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2019 / 20
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Über das Fach

Germanistik studieren

Germanisten befassen sich mit deutscher Sprache und Literatur.
Ein Artikel von Gabriele Meister

Germanistik studieren
Rankingergebnisse für
Germanistik

Darum geht es

Vom Hildebrandslied aus dem 9. Jahrhundert bis zum Bestseller, vom Werbetext bis zur Literaturverfilmung – das Spektrum der Germanistik ist weit und umfasst die Teildisziplinen Sprachwissenschaft, Ältere deutsche Literatur und Neuere deutsche Literatur. Letztere werden unter »Literaturwissenschaft« zusammengefasst. Dabei wird zum Beispiel gefragt, wie Erzählen funktioniert, welche Besonderheiten lyrische Sprache aufweist oder was ein Theaterstück ausmacht. Die Sprachwissenschaft, auch Linguistik genannt, konzentriert sich auf systematische Aspekte von Sprache wie Wortbildung und Syntax, untersucht Sprache aber auch als Kommunikationsmedium. In der Germanistik spielen digitale Forschungsmethoden eine immer größere Rolle, etwa wenn man enorme Textmengen auf bestimmte sprachliche Muster hin analysiert. Trotzdem: In den allermeisten Berufen von Germanisten sind solche Methoden noch nicht so wichtig. Sie arbeiten unter anderem in Verlagen, Kommunikationsabteilungen und kulturellen Einrichtungen.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Germanistik

  • Interesse an Sprache
  • Interesse an Literatur / Lesefreude und -bereitschaft
  • Interesse an Geschichte / historische Grundkenntnisse
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz und Textverständnis)
  • Argumentations- / Diskussionsfähigkeit
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • gute Deutschkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

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So läuft das Studium ab

In den ersten Semestern werden in Einführungsveranstaltungen die Grundlagen der drei Hauptdisziplinen vermittelt. In der Älteren deutschen Literatur untersucht man geistliche und weltliche Literatur aus dem Mittelalter. Die Neuere deutsche Literatur beginnt im späten 16. Jahrhundert und reicht bis zu heutigen literarischen Blogs. Die Studierenden beschäftigen sich mit den Themen und Schreibstrategien verschiedener Autoren in ihren jeweiligen historischen Kontexten oder vergleichen Texte mit Verfilmungen. An vielen Universitäten beinhaltet dieses Fach Elemente vergleichender Literaturwissenschaft. In der Sprachwissenschaft geht es um grammatische Formen und ihre Funktionen, um Dialekte und Soziolekte und um die Verwendung von Metaphern wie »Flüchtlingstsunami« oder »Asyltourismus« in öffentlichen Diskursen. Im Laufe des Bachelors entscheidet man sich für eine der drei Hauptdisziplinen als Schwerpunkt, an manchen Unis geht das von Beginn an.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Lesen und schreiben wir in einer digitalen Welt anders?
  • Wann kann Literatur die Welt verändern?
  • Welches Gesellschaftsbild prägt die Romane von Thomas Mann?
  • Warum entwickeln Jugendliche eigene Sprachformen?
  • Lässt sich Literatur im Museum darstellen?
  • Wie verändert Migration die Literatur?
  • Wie lassen sich Adjektive klassifizieren?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du wissen willst, »wie Sprache die Menschen beeinflusst und Identitäten herausbildet, zum Beispiel durch die Ursprungserzählung eines Volkes oder die Rede eines Politikers«, sagt Mark-Georg Dehrmann, Professor für Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für Hochschulgermanistik. Wer Deutsch als Muttersprache hat und meint, dass ein Germanistikstudium deswegen einfacher sei als ein anderes Sprachstudium wie Anglistik oder Romanistik, der liegt falsch. Schließlich ist der Theorieanteil noch höher, weil die sprachpraktischen Kurse wegfallen. Manchem Studierenden bereitet es Schwierigkeiten, einerseits in die Romanwelt einzutauchen und sich andererseits distanziert mit dem Textaufbau und den literarischen Vorlagen zu beschäftigen. Auch kommen nicht alle Studierenden mit der analytischen Herangehensweise der Sprachwissenschaft auf Anhieb klar. Vielleicht überraschend: Man sollte Englisch können, denn auch in der Germanistik ist die Forschungsliteratur nicht selten auf Englisch. Einige Unis fordern den Nachweis von Englischkenntnissen und einer weiteren Fremdsprache, manche fordern auch Lateinkenntnisse.

Gibt es einen NC?

Wer Germanistik studieren will, hat gute Chancen auf einen Platz, wenn auch nicht unbedingt an seinem Wunschort. Rund ein Drittel der Universitäten hat einen Numerus clausus, der allerdings häufig nur zwischen 2 und 3 liegt.

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