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2019 / 20
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Über das Fach

Chemie studieren

Chemiker beschäftigen sich mit der Herstellung und den Eigenschaften von Stoffen.
Ein Artikel von Daniel Kastner

Chemie studieren
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Chemie

Darum geht es

Chemische Prozesse laufen ständig und überall ab: in Solarzellen oder Handyakkus, in Pflanzen und im menschlichen Körper. Chemiker untersuchen Reaktionen zwischen Molekülen in der Natur und vollziehen sie im Labor nach. Auf dieser Grundlage entwickeln sie neue Materialien, Verfahren und Wirkstoffe, die zum Beispiel in Brennstoffzellen, Medikamenten oder Reinigungsmitteln zum Einsatz kommen. »Als Chemiker beschäftigen wir uns mit Gegenwartsproblemen wie der Abgasreinigung in Dieselfahrzeugen und mit Zukunftsfragen wie der Ernährung der Weltbevölkerung«, sagt Arno Pfitzner, Professor an der Uni Regensburg und Sprecher der Konferenz der Fachbereiche Chemie. Aktuell forschen Chemiker etwa an neuen Methoden der Wasserspaltung zur Energiegewinnung, an Treibstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen und an künstlicher Photosynthese. Und sie versuchen herauszufinden, wie Kunststoffe sich so zersetzen lassen, dass sie nicht als Mikroplastik in der Umwelt und unseren Körpern landen.

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So läuft das Studium ab

In den ersten vier Semestern befassen sich die Studierenden vor allem mit Organischer, Anorganischer, Physikalischer und Analytischer Chemie. Sie lernen, welche Eigenschaften die Elemente im Periodensystem haben und wie grundlegende Reaktionen ablaufen. Sie beschäftigen sich mit Verbindungen mit und ohne Kohlenstoff, mit Redox-Reaktionen und Säure-Base-Gleichgewichten, mit Thermodynamik und Bindungslehre. Mathematik und Physik gehören ebenfalls dazu. In den Vorlesungen werden häufig chemische Experimente vorgeführt – im Labor lernen die Studierenden parallel dazu praktisch, wie man Massen und Volumina bestimmt, Substanzen herstellt und aus welchen Bestandteilen sich Stoffgemische zusammensetzen. Dabei arbeiten sie mit Reagenzglas, Pipette und Bunsenbrenner, verwenden Farbstoffe und üben den Umgang mit ätzenden oder giftigen Verbindungen. »Chemie ist eine größtenteils experimentelle Wissenschaft. Deshalb gehört die praktische Arbeit bis zum Studienende dazu«, sagt Wolfram Koch, Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Zu den Versuchen verfassen die Studierenden Protokolle und werten die Ergebnisse am Computer aus. Dabei spielen Digitalisierung und Big Data eine wichtige Rolle – denn die Ergebnisse sollen auch für Dritte auffindbar und verwertbar sein. Ab dem fünften Semester wählen die Studierenden eigene Schwerpunkte – etwa Materialwissenschaft oder Atmosphärenchemie. Oft können sie dann schon ein erstes eigenes Forschungsprojekt beginnen.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie stellt man fest, welche Stoffe in Lebensmitteln enthalten sind?
  • Wie kann man im Trinkwasser Spuren von Verunreinigungen nachweisen?
  • Warum schmilzt Eis, wenn es mit Salz gemischt wird?
  • Wie könnten leistungsfähige Batterien der Zukunft aussehen?
  • Wie lassen sich Phosphate aus Kläranlagen zurückgewinnen?
  • Wie kann man mit sichtbarem Licht eine chemische Reaktion antreiben?
  • Wie stellt man Emulsionen her?

Das Fach passt zu dir, wenn...

… du neben der Freude am Experimentieren auch handwerkliches Geschick mitbringst. »Die Studierenden müssen lernen, Experimente sinnvoll aufzubauen und nachher alles fachgerecht zu reinigen«, sagt Arno Pfitzner. Teamarbeit ist im Labor die Regel. Mindestens ebenso wichtig wie die praktische Arbeit sind abstraktes und analytisches Denken sowie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Man braucht außerdem Frustrationstoleranz, Disziplin und Durchhaltevermögen. »Gerade am Anfang ist das Pensum heftig«, sagt Arno Pfitzner. Und es kann vorkommen, dass ein Experiment nicht gelingt.

Gibt es einen NC?

Nur rund ein Drittel der Studiengänge ist mit einem Numerus clausus belegt. An besonders gefragten Universitäten kann dieser NC im Einserbereich liegen.

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