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Über das Fach

Bau- und Umweltingenieurwesen

Bauingenieure sorgen dafür, dass Bauten sicher, wirtschaftlich und umweltverträglich errichtet wer.
Ein Artikel von Meike Fries. Mitarbeiter: Oliver Burgard

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Bau- und Umweltingenieurwesen

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Darum geht es

Gebäude und Straßen, Staudämme und Kanäle, Eisenbahntrassen und Flughäfen, Kraftwerke und Kläranlagen: All das planen und bauen Bauingenieure. Weil sie die Umwelt gestalten, spielen ökologische Themen eine Rolle – egal, ob es um energiesparende Häuser, Gewässerschutz oder die Infrastruktur zur Energieerzeugung geht. Anders als bei Architekten stehen nicht der Entwurf und das Design im Vordergrund, sondern Sicherheit und Funktionalität. Das Studium umfasst zwei große Bereiche: Planung und Konstruktion. Zu den planerisch geprägten Fächern zählen Verkehrswesen, Wasserbau und Wasserwirtschaft, zur Konstruktion gehören Statik, Holzbau, Stahlbau, Massivbau, Geotechnik sowie Bautechnologie. Zunächst eignen sich die Studenten aber die Grundlagen an, auf denen später die Statik aufbaut, darunter vor allem Mathe, Mechanik und Informatik. Auf dem Stundenplan stehen auch Baustoffkunde, Kostenplanung, Vertragsrecht, Vermessungskunde und Umwelttechnik. In Projektarbeiten entwerfen die Studenten virtuelle Modelle, zum Beispiel für Brücken oder Kläranlagen. Dabei verwenden sie spezielle Software wie etwa Computer-aided Design (CAD) oder Building Information Modelling (BIM). An den meisten Hochschulen kann man in den höheren Semestern des Bachelors wählen, auf welche Themen man sich spezialisiert, ansonsten sind Schwerpunkte vorgegeben. Das Angebot reicht von Hochbau über Sanierung und Verkehrsplanung bis hin zu Projektmanagement und Baubetrieb. An den Fachhochschulen gibt es in der Regel ein Praxissemester, meist im dritten Studienjahr. An den Unis sind die Praxisanteile geringer. »Man sollte die Projekt- oder Abschlussarbeit für Ausflüge in die Praxis nutzen«, empfiehlt deshalb Peter Schaumann, Professor an der Leibniz Universität Hannover und Vorsitzender des Fakultätentags für Bauingenieurwesen, Geodäsie und Umweltingenieurwesen.

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach Bau- und Umweltingenieurwesen

  • Affinität zur Mathematik / mathematische Vorkenntnisse
  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Technikinteresse / technisches Grundverständnis
  • räumliches Vorstellungsvermögen / räumliches Denken
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

Eignung, Hürden, Irrtümer

Viele tun sich schwer mit der Ingenieurmathematik und unterschätzen den Arbeitsaufwand: »Man sollte mit einer 40-Stunden-Woche rechnen – mindestens«, sagt Birger Gigla, Professor an der FH Lübeck und Vorsitzender des Fachbereichstags Bauingenieurwesen. Wichtig sei auch großes naturwissenschaftliches Interesse. Angehende Bauingenieure sollten zudem Organisations- und Kommunikationstalent besitzen, denn sie müssen sich später auf unterschiedliche Gesprächspartner einstellen, zum Beispiel Investoren, Behördenvertreter und Handwerker. Verantwortung dürfen sie nicht scheuen. Auf Baustellen sind sie für die Sicherheit vieler Menschen zuständig und können mit ihren Entscheidungen Lebensräume für Jahrzehnte beeinflussen. Und sie haben keine zweite Chance: »Ist der Prototyp eines Kühlschranks fehlerhaft, verbessert man ihn, bevor er in Serie geht. Bei einem Bauwerk muss von Anfang an alles stimmen«, sagt Gigla. Das Studium ist an rund der Hälfte der Hochschulen nicht zulassungsbeschränkt. Gibt es einen NC, liegt er häufig zwischen zwei und drei.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Welche Kräfte wirken auf eine Brücke, wenn ein ICE darüberfährt?
  • Wie berechnet man die Belastung eines Bauteils?
  • Wie baut man Abwasserkanäle so, dass das Grundwasser nicht belastet wird?
  • Wie konzipiert man ein Nahverkehrssystem?
  • Welche Eigenschaften haben mineralische Bindemittel?
  • Wie plant man eine Schwimmhalle so, dass sie möglichst wenig Energie verbraucht?
  • Wie vermeidet man, dass bei einem Bauprojekt die Kosten explodieren?
  • Wie lässt sich Überflutung verhindern?
  • Wie verankert man die Fundamente einer Offshore-Energieanlage im Meeresgrund?
  • Warum stürzen manche Gebäude bei Erdbeben ein und andere nicht?

Übrigens

Die höchste Brücke in Deutschland ist die Kochertalbrücke bei Geislingen in Baden-Württemberg. Sie ist Teil der Autobahn A 6. Am höchsten Punkt befindet sich die Fahrbahn 185 Meter über dem Erdboden.

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