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Über das Fach

Soziale Arbeit studieren

In der sozialen Arbeit geht es darum, Menschen zu helfen – im Alltag genauso wie in Problemsituationen.
Ein Artikel von Antonia Kelloms

Soziale Arbeit studieren
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Soziale Arbeit

Darum geht es

Viele Jugendämter sind überlastet, und das wirkt sich auch auf die Soziale Arbeit aus: Die Nachfrage nach Sozialarbeitern ist groß. Sie helfen aber nicht nur Kindern und Jugendlichen, die in Schwierigkeiten stecken oder Fragen haben, sondern unterstützen zum Beispiel auch Behinderte dabei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, arbeiten mit Suchtkranken oder helfen Flüchtlingen bei Behördengängen und der Integration. Sozialarbeiter und Sozialpädagogen (beide Berufsbezeichnungen sind üblich) unterstützen andere Menschen dabei, ihren Alltag zu bewältigen. Das Studium ist interdisziplinär, das heißt: Es umfasst auch pädagogische, soziologische, psychologische, politikwissenschaftliche, betriebswirtschaftliche, medizinische sowie rechtliche Aspekte. Den Studiengang gibt es an staatlichen und privaten Hochschulen, insbesondere von kirchlichen Trägern, aber auch an einigen Universitäten. Manche Hochschulen, wie die Evangelische Hochschule Ludwigsburg, bieten das Studium der Sozialen Arbeit mit einem internationalen Schwerpunkt an. Diese Ausrichtung soll den Absolventen später dabei helfen, mit Migranten in Deutschland zu arbeiten.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Soziale Arbeit

  • Interesse an sozialwissenschaftlichen und -politischen Themen
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Teamfähigkeit
  • soziales / gesellschaftliches Engagement, erste Erfahrungen im sozialen Bereich
  • Vorerfahrung durch Praktika oder Berufsausbildung
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

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So läuft das Studium ab

Zu Beginn des Studiums lernt man wissenschaftliches Arbeiten. Empirische Grundlagen und Forschungsmethoden stehen auf dem Lehrplan, etwa wie man Daten erhebt und interpretiert. Im Rollenspiel üben Studierende, Konflikte zu bewältigen oder Familienstreite zu schlichten. Ab dem zweiten oder dritten Semester wird geschaut: Was macht das Jugendamt? Wie gelingt die Arbeit mit Migranten oder Menschen mit Behinderung? Zum Studium zählen auch Praktika und Praxisprojekte. An vielen Hochschulen finden sie im vierten Semester statt. Um die staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter zu erhalten, müssen die Studierenden mindestens 100 Tage praktische Erfahrung in sozialen Einrichtungen, Vereinen oder Behörden nachweisen. Je nach Bundesland und teils auch innerhalb eines Bundeslandes sind die Voraussetzungen für die Anerkennung unterschiedlich geregelt. Das Thema der Bachelorarbeit können die Studierenden frei wählen. Hinterher fangen die meisten an zu arbeiten. Man kann aber auch einen Master dranhängen, zum Beispiel für Schulsozialarbeit oder für Psychosoziale Beratung und Mediation.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie fördert das Jugendamt Familien und junge Menschen im Alltag?
  • Was sind die Aufgaben von Streetworkern?
  • Wie bringt man Menschen dazu, Hilfsangebote anzunehmen?
  • Was versteht man unter einer posttraumatischen Belastungsstörung?
  • Wie kann man die nötige Distanz wahren?
  • In welchem Verhältnis steht Soziale Arbeit zur Freiwilligenarbeit?
  • Wie kann das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung gelingen?
  • Wie können Menschen respektvoller miteinander umgehen?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du hilfsbereit und einfühlsam bist, denn das ist wichtig im Beruf. Sozialarbeiter begegnen häufig Menschen, die sich als gescheitert erleben. Ihnen müssen sie Möglichkeiten aufzeigen, sich selbst zu helfen. Man muss zuhören können, komplexe Situationen verstehen, und man braucht Durchsetzungsvermögen. Es ist wichtig, die Balance zu halten zwischen menschlicher Nähe und professioneller Distanz. Auch mit Rückschlägen müssen Sozialarbeiter klarkommen. »Wenn die Dinge für den Schützling nicht so laufen, wie man sich das vorstellt, kann das frustrieren«, sagt Peter Schäfer, Vorsitzender des Fachbereichstags Soziale Arbeit und Professor an der Hochschule Niederrhein. Fürs Studium ist wichtig, dass man sich auch mit Theorien, Paragrafen und der Geschichte des Fachs beschäftigt. Es ist nicht nur praxisnah. Wer keine Ausbildung etwa als Erzieher oder Heilerziehungspfleger mitbringt, sollte vorher einen Freiwilligendienst oder ein Praktikum machen, um zu testen, ob der Beruf ihm liegt.

Gibt es einen NC?

Rund zwei Drittel der Studiengänge sind zulassungsbeschränkt. Manche Hochschulen setzen ein passendes Berufspraktikum voraus.

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