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Wirtschaftsingenieurwesen studieren

Wirtschaftsingenieurwesen dreht sich um BWL und Technik.
Ein Artikel von Maria Retter. Mitarbeit: Christian Heinrich.

Wirtschaftsingenieurwesen studieren
Rankingergebnisse für
Wirtschaftsingenieurwesen

Darum geht es

Wirtschaftsingenieure kennen sich mit dem Management von Abläufen in einem Unternehmen genauso gut aus wie mit den technischen Details der Produkte. »Sie sind kompetente Ansprechpartner und verstehen die Sprache beider Bereiche«, sagt Uwe Dittmann, Professor im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Pforzheim und Vorsitzender des Fakultäten- und Fachbereichstags Wirtschaftsingenieurwesen. Wirtschaftsingenieure analysieren betriebliche Prozesse unter Aspekten wie Wirtschaftlichkeit, Technik und Effizienz. Das heißt, sie untersuchen zum Beispiel, welche Fertigungsanlage ein Unternehmen kaufen soll, oder unterstützen das Produktmanagement dabei, neue Produkte auf den Markt zu bringen. Auch auf die Herausforderung der Digitalisierung werden die Studierenden vorbereitet, je nach Uni werden Kurse zu Themen wie Digitale Fertigungstechnik, Informationstechnik oder Digitales Produktmanagement angeboten. Die Unternehmen brauchen Wirtschaftsingenieure, um Entwicklungen wie die Industrie 4.0 oder die Umstellung auf neue Fertigungsmethoden wie den 3-D-Druck mitzugestalten.

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Weiterführende Informationen
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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Wirtschaftsingenieurwesen

  • Technikinteresse / technisches Grundverständnis (75 %)
  • Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen (74 %)
  • Interesse an (betriebs-)wirtschaftlichen Themen / (betriebs-)wirtschaftliches Grundverständnis (59 %)
  • Interesse am / Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten (58 %)
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium (57 %)
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft (53 %)
  • Affinität zur Mathematik / mathematische Vorkenntnisse (45 %)
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen (40 %)
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken (38 %)
  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse (37%)
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit (34 %)
  • Teamfähigkeit (34 %)

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2020/2021. Prozentangaben in Klammern: Anteil der befragten Professor(inn)en, die die jeweilige Voraussetzung genannt haben.

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So läuft das Studium ab

In den ersten drei bis vier Semestern werden die technischen und wirtschaftlichen Grundlagen vermittelt, dazu gehören Technische Mechanik, Fertigungstechnik, Programmieren und die Grundlagen der VWL und BWL. Die technischen Inhalte machen mindestens 40 Prozent des Studiums aus, der wirtschaftswissenschaftliche Anteil liegt meist bei etwa 30 Prozent. Hinzu kommt mit etwa 20 Prozent der sogenannte Integrationsbereich, der als Herzstück des Wirtschaftsingenieurstudiums gilt: Hier werden interdisziplinäre Fragestellungen behandelt, typische Integrationsfächer sind Projekt- und Prozessmanagement, Produktionsmanagement, Fabrikplanung oder Qualitätsmanagement. Die übrigen zehn Prozent machen Soft Skills und Fremdsprachen aus. In höheren Semestern kommen vermehrt Projektaufgaben hinzu.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie entwickelt man gemeinsam mit den Mitarbeitern anderer Unternehmensbereiche neue Produkte?
  • Wie werden komplexe technische Produkte kompetent verkauft?
  • Wie verändern sich Geschäftsmodelle durch digital vernetzte Maschinen (Internet der Dinge)?
  • Wie kann ein Unternehmen die Auftragsabwicklungszeit verkürzen?
  • Wie wertet man ein Produkt durch digitale Dienstleistungen auf und stärkt dadurch die Kundenbindung?
  • Wie gestaltet man eine internationale Lieferkette mit mehreren Unternehmen?
  • Wie verkürzt man die Durchlaufzeit eines Auftrags?
  • Wann lohnt sich die Investition in eine neue Maschine?
  • Wie bewertet man die Marktchancen für ein neues technisches Produkt?
  • Bei welchem Lieferanten soll eine Firma ihre Materialien einkaufen?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... »du aufgeschlossen für Neues bist, gern Probleme löst und im Team arbeitest«, sagt Uwe Dittmann. Interkulturelle Fähigkeiten sind ebenfalls hilfreich, denn Unternehmen haben häufig Niederlassungen in mehreren Ländern, und auch die Arbeitsprozesse werden international organisiert. Wirtschaftsingenieure arbeiten daher oft in internationalen Teams. Die große Zahl an verschiedenen Fächern im Studium kann anfangs eine Herausforderung sein. An einem typischen Tag im ersten Semester können Veranstaltungen in Betriebswirtschaft, Werkstoffkunde, Programmieren und Wirtschaftsrecht auf dem Stundenplan stehen. »Die Studierenden sollten sich also auf ganz unterschiedliche Denkweisen einlassen, sie verstehen und anwenden können«, sagt Dittmann. Rund ein Viertel der Studierenden sind Frauen.

Gibt es einen NC?

Gut ein Drittel der Studiengänge hat einen Numerus clausus. Oft liegt er im Zweierbereich. An manchen Hochschulen gibt es Auswahlverfahren mit Tests und Interviews. Pflichtpraktika vor dem Studium werden ebenfalls manchmal verlangt, oft kann man diese aber nachholen.

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