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Chemie studieren

In der Chemie geht es um die Eigenschaften und die Herstellung von Stoffen.
Ein Artikel von Daniel Kastner. Mitarbeit: Christian Heinrich.

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Chemie

Darum geht es

Chemische Prozesse laufen ständig und überall ab: in Solarzellen oder Handyakkus, in Pflanzen und im menschlichen Körper. Chemiker untersuchen Reaktionen zwischen Molekülen in der Natur und vollziehen sie im Labor nach. Auf dieser Grundlage entwickeln sie neue Materialien, Verfahren und Wirkstoffe, die zum Beispiel in Brennstoffzellen, Medikamenten oder Reinigungsmitteln zum Einsatz kommen. »Als Chemiker beschäftigen wir uns mit großen Zukunftsthemen wie der Entwicklung leistungsfähigerer Akkus und mit der Ernährung der Weltbevölkerung«, sagt Arno Pfitzner, Professor an der Uni Regensburg und Sprecher der Konferenz der Fachbereiche Chemie. Aktuell forschen Chemiker etwa an neuen Methoden der Wasserspaltung zur Erzeugung von Wasserstoff, an Treibstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen und an künstlicher Photosynthese. Und sie versuchen herauszufinden, wie Kunststoffe sich so zersetzen lassen, dass sie nicht als Mikroplastik in der Umwelt und unseren Körpern landen. »Das Schöne an Chemie ist, dass sie sowohl grundlegende Dinge wie die Atomstruktur behandelt als auch Aktuelles wie erneuerbare Energien«, sagt Wolfram Koch, Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Chemiker.

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So läuft das Studium ab

In den ersten vier Semestern befassen sich die Studierenden vor allem mit Organischer, Anorganischer, Physikalischer und Analytischer Chemie. Sie lernen, welche Eigenschaften die Elemente im Periodensystem haben und wie grundlegende Reaktionen ablaufen. Sie beschäftigen sich mit Verbindungen mit und ohne Kohlenstoff, mit Redoxreaktionen und Säure-Base-Gleichgewichten, mit Thermodynamik und Bindungslehre. Mathematik und Physik gehören ebenfalls dazu. In den Vorlesungen werden häufig chemische Experimente vorgeführt. Im Labor lernen die Studierenden parallel dazu praktisch, wie man Massen und Volumina bestimmt, Substanzen herstellt und aus welchen Bestandteilen sich Stoffgemische zusammensetzen. Dabei arbeiten sie mit Reagenzglas, Pipette und Bunsenbrenner, verwenden Farbstoffe und üben den Umgang mit ätzenden oder giftigen Verbindungen. »Die praktische Arbeit gehört bis zum Studienende dazu«, sagt Wolfram Koch. Zu den Versuchen verfassen die Studierenden Protokolle und werten die Ergebnisse am Computer aus. Dabei spielen Digitalisierung und Big Data eine wichtige Rolle, denn die Ergebnisse sollen auch für Dritte auffindbar und verwertbar sein. Ab dem fünften Semester wählen die Studierenden eigene Schwerpunkte, etwa Materialwissenschaft oder Biochemie. Oft können sie dann schon ein erstes eigenes Forschungsprojekt beginnen.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie stellt man fest, welche Stoffe in Lebensmitteln enthalten sind?
  • Wie kann man im Trinkwasser Spuren von Verunreinigungen nachweisen?
  • Warum schmilzt Eis, wenn es mit Salz gemischt wird?
  • Wie findet man neue Antibiotika?
  • Wie könnten leistungsfähige Batterien der Zukunft aussehen?
  • Wie lassen sich Phosphate aus Kläranlagen zurückgewinnen?
  • Wie kann man mit sichtbarem Licht eine chemische Reaktion antreiben?
  • Wie stellt man Emulsionen her?

Das Fach passt zu dir, wenn...

… du neben der Freude am Experimentieren auch handwerkliches Geschick mitbringst. Im Labor ist Teamarbeit die Regel. Mindestens ebenso wichtig wie die praktische Arbeit sind abstraktes und analytisches Denken sowie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Man braucht außerdem Disziplin und Durchhaltevermögen, auch weil es vorkommen kann, dass ein Experiment nicht gelingt. Die Stofffülle ist auch eine Herausforderung. »Gerade am Anfang ist das Pensum heftig«, sagt Arno Pfitzner.

Gibt es einen NC?

Rund ein Drittel der Studiengänge hat einen NC, oft im Zweierbereich. An besonders gefragten Uni kann er im Einserbereich liegen.