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2019 / 20
CHE Hochschulranking
 
Über das Fach

Mathematik studieren

Mathematik ist, wenn das Rechnen aufhört und das Denken anfängt.
Ein Artikel von Daniel Kastner

Mathematik studieren
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Mathematik

Darum geht es

Mathematiker lösen Probleme und beweisen oder widerlegen Vermutungen, die sich im Alltag ergeben. »Mathematik ist ein lebendiges Fach«, sagt Herold Dehling, Sprecher der Konferenz der Mathematischen Fachbereiche und Professor an der Universität Bochum. Denn immer wieder stellen Mathematiker neue Thesen auf und entwickeln sie weiter. So wie Peter Scholze, ein 31-jähriger Mathematiker aus Bonn, der für seine Überlegungen zu »perfektoiden Räumen« 2018 die Fields-Medaille erhielt, den »Nobelpreis der Mathematik«. Tatsächlich ist Mathe keine bloße Zahlenwissenschaft, sondern sie stellt logische Regeln auf und bietet die »Sprache«, mit der sich die anderen Naturwissenschaften verständigen können. In einer Welt, die immer komplexer wird und immer stärker von Zahlen und Daten geprägt ist, wächst das Arbeitsfeld der Mathematiker. Mathematik spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Smartphones, selbstfahrenden Autos oder künstlicher Intelligenz, beim Versicherungstarif, in der Logistik oder bei der Verkehrsplanung. »Wer Mathe studiert, hat beste Jobchancen«, sagt Herold Dehling.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Mathematik

  • Affinität zur Mathematik / mathematische Vorkenntnisse
  • Interesse an der Auseinandersetzung mit Theorien
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

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So läuft das Studium ab

Alles baut auf Analysis und Linearer Algebra auf. Zwei bis drei Semester lang beschäftigen sich die Studierenden in Grundlagenvorlesungen mit Differenzial- und Integralrechnung, linearen Gleichungssystemen, Matrizen und Vektorräumen. Sie lernen, die präzise Logik des Fachs zu beherrschen und zum Beispiel zwischen »notwendigen« und »hinreichenden« Bedingungen zu unterscheiden. Viele Unis schreiben auch Programmierpraktika vor – dabei gilt es vor allem, mathematisch zu beweisen, dass ein Programm tut, was es tun soll. Im zweiten Studienjahr kommen Stochastik und Numerik hinzu. Auch partielle Differenzialgleichungen werden durchgenommen, ebenso wie mathematische Modellierung. Dabei müssen die Studierenden die besten Lösungen für verschiedene Probleme finden, etwa wie sie in einem Verkehrsverbund Fahrpläne optimal takten können und wann sie wo wie viele Züge und wie viel Personal einsetzen müssen. Im dritten Jahr belegen sie Vertiefungsmodule wie Kryptografie oder Zahlentheorie. An den meisten Unis gehört außerdem ein Nebenfach dazu, zum Beispiel Physik, Informatik oder sogar Philosophie. Es empfiehlt sich, während des Mathestudiums ein Praktikum zu machen – etwa bei einer Statistikbehörde, in einer Bank, bei einer Versicherung oder einer Unternehmensberatung.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie lassen sich Informationen so verschlüsseln, dass man den Code nur schwer knacken kann?
  • Was unterscheidet endlich- und unendlich- dimensionale Vektorräume?
  • Warum kann man die Menge der reellen Zahlen nicht abzählen?
  • Warum gibt es unendlich viele Primzahlen?
  • Was hat ein Münzwurf mit der Gauß’schen Glockenkurve zu tun?
  • Welche Funktion ergibt die beste Näherung an gegebene Messwerte?
  • Wie berechnet man die Prämie einer Lebensversicherung?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du Freude am abstrakten Denken hast. Wer Mathe studiert, muss Aufgaben lösen, die auf den ersten Blick unlösbar scheinen. Das erfordert Leidenschaft und Disziplin. Zwar hat man anfangs nicht viele Vorlesungen, dafür verbringt man eine Menge Zeit damit, Übungsblätter zu bearbeiten. »Gerade im ersten Jahr ist Mathematik ein enorm hartes Studium«, sagt Herold Dehling. Er empfiehlt, sich mit anderen zu einer Lerngruppe zusammenzuschließen und vor Studienbeginn einen Mathevorkurs zu besuchen. Anders als in der Schule geht es selten um konkrete Rechenbeispiele. Stattdessen hat man es mit Definitionen und Beweisen zu tun und mit einer Formelsprache aus Variablen, Konstanten und Funktionen.

Gibt es einen NC?

Nur rund ein Fünftel der Studiengänge ist mit einem NC belegt. Im Lehramt gibt es manchmal noch einen NC im Zweier- oder Dreierbereich.

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