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Über das Fach

BWL

Betriebswirte untersuchen, wie Unternehmen funktionieren.
Ein Artikel von Lisa Srikiow. Mitarbeit: Katja Bosse

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Darum geht es

Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) untersucht, wie die Abteilungen eines Unternehmens zusammenspielen, wie man Unternehmen steuert und was sie erfolgreich macht. Dafür betrachten Betriebswirte auch die Bedingungen, mit denen Unternehmen konfrontiert sind: Wie viele Konkurrenten mit welchen Stärken oder Schwächen gibt es? Welche staatlichen Regelungen muss man beachten? Nicht alles, was später im Firmenalltag wichtig ist, kann im Lehrplan stehen. Doch die Studenten »erwerben Basiskompetenzen, die es ihnen ermöglichen, sich immer wieder in verschiedene und neue Aufgaben eines Unternehmens einzuarbeiten«, sagt Hans Klaus, BWL-Professor an der FH Kiel. In den ersten Semestern bekommen sie einen Überblick über Teilgebiete wie Produktion, Vertrieb, Marketing, Management und Personalwesen. Sie beschäftigen sich mit Buchführung und lernen, wie man einen Jahresabschluss erstellt und richtig liest. Hinzu kommen juristische Grundlagen sowie Mathe und Statistik. Auch ein Einblick in Volkswirtschaft gehört dazu. In vielen Studiengängen setzt man in der zweiten Hälfte des Studiums Schwerpunkte und konzentriert sich auf ein Teilgebiet, etwa Personalmanagement, Marketing oder Finanzen. Sämtliche FHs, inzwischen aber auch mehr als 50 Prozent der Unis, sehen im Bachelorstudium Praxisphasen von drei bis sechs Monaten vor. »Wenn das nicht der Fall ist, kann es lohnen, sich für Praktika ein Semester Zeit zu nehmen, um die Zusammenhänge zu erfassen und einen Einblick in den Berufsalltag zu bekommen«, rät Susanne Homölle, Professorin an der Uni Rostock und Vorstandsvorsitzende des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätentags.

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach BWL

  • Affinität zur Mathematik und mathematische Vorkenntnisse
  • Interesse an (betriebs-)wirtschaftlichen Themen / (betriebs-)wirtschaftliches Grundverständnis
  • Internationale, interkulturelle Aufgeschlossenheit / Interesse an internationalen Themen
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Teamfähigkeit
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

Eignung, Hürden, Irrtümer

BWL-Studenten sollten sich für das aktuelle Wirtschaftsgeschehen interessieren. »Wer sich den neuesten James-Bond-Film nicht wegen der Handlung, sondern wegen der dort platzierten Produkte anschaut und sich beim Tanken Gedanken über die Preisschwankungen macht, liegt mit BWL richtig«, sagt der Bamberger BWL-Professor Thomas Egner. Gerade in den ersten Semestern muss man viel Stoff bewältigen und Durchhaltevermögen beweisen. Dafür ist das Fach abwechslungsreich und vielfältig. Um Mathematik und Englisch kommt man nicht herum. Außerdem sollte man Kommunikationstalent mitbringen, denn als Betriebswirt muss man im Team arbeiten, Chancen erkennen und andere für seine Produkte und Ideen gewinnen. Für einen Teil der BWL-Studiengänge gibt es einen NC, der je nach Hochschule unterschiedlich ausfällt. Die Spanne ist groß: Manche Universitäten verlangen eine Eins vor dem Komma, bei anderen reicht ein Dreierschnitt. An den Fachhochschulen gibt es auch zahlreiche BWL-Studiengänge ganz ohne NC.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Welche digitalen Geschäftsmodelle gibt es?
  • Wie findet man heraus, ob es eine Nachfrage für ein neues Produkt gibt?
  • Wie motiviert man Mitarbeiter?
  • Welcher Führungsstil eignet sich für ein Unternehmen?
  • Wie sehen die Distributionswege der Zukunft aus?
  • Wie bringt man das Produkt zum Kunden?
  • Woher bekommt eine Firma Kapital?
  • Wie verfasst man einen Businessplan zur Unternehmensgründung?
  • Wie formuliert man eine Strategie für ein Unternehmen – und wie setzt man sie um?
  • Welche Rechtsform wählt man für welches Unternehmen?
  • Wie kann man das Reputationsrisiko bei ethischen Verfehlungen verringern?
  • Wie verändert E-Commerce bestehende Geschäftsmodelle?
  • Wie kann man die Qualität von Produkten und Dienstleistungen messen?
  • Wie liest man eine Bilanz?

Übrigens

Für ein Vertragsmodell, das Managergehälter nicht mehr an die Gewinne des Unternehmens knüpft, sondern an ihre Leistung, haben die Forscher Bengt Holmström und Oliver Hart den Wirtschaftsnobelpreis 2016 bekommen.

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