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Über das Fach

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Volkswirte befassen sich mit großen wirtschaftlichen Zusammenhängen.
Ein Artikel von Maria Retter

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VWL

Darum geht es

Ist Entwicklungshilfe immer gut oder kann sie auch schaden? Wie kann eine Regierung die Arbeitslosigkeit bekämpfen? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Volkswirtschaftslehre (VWL). Es geht um große wirtschaftliche Zusammenhänge in einzelnen Staaten und darüber hinaus in staatenübergreifenden Wirtschaftsräumen wie zum Beispiel der Eurozone. Studierende analysieren ökonomische Zusammenhänge und erklären sie. Daraus lassen sich auch Prognosen für die Zukunft erstellen, deshalb können Volkswirte sowohl in der Privatwirtschaft als auch in der Politik Arbeit finden. Wie einzelne Akteure Entscheidungen treffen, wird im Rahmen der Mikroökonomie betrachtet, gesamtwirtschaftliche Vorgänge wie Arbeitslosigkeit und Wachstum bei der Makroökonomie. Diese beiden Aspekte sind die Säulen der Volkswirtschaft. VWL ist im Vergleich zu anderen wirtschaftlichen Studienrichtungen deutlich theoretischer und abstrakter. Während BWLer sich in Zeiten eines Wirtschaftsabschwungs darüber Gedanken machen, ob Mitarbeiter entlassen werden müssen, denken VWLer grundsätzlicher darüber nach, warum es der Wirtschaft schlecht geht und welche Folgen das hat. »VWL ist eine Art zu denken«, sagt Ivo Bischoff, Professor für VWL an der Universität Kassel und stellvertretender Vorsitzender des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätentags. »In den letzten Jahren hat sich der Fokus der wirtschaftspolitischen Diskussion weg von der Steuer- und Rentenpolitik und hin zu internationalen Themen wie Migration und Globalisierung verschoben«, sagt Bischoff.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach VWL

  • Interesse an (betriebs-)wirtschaftlichen und ökonomischen Themen und (betriebs-)wirtschaftliches und ökonomisches Grundverständnis
  • Affinität zur Mathematik und mathematische Vorkenntnisse
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

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So läuft das Studium ab

Man beginnt mit den Grundlagen: Mikro- und Makroökonomik, Wirtschaftspolitik, Statistik, Mathematik sowie Ökonometrie, die Lehre der Anwendung der Statistik auf ökonomische Fragen. In den höheren Semestern vertiefen die Studierenden ihre Kenntnisse, etwa in Finanzwissenschaft oder Industrieökonomik. Dann geht es zum Beispiel um Einnahmen und Ausgaben des Staates, um Monopolkontrolle und Sozialpolitik.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Kann die Wirtschaft immer weiter wachsen?
  • Warum zahlen wir Steuern?
  • Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung?
  • Bringt Protektionismus Industriejobs zurück?
  • Wie kann das Rentensystem langfristig erhalten bleiben?
  • Ist Hartz IV gerecht?
  • Warum werden die Reichen immer reicher?
  • Warum ist Wettbewerb wichtig?
  • Wie werden Angebot und Nachfrage nach wirtschaftlichen Gütern bestimmt?
  • Wie errechnet man gesellschaftlichen Wohlstand?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... »du Interesse an gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen hast«, sagt Bischoff. Egal ob Finanzblase, Schuldenkrise, Bankenkrach, Euro-Misere oder Arbeitslosigkeit: Den Wirtschaftsteil in der Zeitung sollte man als VWLer nicht überblättern. Studienanfänger werden früh in eine mathematisch-abstrakte Modellwelt eingeführt. Es dauert etwas, bis man tatsächlich zu den Anwendungen des Stoffs kommt. Disziplin benötigen Studierende, um die Fülle an Grundlagenstoff zu bewältigen. Wichtig zu wissen, bevor man das Fach wählt: In der VWL geht es nicht nur um Finanzpolitik. In der Verhaltensökonomie spielt beispielsweise Philosophie eine große Rolle. Es geht immer auch um Menschen, die Entscheidungen treffen – hier fließen soziologische Inhalte mit ein.

Gibt es einen NC?

An rund 60 Prozent der Unis gibt es einen Numerus clausus. Oft liegt er im Zweierbereich.

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