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Anglistik / Amerikanistik studieren

Anglisten beschäftigen sich mit englischer Sprache, Literatur und Kultur.
Ein Artikel von Oliver Burgard. Mitarbeit: Gabriele Meister

Anglistik / Amerikanistik studieren
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Anglistik / Amerikanistik

Darum geht es

Sie lesen Shakespeare und Margaret Atwood oder untersuchen, wie in Südafrika und Indien Englisch gesprochen wird: Anglisten und Amerikanisten beschäftigen sich wissenschaftlich mit der Sprache, Literatur und Kultur englischsprachiger Gesellschaften. Der Fokus der Anglisten richtet sich auf Großbritannien und die früheren Kolonien. Amerikanisten haben vor allem die USA und Kanada, mancherorts auch die karibischen Inseln im Blick. Meist werden Anglistik und Amerikanistik in Kombination angeboten, häufig als »English and American Studies« oder »British and American Studies«. In der Regel untergliedert sich das Studium in Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft und Sprachpraxis. In der Sprachwissenschaft lernen die Studenten, wie die englische Sprache aufgebaut ist und verwendet wird, untersuchen ihre historische Entwicklung und gehen der Frage nach, wie sich das Englisch in verschiedenen Regionen und zwischen sozialen Gruppen unterscheidet. In der Literaturwissenschaft lernen sie die Epochen mit ihren Gattungen kennen – vom altenglischen »Beowulf« bis hin zu Comics, Graphic Novels oder aktuellen Filmen. In der Kulturwissenschaft geht es darum, wie Kultur, Gesellschaft und Identität zusammenhängen, etwa wie Geschlechterrollen in Disneyfilmen dargestellt werden. In den sprachpraktischen Kursen übt man Konversation oder schreibt Essays auf Englisch.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Anglistik / Amerikanistik

  • Interesse an Literatur / Lesefreude und -bereitschaft
  • Interesse an Kultur
  • Internationale, interkulturelle Aufgeschlossenheit / Interesse an internationalen Themen
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz und Textverständnis)
  • Argumentations- / Diskussionsfähigkeit
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • gute Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

Eignung, Hürden, Irrtümer

Das erste Semester ist für manche Anglistik- und Amerikanistikstudenten eine Überraschung. »Viele Studienanfänger erwarten, dass sie vor allem an ihren Sprachkenntnissen arbeiten, beschäftigen sich aber die meiste Zeit mit den theoretischen Grundlagen der Sprach- und Literaturwissenschaft «, sagt Volker Gast, Direktor des Instituts für Amerikanistik/Anglistik an der Universität Jena. Hilfreich – wenn auch nicht zwingend – ist es, schon vor dem Studium englischsprachige Zeitungen zu lesen, Filme und Serien in der Originalversion zu schauen oder eine längere Zeit im Ausland zu verbringen. Während des Studiums ist ein Auslandsaufenthalt dringend zu empfehlen und oft auch vorgeschrieben. Studienanfänger sollten sehr gute englische Sprachkenntnisse mitbringen sowie Begeisterung für die englische Sprache und Kultur. Neben dem Sprachlichen spielen im Studium vor allem Filme und neue Medien eine immer größere Rolle. Anglisten analysieren zum Beispiel die Rolle von Tweets im politischen Diskurs. »Die Anglistik deckt sprachlich und kulturell praktisch die ganze Welt ab. Der Umgang mit Vielfalt und Variation ist daher ein zentraler Aspekt unseres Fachs«, sagt Volker Gast. Je nach Uni gibt es auch Verbindungen zu anderen Wissenschaften wie Psychologie, etwa wenn man untersucht, wie Kinder sprechen lernen. Die meisten Unis haben keinen NC. Gibt es einen, liegt er in der Regel bei Zwei. Meistens wird das Latinum oder eine zweite Fremdsprache (neben Englisch) verlangt. Manche Unis führen außerdem einen Eignungstest durch.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Warum und wie hat sich die englische Sprache seit dem Mittelalter verändert?
  • Wie schlagen sich ethnische Konflikte in Sprache, Literatur und Film nieder?
  • Warum gibt es oft alternative Vergangenheitsformen, wie »dreamed« und »dreamt«?
  • Wie haben die neuen Medien den politischen Diskurs verändert?
  • Wie lernen Kinder Englisch, und unterscheidet sich das von anderen Sprachen?
  • Warum wurde ausgerechnet Englisch zu einer Weltsprache?
  • Wie beschreibt man Erzählstrukturen?
  • Wer schrieb die Werke von Shakespeare?

Übrigens

J.R.R. Tolkien, der Autor von »The Lord of the Rings«, lehrte Alt- und Mittelenglisch in Oxford und schrieb auch ein mittelenglisches Wörterbuch.

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