1. Was soll ich studieren?
  2. CHE Hochschulranking
  3. Fächer
  4. VWL
CHE Hochschulranking
 
Über das Fach

VWL studieren

Volkswirte befassen sich mit großen wirtschaftlichen Zusammenhängen.
Ein Artikel von Lisa Srikiow. Mitarbeit: Johanna Ritter

VWL studieren
Rankingergebnisse für
VWL

Darum geht es

Wie entsteht Arbeitslosigkeit? Warum werden die Reichen immer reicher? Wer sind die Verlierer der Globalisierung? In der Volkswirtschaftslehre (VWL) geht es um große wirtschaftliche Zusammenhänge in einzelnen Staaten und darüber hinaus in staatenübergreifenden Wirtschaftsräumen wie zum Beispiel der Eurozone. In den ersten Semestern lernen die Studenten die Grundlagen von Mikroökonomik und Makroökonomik, Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft. Mikroökonomische Modelle befassen sich damit, wie einzelne Akteure wirtschaftliche Entscheidungen treffen und wie ihr Zusammenspiel Märkte beeinflusst. Sie bilden auch die Grundlage für makroökonomische Modelle, die gesamtwirtschaftliche Phänomene wie Wachstum und Arbeitslosigkeit thematisieren. In allen Fächern arbeiten Volkswirte mit mathematischen Modellen. An vielen Hochschulen zählen auch BWL-Grundlagen zum VWL-Studium. In den höheren Semestern vertiefen die Studenten ihre Kenntnisse, etwa in Finanzwissenschaft oder Industrieökonomik. Dann geht es zum Beispiel darum, wie Staaten mit Steuern die Wirtschaft beeinflussen oder welche Auswirkungen Mietpreise und Zölle haben. Oder sie untersuchen, ob sich Akteure auf Märkten immer rational verhalten. Statistische Methoden sind in allen Fächern wichtig, um Studien zu verstehen und eigene Ergebnisse zu errechnen. Im Englischen sollte man sicher sein. »In der Wissenschaft wird auf Englisch kommuniziert. Fachliteratur und Forschungsjournale erscheinen auf Englisch«, sagt Ivo Bischoff, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Kassel und stellvertretender Vorsitzender des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätentags. Ein Auslandssemester sei zwar keine Pflicht, aber sinnvoll.

Anzeige
Weiterführende Informationen
Alle Rankingergebnisse für das Fach VWL
Anzeige

Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach VWL

  • Interesse an (betriebs-)wirtschaftlichen und ökonomischen Themen und (betriebs-)wirtschaftliches und ökonomisches Grundverständnis
  • Affinität zur Mathematik und mathematische Vorkenntnisse
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

Eignung, Hürden, Irrtümer

Wer die Debatte um das Grundeinkommen genauso verfolgt wie die Enthüllungen um Steueroasen, für den könnte VWL spannend sein. »Interesse an sozialen und wirtschaftlichen Fragen ist wichtig. Ideal ist es, wenn man dies mit einem Talent für analytisches Denken und Spaß an mathematischen Methoden verbindet. Man sollte jedenfalls keine Abneigung gegen Mathematik haben«, sagt Ivo Bischoff. In Einführungs- und Brückenkursen kann man sein Wissen auffrischen. Zwar bemühen sich die Dozenten oft, den Stoff zu veranschaulichen, doch in den ersten Semestern bleibt es häufig theoretisch und abstrakt. Disziplin benötigen Studenten nicht nur für Mathematik, sondern auch, um die Fülle an Grundlagenstoff zu bewältigen. An rund zwei Dritteln der Unis gibt es einen Numerus clausus. Meist liegt dieser NC im Zweierbereich.

Suchmaschine für Studiengänge
Alle Studiengänge für VWL deutschlandweit
Studiengänge finden

Typische Fragestellungen des Fachs

  • Was sind die Quellen wirtschaftlichen Wachstums?
  • Wie werden Angebot und Nachfrage nach wirtschaftlichen Gütern bestimmt?
  • Wie errechnet man gesellschaftlichen Wohlstand?
  • Welche Folgen hat der Brexit?
  • Wie kann Griechenland seine Schuldenkrise meistern?
  • Welche Folgen haben Monopole?
  • Was ist ein Pareto-Optimum?
  • Warum ist es für eine Versicherung schwierig, eine Person zu versichern, deren Verhalten sie nicht genau beobachten kann?
  • Gefährdet die Nullzinspolitik der Zentralbanken sichere Renten?
  • Welche internationale Wettbewerbspolitik braucht man angesichts riesiger Konzerne wie Facebook, Google & Co?
  • Werden Computer uns bald die Arbeit abnehmen?

Übrigens

Ob man für das Alter vorsorgt oder in Aktien investiert, liegt nicht nur an rationalen Abwägungen. Vielmehr wird der Mensch Opfer eigener Schwächen. Das hat der US-Ökonom Richard Thaler gezeigt und dafür den Nobelpreis erhalten.

War dieser Artikel hilfreich?
VWL studieren
Bewertung: 3,8/5 (75 Votes)