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Über das Fach

Jura

Juristen beschäftigen sich mit Gesetz und Recht.
Ein Artikel von Kathrin Fromm. Mitarbeiter: Lisa Srikiow

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Darum geht es

Rechtsanwälte plädieren für ihre Mandanten, Staatsanwälte vertreten das öffentliche Interesse, und Richter fällen das Urteil: Juristen haben sehr unterschiedliche Aufgaben, durchlaufen jedoch alle dieselbe Ausbildung. Mithilfe von Gesetzen und anderen Rechtsnormen lösen die Studenten Beispielfälle, von Erbschaftsstreitigkeiten über Unterhaltsklagen bis hin zu Verkehrsdelikten. »Sie entwickeln zu jedem Fall zahlreiche Fragen, die sie in Unterfragen zerlegen und strukturiert abarbeiten – das ist der juristische Gutachtenstil«, sagt Peter-Christian Müller-Graff, Juraprofessor an der Universität Heidelberg. Die Studenten lernen, wie das Rechtssystem aufgebaut ist und wie die drei Hauptgebiete – das Zivilrecht, das Strafrecht und das öffentliche Recht – zusammenhängen. Hinzu kommen Grundlagen wie Rechtsgeschichte oder Rechtsphilosophie. Eine wichtige Rolle spielt auch das Verfahrensrecht, das unter anderem regelt, wie ein Prozess geführt wird. In den ersten Semestern sind die Inhalte des Studiums fest vorgegeben. Erst später wählt jeder Student zusätzlich zu den drei Hauptgebieten einen Schwerpunkt wie etwa Steuerrecht oder Familienrecht. An einigen Universitäten gibt es mehr als ein Dutzend Schwerpunkte, manche bieten dagegen nur drei oder vier an. Für die Erste Juristische Prüfung (bestehend aus Staatsexamen und Universitätsprüfung) nach frühestens acht Semestern muss man zudem insgesamt drei Monate Praxis (zum Beispiel bei einem Anwalt, in der Verwaltung oder bei Gericht) nachweisen. Anschließend folgt ein zweijähriges Referendariat, in dem man die Arbeit im Zivil-, im Straf- und im Verwaltungsrecht kennenlernt. Dafür gehen die Referendare zum Beispiel zu einem Amts- oder Landgericht, zur Staatsanwaltschaft und zu einer Behörde. Eine weitere Station kann man frei wählen. Das Rechtsreferendariat schließt mit der Zweiten Staatsprüfung ab. Achtung: Nur wer beide Staatsexamen bestanden hat, kann als Anwalt, Staatsanwalt oder Richter arbeiten – im Gegensatz zu Absolventen anderer Rechtsstudiengänge, die mit einem Bachelor oder Master enden.

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach Jura

  • Interesse an / Bewusstsein für (gesellschafts-)politische Themen
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
  • Argumentations- und Diskussionsfähigkeit
  • Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • gute Deutsch- und Fremdsprachenkenntnisse
  • gute Allgemeinbildung

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

Eignung, Hürden, Irrtümer

Jurastudenten müssen abstrakt denken und präzise formulieren. »Wer eine 50 Seiten lange Geschichte in wenigen Sätzen zusammenfassen und einordnen kann, ist bei Jura richtig«, sagt Müller-Graff. Anfänger tun sich oft mit der ganz eigenen Sprache der Juristen schwer. Die komplizierten Texte zu lesen und selber im Gutachtenstil zu schreiben, muss man erst lernen. »Dafür haben alle Rechtstexte einen konkreten Bezug. Das Urheberrecht entscheidet etwa, ob man einen Film umsonst streamen darf«, sagt Müller-Graff. Einige Unis haben für Jura keinen NC. Sonst liegt er oft im Einser- oder Zweierbereich. Manche Hochschulen verlangen sehr gute Noten in Deutsch, Mathe und Fremdsprachen.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wer darf eine Verfassungsklage einreichen?
  • Wie stellt man fest, welches Gericht für einen Prozess zuständig ist?
  • Was regelt das Staatsorganisationsrecht?
  • Was unterscheidet Eigentum von Besitz?
  • Wann ist ein Handel sittenwidrig?
  • Welche Rechte haben Asylsuchende?
  • Was ist charakteristisch am Recht der Europäischen Union?
  • Was unterscheidet Mord von Totschlag?
  • Wie sind unsere Rechtsnormen entstanden?
  • Wie werden Steuern bemessen?
  • Wie entwirft man einen Arbeitsvertrag?

Übrigens

An deutschen Unis gibt es rund 20 »Law Clinics«, an denen Jurastudenten für Bedürftige kostenlose Beratung anbieten.

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