesse an Natur, Umwelt, Menschen und Gesellschaften ist eine gute Voraussetzung. Aber damit ist es nicht getan. Die Studenten haben mehr mit Physik, Chemie und Mathe zu tun, als viele erwarten – etwa wenn es um den Wärmehaushalt der Erde oder Verwitterungsprozesse geht. Auch statistische Datenauswertung gehört zum Handwerkszeug. Bei Wind und Wetter im Gelände zu forschen kann anstrengend sein, man braucht dafür Kondition und Konzentrationsfähigkeit. Auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ist nützlich. Die Mehrzahl der Studiengänge hat einen NC, oft liegt er zwischen zwei und drei.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wieso entwickeln sich Länder mit weniger Ressourcen oft besser als solche mit vielen?
  • Was führt zu Felsstürzen und Hangrutschungen?
  • Welche Folgen haben globale Migrationsprozesse für Europa?
  • Wie kann man die Umweltbelastung durch den Verkehr in deutschen Städten senken?
  • Wie greift der Mensch in das Klimageschehen ein?
  • Wie erstellt man dreidimensionale, interaktive Landkarten?
  • Warum führen Naturkatastrophen in Asien zu mehr Todesopfern als in Europa?
  • Können regenerative Energien die Nutzung fossiler Brennstoffe reduzieren?
  • Wie wirkt sich der Klimawandel auf Gletscher und Permafrost aus?

Übrigens

Auch heute noch gibt es Orte auf der Erde, die nie ein Mensch betreten hat – dazu gehört zum Beispiel der Gipfel des höchsten Berges in Bhutan, der Gangkhar Puensum heißt.

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