1. Was soll ich studieren?
  2. CHE Hochschulranking
  3. Fächer
  4. Chemie
CHE Hochschulranking
 
Über das Fach

Chemie studieren

Chemiker beschäftigen sich mit der Herstellung und den Eigenschaften von Stoffen.
Ein Artikel von Katharina Wagner. Mitarbeit: Gabriele Meister

Chemie studieren
Rankingergebnisse für
Chemie

Darum geht es

Ob in Solarzellen, Handyakkus, in Pflanzen oder im menschlichen Körper: Überall laufen chemische Prozesse ab. Chemiker untersuchen Reaktionen zwischen Molekülen in der Natur und vollziehen sie im Labor nach. Sie entwickeln neue Materialien und Wirkstoffe, die man zum Beispiel in Brennstoffzellen oder Medikamenten verwendet. »Als Chemiker beschäftigen wir uns mit großen Zukunftsfragen, etwa wie man schadstoffarme Fahrzeuge produzieren oder die Ernährung der Weltbevölkerung sichern kann«, sagt Arno Pfitzner, Professor an der Uni Regensburg und Sprecher der Konferenz der Fachbereiche Chemie. In den ersten vier Semestern befassen sich die Studenten vor allem mit den klassischen Teilgebieten des Fachs: der Organischen, der Anorganischen, der Physikalischen und der Analytischen Chemie. Es geht um Verbindungen mit und ohne Kohlenstoff, um Redox-Reaktionen und Säure-Base-Gleichgewichte, um Thermodynamik und Bindungslehre. Zunächst lernt man die Grundlagen, etwa welche Eigenschaften die Elemente im Periodensystem haben und wie grundlegende Reaktionen ablaufen. Mathematik und Physik sind ebenfalls Teil des Stundenplans. In den Vorlesungen werden häufig chemische Experimente vorgeführt. Im Labor lernen die angehenden Chemiker, wie man Massen und Volumina bestimmt, Substanzen herstellt und aus welchen Bestandteilen sich Stoffgemische zusammensetzen. Dabei hantieren sie mit Reagenzglas, Pipette und Bunsenbrenner, arbeiten mit Farbstoffen und üben den Umgang mit ätzenden oder giftigen Verbindungen. Zu den Versuchen verfassen sie Protokolle, die Ergebnisse werden am Computer ausgewertet. »Chemie ist eine größtenteils experimentelle Wissenschaft. Deshalb gehört die praktische Arbeit bis zum Studienende dazu«, sagt Wolfram Koch, Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Im Bachelor werden zunächst überall die gleichen Grundlagen gelehrt. Ab dem fünften Semester wählen die Studenten dann eigene Schwerpunkte aus einem breiten Angebot. Sie befassen sich zum Beispiel verstärkt mit Polymeren, Bioanalytik oder Meereschemie.

Anzeige
Weiterführende Informationen
Alle Rankingergebnisse für das Fach Chemie
Anzeige

Eignung, Hürden, Irrtümer

Wer Chemie studiert, sollte Freude am Ausprobieren und Experimentieren haben – und ein gewisses handwerkliches Geschick mitbringen. »Chemie ist ein Fach für Leute, die nicht nur am Schreibtisch sitzen wollen. Man muss lernen, Experimente sinnvoll aufzubauen und nachher alles fachgerecht zu reinigen«, sagt Arno Pfitzner. Weil auch den Sorgfältigsten mal etwas zu Bruch gehen kann, empfehlen viele Unis ihren Studenten, spezielle Laborhaftpflichtversicherungen abzuschließen, die den finanziellen Schaden in Grenzen halten. Mindestens ebenso wichtig wie die praktische Arbeit ist die Fähigkeit zu abstraktem und analytischem Denken. Oft wird mit mathematischen Formeln gearbeitet. Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen hilft, komplexe Verbindungen besser zu verstehen. Chemiestudenten brauchen außerdem Disziplin und Durchhaltevermögen. Von Vorteil ist es, wenn man gut mit anderen auskommt, denn im Labor wird häufig im Team zusammengearbeitet. Nur wenige Unis haben in Chemie einen NC. Gibt es einen, liegt er mancherorts aber im Einserbereich.

Suchmaschine für Studiengänge
Alle Studiengänge für Chemie deutschlandweit
Studiengänge finden

Typische Fragestellungen des Fachs

  • Warum rostet Eisen nicht, wenn man ein Stück Magnesium daran befestigt?
  • Wie kann man feststellen, welche Stoffe in Lebensmitteln enthalten sind?
  • Wieso löst sich Kalk in Zitronensäure auf?
  • Wie könnten leistungsfähige Batterien der Zukunft aussehen?
  • Warum bildet Methan pro erzeugter Energieeinheit weniger Kohlendioxid als Kohle?
  • Wie funktioniert ein Abgaskatalysator?
  • Warum braucht eine Reaktion, die im Sinne der Thermodynamik theoretisch freiwillig abläuft, erst eine Aktivierung?

Übrigens

Rund 85 Millionen Handys in Deutschland werden nicht mehr benutzt. Sie enthalten Edelmetalle wie Palladium, Kupfer, Kobalt, Silber und Gold. Der Gesamtwert beträgt etwa 136 Millionen Euro.

War dieser Artikel hilfreich?
Chemie studieren
Bewertung: 3,4/5 (50 Votes)