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Über das Fach

Informatik studieren

Informatiker befassen sich mit dem Verarbeiten, Übertragen und Speichern von Daten.
Ein Artikel von Meike Fries. Mitarbeit: Oliver Burgard

Informatik studieren
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Informatik

Darum geht es

Informatik ist die Wissenschaft von der systematischen Verarbeitung von Informationen – sie steckt in nahezu allen technischen Systemen. Hardware und Software sorgen dafür, dass Informationen in Sekunden um die Welt flitzen, Autos autonom fahren oder der Handel mit Waren digital organisiert wird. In den ersten Semestern geht es um Datenstrukturen, Softwareentwicklung, um Logik und künstliche Sprachen sowie Mathematik. Die Studenten lernen zum Beispiel, aus welchen Komponenten sich ein Rechner zusammensetzt, wie man Rechner zu Netzwerken verbindet, wie Datenbanken funktionieren und wie man Aufgaben mithilfe von Algorithmen lösen kann. Immer wichtiger wird die Verarbeitung von großen Datenmengen (Big Data) und der Aspekt der IT-Sicherheit. Außerdem geht es auch um ethische Fragen und die gesellschaftlichen Konsequenzen der zunehmenden Mensch-Maschine-Interaktion. »Keine andere Wissenschaft entwickelt sich so rasant wie die Informatik«, sagt Rüdiger Reischuk, Professor an der Universität Lübeck und stellvertretender Vorsitzender des Fakultätentags Informatik. Deshalb ist es wichtig, dass die Studenten grundlegende Konzepte der Programmierung und des Zusammenspiels von komplexen Protokollen begreifen, damit sie sich später selbstständig neues Wissen aneignen können. »Das Hochschulwissen reicht nur für den Berufseinstieg, danach muss man sich permanent selbst weiterbilden«, sagt Klaus Lang, Professor an der Technischen Hochschule Bingen und Vorsitzender des Fachbereichstags Informatik. Informatikstudenten arbeiten viel in Gruppen und lernen dabei, wie Projektmanagement funktioniert und wie man Ergebnisse präsentiert. Die Gruppenarbeit gibt einen Vorgeschmack auf das spätere Berufsleben, denn: »Komplexe Softwaresysteme können nicht von einzelnen Personen entwickelt und betrieben werden, das geht nur im Team«, sagt Reischuk. In den höheren Semestern wählt man eine Vertiefungsrichtung. Zur Wahl stehen je nach Studiengang und Hochschule zahlreiche Themen wie Datensicherheit, Internetengineering, Netzwerktechnik, Data-Mining oder künstliche Intelligenz. Ein Teil der Bachelorstudiengänge ist von Anfang an spezialisiert, zum Beispiel auf Bioinformatik oder Medieninformatik. Da gilt es, genau hinzuschauen, bevor man sich festlegt. Besonders häufig ist der Studiengang Wirtschaftsinformatik.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Informatik

  • Affinität zur Mathematik / mathematische Vorkenntnisse
  • Technikinteresse / technisches Grundverständnis
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Englischkenntnisse

Eignung, Hürden, Irrtümer

Viele Studienanfänger glauben, dass Programmierkenntnisse den Start erleichtern. Aber: »Was man sich zu Hause am Rechner beibringt, hat mit dem Informatikstudium meist nur wenig zu tun«, sagt Klaus Lang. Wichtiger als Programmiererfahrung sei Talent zum abstrakten Denken: »Wer in der Schule Mathe mochte, dem wird ein Informatikstudium wahrscheinlich gefallen.« Gefragt sind außerdem Selbstdisziplin, Kommunikationstalent und Verständnis für die Perspektive der Anwender: »Im Berufsleben entwickeln Informatiker Softwarelösungen in der Regel für Menschen, die wenig von den dahinterliegenden Programm- und Datenkonzepten verstehen«, sagt Lang. Was man außerdem für ein Informatikstudium mitbringen sollte, ist Leidenschaft für das Fach. »Viele fangen das Studium nur wegen der guten beruflichen Perspektiven an und merken dann später, dass das Fach hohe Ansprüche stellt«, sagt Rüdiger Reischuk. Für Informatik kann man sich meist direkt einschreiben. Wo es einen Numerus clausus gibt, liegt er in der Regel zwischen Zwei und Drei.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie löst man ein Problem mithilfe von Algorithmen?
  • Wie transportiert das Internet Daten?
  • Welche Verfahren zur Qualitätssicherung gibt es bei Softwaresystemen?
  • Wie entwickelt man künstliche Intelligenz?
  • Wie optimiert man die Speicherstruktur einer Datenbank?
  • Wie entwickelt man einen Cloud-basierten Webservice?

Übrigens

1996 besiegte ein Schachcomputer erstmals einen Schachgroßmeister.

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