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Soziale Arbeit studieren

In der sozialen Arbeit geht es darum, Menschen zu helfen – im Alltag genauso wie in Problemsituationen.
Ein Artikel von Kathrin Fromm. Mitarbeit: Daniel Kastner

Soziale Arbeit studieren
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Soziale Arbeit

Darum geht es

Sie unterstützen Behinderte dabei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, oder helfen Kindern und Jugendlichen, die in Schwierigkeiten stecken: Sozialarbeiter und Sozialpädagogen (beide Berufsbezeichnungen sind üblich) unterstützen andere Menschen dabei, ihren Alltag zu bewältigen. »Das gilt für sämtliche Bevölkerungsgruppen«, sagt Peter Schäfer, Vorsitzender des Fachbereichstags Soziale Arbeit und Professor an der Hochschule Niederrhein. »Sie arbeiten zum Beispiel mit Suchtkranken, helfen Schulschwänzern dabei, sich wieder in den Unterricht einzugliedern, oder begleiten Flüchtlinge bei Behördengängen.« Den Studiengang gibt es an staatlichen und privaten Hochschulen, insbesondere von kirchlichen Trägern, aber auch an einigen Unis. Das Studium ist interdisziplinär, das heißt: Es umfasst auch pädagogische, soziologische, psychologische, politikwissenschaftliche, betriebswirtschaftliche und medizinische sowie rechtliche Aspekte. Empirische Grundlagen und Forschungsmethoden stehen ebenfalls auf dem Lehrplan. Die Studenten lernen, wie man Daten erhebt und interpretiert, oder üben im Rollenspiel, wie man Konflikte bewältigt oder Familienstreitigkeiten schlichtet. Zum Studium zählen auch Praktika und Praxisprojekte. Um die staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter zu erhalten, müssen die Studenten mindestens 100 Tage praktische Erfahrung in sozialen Einrichtungen, Vereinen oder Behörden nachweisen. Je nach Bundesland und teils auch innerhalb eines Bundeslandes sind die Voraussetzungen für die Anerkennung unterschiedlich geregelt. An den meisten Hochschulen ist die Praxisphase bereits in das Bachelorstudium integriert, zum Teil wird ein Anerkennungsjahr nach dem Abschluss absolviert.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Soziale Arbeit

  • Interesse an sozialwissenschaftlichen und -politischen Themen
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Teamfähigkeit
  • soziales / gesellschaftliches Engagement, erste Erfahrungen im sozialen Bereich
  • Vorerfahrung durch Praktika oder Berufsausbildung
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

Eignung, Hürden, Irrtümer

Im Berufsalltag begegnen Sozialarbeiter häufig Menschen, die sich als gescheitert erleben. Ihnen müssen sie wirkungsvolle Möglichkeiten aufzeigen, sich selbst zu helfen. Dafür brauchen sie Hilfsbereitschaft und Einfühlungsvermögen, sie müssen gut zuhören können und anderen Menschen begegnen, ohne deren Lebensentwürfe abzuwerten. »Wichtig sind zudem ein gewisses Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit, komplexe Situationen zu verstehen und damit umzugehen«, sagt Schäfer. Und nicht zuletzt müssten Sozialarbeiter lernen, »eine gute Balance zwischen menschlicher Nähe und professioneller Distanz zu entwickeln«, betont er. Die Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte sei wichtig. Studenten sollten sich daher mit dem Thema Supervision beschäftigen. Wer plant, Soziale Arbeit zu studieren, sollte früh den Kontakt zur Praxis suchen. »Mit Menschen arbeiten zu wollen reicht allein als Voraussetzung für eine professionelle Arbeit nicht aus«, sagt Schäfer. Ein Teil der Studenten hat vorher eine Ausbildung gemacht, etwa als Erzieher oder Heilerziehungspfleger. Allen anderen empfiehlt Schäfer einen Freiwilligendienst oder ein Praktikum vor Studienbeginn. Oft setzen die Hochschulen dies sogar voraus. Das Studium der Sozialen Arbeit ist praxisnah, beinhaltet aber auch theoretische und methodische Grundlagen. Immer wieder spielen auch Gesetze und Verordnungen eine Rolle. An den meisten Hochschulen ist das Studium zulassungsbeschränkt. Der Numerus clausus liegt häufig im Zweierbereich.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie fördert das Jugendamt Familien und junge Menschen im Alltag?
  • Was sind die Aufgaben von Streetworkern?
  • Wie bringt man Menschen dazu, Hilfsangebote anzunehmen?
  • Was versteht man unter einer posttraumatischen Belastungsstörung?
  • Wie kann man auch bei schwierigen Fällen die nötige Distanz wahren?
  • Was ist eine Betreuung, wie läuft sie ab?
  • In welchem Verhältnis steht Soziale Arbeit zur Freiwilligenarbeit?

Übrigens

Als Vorläuferin der Sozialarbeit gilt die mittelalterliche Armenfürsorge, um die sich vor allem die Klöster und die Zünfte kümmerten.

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