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Über das Fach

Pharmazie studieren

Die Pharmazie erforscht und entwickelt Arzneimittel.
Ein Artikel von Florian Schumann. Mitarbeit: Gabriele Meister

Pharmazie studieren
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Pharmazie

Darum geht es

Wer Pharmazie studiert, beschäftigt sich damit, wie Arzneistoffe aufgebaut sind, wie sie wirken, wie man sie herstellt und welche Risiken die Verwendung haben kann. Die Studierenden lernen, wie der menschliche Organismus funktioniert und was ihn krank macht. Zudem geht es darum, wie man Medikamente so darreichen kann, dass sie möglichst zuverlässig eingenommen werden. Mit einem Abschluss in Pharmazie kann man nicht nur in Apotheken, sondern auch in der Pharmaindustrie oder in Arzneimittelprüfstellen arbeiten oder in die Forschung gehen. »In der Industrie gibt es immer mehr Stellen in der Qualitätssicherung«, sagt Bernd Clement, Professor für Pharmazeutische Chemie an der Uni Kiel und Vorsitzender der Fachkonferenz Pharmazie. »Aber auch in Apotheken hat man gute Chancen, denn Apothekerin, Apotheker ist ein Mangelberuf.«

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Pharmazie

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16.

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So läuft das Studium ab

Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester plus das Praktische Jahr. Bis zum Ersten Staatsexamen nach dem vierten Semester lernen die Studierenden naturwissenschaftliche Grundlagen, vor allem in Chemie und Biologie. Zudem stehen Pharmazeutische Analytik, Pharmazeutische Biologie sowie Pharmazeutische Technologie auf dem Lehrplan. Im Fach Arzneiformenlehre studiert man erstmals die Zusammensetzung von Salben, Cremes und Zäpfchen und stellt sie auch her. Im weiteren Verlauf des Studiums geht es vor allem um die Entwicklung und die Wirkung von Arzneimitteln. Die Studierenden vertiefen ihr Wissen in den fünf Fachgebieten der Pharmazie: Pharmazeutische/Medizinische Chemie, Pharmazeutische Biologie, Pharmazeutische Technologie, Pharmakologie/Toxikologie sowie Klinische Pharmazie. In den Semesterferien machen sie acht Wochen Praktikum, davon mindestens vier Wochen in einer Apotheke. Nach dem Zweiten Staatsexamen folgt das Praktische Jahr. Es beinhaltet sechs Monate oder mehr in einer Apotheke, die übrige Zeit kann man zum Beispiel in der Industrie, im Krankenhaus, an Hochschulen oder bei »Apotheker ohne Grenzen« absolvieren. Dann folgt das Dritte Staatsexamen. Danach können die Absolventen ihre Zulassung (Approbation) zur Apothekerin oder zum Apotheker beantragen. Die Corona-Pandemie habe es den Studierenden schwer gemacht, sagt Clement: Statt selbst im Labor praktisch zu arbeiten, konnten sie nur online zusehen, wie man Versuche durchführt. »Ihr Studium hat sich dadurch aber in der Regel nicht verzögert.«

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie wirkt ein Arzneistoff?
  • Wann helfen Antibiotika?
  • Welche Arzneistoffe kommen in der Natur vor?
  • Welche Probleme treten auf, wenn man Antikörper als Arzneistoffe verwendet?
  • Welche Arzneiform ist am sinnvollsten für einen bestimmten Arzneistoff?
  • Welche Arzneimittel lassen sich kombinieren?
  • Wann gelangen Arzneistoffe in den Blutkreislauf?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du an Naturwissenschaften interessiert bist und dies mit einem Heilberuf verbinden möchtest. Gute Kenntnisse darin erleichtern den Einstieg, auch wenn es Vorlesungen wie »Chemie für Pharmazeuten« gibt, die Schulwissen auffrischen. Sei nicht enttäuscht, wenn zu Anfang noch keine medizinischen Fragen behandelt werden: In den ersten Semestern werden zunächst die Grundlagen gelegt, erst später geht es um Medikamente und die Behandlung von Patienten. Für die Arbeit im Labor muss man Ausdauer haben und geschickt sein. »Salben rühren ist ein bisschen wie Kochen: Mousse au Chocolat bekommt nicht jeder hin, auch wenn alle das gleiche Rezept vor sich haben«, sagt Clement. Oft muss man Versuche mehrmals wiederholen, bevor sie gelingen. Fast 70 Prozent der Studierenden sind Frauen, mehr als in Zahnmedizin und Medizin.

Gibt es einen NC?

Pharmazie ist bundesweit zulassungsbeschränkt. Zuletzt lag der NC in der Abiturbestenquote im Einserbereich. Seit Kurzem kann man sich gleichzeitig für Pharmazie und Medizin bewerben, was die Nachfrage nach Pharmazie-Plätzen tendenziell steigen lässt.

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