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Über das Fach

Germanistik studieren

Die Germanistik erforscht deutsche Sprache und Literatur.
Ein Artikel von Gabriele Meister. Mitarbeit: Manuel Opitz

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Germanistik

Darum geht es

Vom mittelalterlichen Nibelungenlied bis zum literarischen Blog, vom Tagebuch bis zum Comic – das Spektrum der Germanistik ist breit. Im Lehramtsstudium umfasst es die Teildisziplinen Sprachwissenschaft, Ältere deutsche Literatur und Neuere deutsche Literatur sowie Sprach-, Literatur- und Mediendidaktik. Andere Studierende können sich auf einzelne Bereiche spezialisieren. Dazu passend heißen die Studiengänge dann zum Beispiel »Germanistische Sprachwissenschaft« oder »Germanistik: Sprache, Literatur, Medien«. In der Literaturwissenschaft lernt man unter anderem, wie Erzählen funktioniert und was lyrische Sprache oder Theaterstücke besonders macht. Die Sprachwissenschaft, auch Linguistik genannt, erforscht zum Beispiel die Bedeutung von Wörtern (Morphologie) und Sätzen (Syntax), untersucht Sprache aber auch als Kommunikationsmedium. Digitale Forschungsmethoden spielen eine immer größere Rolle, etwa wenn Wissenschaftler mit Algorithmen die sprachlichen Muster in großen Textmengen analysieren. Absolventen arbeiten unter anderem in Verlagen, Kommunikationsabteilungen und kulturellen Einrichtungen.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Germanistik

  • Interesse an Sprache
  • Interesse an Literatur / Lesefreude und -bereitschaft
  • Interesse an Geschichte / historische Grundkenntnisse
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz und Textverständnis)
  • Argumentations- / Diskussionsfähigkeit
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • gute Deutschkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17.

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So läuft das Studium ab

Die Studierenden wählen in der Regel zwischen einem sprach- und einem literaturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Wer Germanistik auf Lehramt studiert, lernt Grundlagen in allen Disziplinen der Germanistik. In der Älteren deutschen Literatur untersucht man geistliche und weltliche Literatur aus dem Mittelalter. Die Neuere deutsche Literatur beginnt im späten 16. Jahrhundert und reicht bis zur heutigen »Twitteratur«. Die Studierenden beschäftigen sich etwa mit den Themen und Schreibstrategien verschiedener Autoren in ihren jeweiligen historischen Kontexten oder vergleichen Texte mit Verfilmungen. An vielen Unis beinhaltet der Studiengang Elemente vergleichender Literaturwissenschaft. Dabei wird zum Beispiel interpretiert, in welchem Kontext ein bestimmtes Werk zur »Weltliteratur« steht. In der Sprachwissenschaft geht es um grammatische Formen und ihre Funktionen sowie um Dialekte und Soziolekte, womit der Sprachgebrauch einer sozialen Gruppe gemeint ist, etwa Jugendsprache. Auch Mehrsprachigkeit kann Thema sein oder die kritische Betrachtung von Metaphern wie »Corona-Welle«.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Was sind Neologismen?
  • Welche Rolle spielen Autorinnen in der deutschen Romantik?
  • Wie verändert die Digitalisierung die Kulturtechniken Lesen und Schreiben?
  • Wie können Schülerinnen und Schüler ihr Sprachrepertoire in der Schule erweitern?
  • Wie unterscheidet sich das Frühwerk von Thomas Mann von seinem Spätwerk?
  • Welche Auswirkungen haben Romane auf Gesellschaftsbilder?
  • Was ist multimodale Kommunikation?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du dich dafür interessierst, wie Sprache, Kultur und Identität zusammenhängen und dich auch dafür begeistern kannst, Sprache und Literatur wissenschaftlich zu untersuchen. Wer Deutsch als Muttersprache hat und meint, dass Germanistik deshalb einfacher sei als Anglistik oder Romanistik, liegt falsch. Es geht darum, Sprache zu analysieren und Sprachtheorien zu verstehen, und das ist anspruchsvoll. Manche tun sich schwer, einerseits in eine Romanwelt einzutauchen und sich andererseits wissenschaftlich mit dem Textaufbau und den literarischen Vorlagen auseinanderzusetzen. Auch die analytische Herangehensweise der Sprachwissenschaft kann herausfordernd sein. Außerdem sollte man gut Englisch können, weil viel Forschungsliteratur auf Englisch verfasst ist. »Je mehr Sprachen man beherrscht, desto besser, weil man dadurch auch Literatur im Original lesen kann«, sagt Elvira Topalović, Professorin für Germanistische Sprachdidaktik an der Uni Paderborn und Vorsitzende der Gesellschaft für Hochschulgermanistik im DGV.

Gibt es einen NC?

Einige Unis fordern Sprachnachweise in Fremdsprachen wie Englisch oder Latein, teils als Zulassungsvoraussetzung oder bis zum Ende des Bachelors. Nur eine Minderheit der Unis hat einen NC, oft liegt er zwischen Zwei und Drei.