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Volkswirte befassen sich mit großen wirtschaftlichen Zusammenhängen.
Ein Artikel von Lisa Srikiow. Mitarbeit: Katja Bosse

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Darum geht es

Armut und Reichtum, Wachstum und Beschäftigung: In der Volkswirtschaftslehre (VWL) geht es um große wirtschaftliche Zusammenhänge. VWLer untersuchen dabei sowohl die Wirtschaftssysteme einzelner Staaten als auch staatenübergreifende Wirtschafts- und Währungsräume wie zum Beispiel die Euro-Zone. In den ersten Semestern lernen die Studenten die Grundlagen von Mikroökonomie und Makroökonomie, Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft. Mikroökonomische Modelle befassen sich damit, wie Entscheidungen einzelner Akteure (dazu zählen Haushalte und Unternehmen, aber auch Staaten) zusammenspielen und die Märkte beeinflussen. Makroökonomische Modelle thematisieren gesamtwirtschaftliche Phänomene wie Wachstum oder Arbeitslosigkeit. An vielen Hochschulen zählen auch BWL-Grundlagen zum VWL-Studium. In den höheren Semestern wählen die Studenten Schwerpunkte wie Finanzwissenschaft, Internationale Wirtschaft, Gesundheits- oder Industrieökonomik. Mathematische Methoden spielen eine große Rolle, denn Volkswirte arbeiten oft mit Modellen. Die Studenten bekommen zum Beispiel zwei Funktionen: Eine beschreibt die Nachfrage nach einem Produkt in Abhängigkeit vom Preis, die andere die Kosten der produzierenden Unternehmen in Abhängigkeit von der Menge. Dann errechnen sie, welche Unternehmen das Produkt zu welchem Preis anbieten. Statistische Methoden sind ebenfalls wichtig, um Studien zu verstehen und eigene Berechnungen durchzuführen. Die Fragestellungen der Volkswirtschaft sind oft international, schließlich werden verschiedene Volkswirtschaften verglichen. Immer häufiger finden Veranstaltungen auf Englisch statt, manchmal heißt der Studiengang sogar Economics. »Im Englischen sollte man sicher sein. Fachliteratur und die wichtigen Forschungsjournale erscheinen auf Englisch«, sagt Alexander Karmann, Professor für Volkswirtschaftslehre an der TU Dresden. Ein Auslandssemester sei zwar keine Pflicht, aber sinnvoll.

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach VWL

  • Interesse an (betriebs-)wirtschaftlichen und ökonomischen Themen und (betriebs-)wirtschaftliches und ökonomisches Grundverständnis
  • Affinität zur Mathematik und mathematische Vorkenntnisse
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

Eignung, Hürden, Irrtümer

Wer die Diskussion über die ökonomischen Folgen des Brexits genauso aufmerksam verfolgt wie die Nachrichten zu Ceta, für den könnte ein Volkswirtschaftsstudium spannend sein. Interesse allein reicht allerdings nicht. »Um komplexe Zusammenhänge wie die internationale Finanzkrise oder die Vertragsbeziehungen zwischen Krankenversicherungen und Patienten nachzuvollziehen, muss man analytisch denken und braucht mathematische Methoden. Daran sollte man Spaß haben«, sagt Alexander Karmann. Zwar bemühen sich die Dozenten oft, den Stoff zu veranschaulichen, doch gerade in den ersten Semestern geht es vor allem um theoretische Grundlagen. Disziplin benötigen Studenten nicht nur für die Mathematik, sondern auch, um die Fülle an Grundlagenstoff zu bewältigen. An rund zwei Dritteln der Unis gibt es für das Fach einen Numerus clausus, der meist im Zweierbereich liegt.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Was sind die Quellen wirtschaftlichen Wachstums?
  • Wie werden Angebot und Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen bestimmt?
  • Wie errechnet man gesellschaftlichen Wohlstand?
  • Welche Auswirkungen hat die neue amerikanische Wirtschaftspolitik auf den internationalen Handel?
  • Wie kann Griechenland seine Schuldenkrise meistern?
  • Welche Folgen haben Monopole?
  • Was ist ein Pareto-Optimum?
  • Warum ist es für eine Versicherung schwierig, eine Person zu versichern, deren Verhalten sie nicht genau beobachten kann?

Übrigens

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat untersucht, welche Finanzstandorte vom Brexit profitieren würden. Ganz vorn liegt Frankfurt. Dort sind sogar noch zwölf Prozent der Büroflächen frei.

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