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Psychologie studieren

Psychologie erkundet das Erleben und Verhalten von Menschen.
Ein Artikel von Florian Schumann. Mitarbeit: Gabriele Meister.

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Psychologie

Darum geht es

Können Männer manches besser als Frauen und umgekehrt? Ähneln sich Eltern und ihre Kinder wegen der Erziehung oder weil sie die gleichen Gene haben? Kann eine Psychotherapie die Persönlichkeit von Menschen verändern? In einem Psychologiestudium lernt man, solche und andere Fragen zu untersuchen und die Ergebnisse einzuschätzen, indem man wissenschaftliche Studien zugrunde legt. Birgit Spinath ist Professorin an der Universität Heidelberg und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Sie sagt: »Es geht uns vor allem darum, wie Menschen fühlen, denken und lernen und wie daraus Verhalten entsteht.« Dabei kombinieren Psychologen immer häufiger verschiedene Messmethoden, um physiologische Reaktionen darzustellen. Smartwatches etwa können dabei helfen, herauszufinden, wie gestresst jemand gerade ist. Mithilfe solcher Datensammlungen können sich Psychologen ein umfassenderes Bild von der Stimmungslage einer Person machen.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Psychologie

  • Interesse am Umgang mit Menschen
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Englischkenntnisse)

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

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So läuft das Studium ab

Ein Psychologie-Bachelor dauert in der Regel sechs bis acht Semester. Zu Beginn erhalten die Studierenden einen Überblick: Allgemeine Psychologie steht genauso auf dem Programm wie Sozialpsychologie oder Differentielle Psychologie, die sich mit Unterschieden zwischen Menschen beschäftigt. Auch Entwicklungspsychologie wird behandelt, bei der es darum geht, wie sich Menschen im Laufe ihres Lebens verändern. Weitere Themengebiete sind Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie sowie Arbeits- und Organisationspsychologie. Die Studierenden lernen, Tests zu entwickeln, etwa zum Thema Selbstwertgefühl. Das geht nicht ohne methodisches Wissen: In Statistik lernen die angehenden Psychologen unter anderem, wie man Daten erhebt, auswertet und welche Kriterien wissenschaftliche Studien erfüllen müssen. Auch ein Pflichtpraktikum gehört in der Regel zum Studium, etwa in einer Klinik, bei einer Erziehungsberatung, in einer Personalabteilung oder in der Forschung. Ein Masterabschluss ist Standard. Wer hinterher in der Psychotherapie arbeiten will, muss folgende Neuerungen beachten: Für den Bachelor sollte er oder sie einen Studiengang wählen, der auf jeden Fall für den Master in Psychotherapie qualifiziert. Bei Studiengängen an staatlichen Universitäten, die »Psychologie B.Sc.« heißen, ist dies der Fall. Bei privaten Anbietern oder vielen anderen Studiengängen sollte man genau hinschauen, bevor man sich einschreibt. Nach dem Bachelor folgt für angehende Psychotherapeuten der Master mit Schwerpunkt »Klinische Psychologie und Psychotherapie«. Mit dem Masterabschluss erhalten sie gleichzeitig die Zulassung (Approbation) für die Arbeit als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut. Nach diesem Master kann man sich, ähnlich wie bei der Facharztausbildung, weiterqualifizieren und zum Beispiel auf die Therapie von Kindern spezialisieren. Die Regelung, dass man auch mit anderen Studienabschlüssen, etwa in Pädagogik, zur Psychotherapeutenausbildung zugelassen wird, ist abgeschafft. »Durch die Reform wurde die Ausbildung für Psychotherapeuten vereinheitlicht und verbessert «, sagt Birgit Spinath. »Außerdem kostet sie jetzt nicht mehr einige Zehntausend Euro, so wie früher.« Die Masterabsolventen bekommen während ihrer Weiterbildung nun sogar ein kleines Gehalt.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Was passiert im Gehirn, wenn wir Probleme lösen?
  • Was sagt ein Facebook-Profil über die Persönlichkeit?
  • Gibt es kulturelle Unterschiede im Erleben?
  • Wie entwickelt man einen Fragebogen, und wie wertet man ihn aus?
  • Was motiviert uns bei der Arbeit?
  • Wie wirkt Gewalt in Medien auf die Psyche des Betrachters?
  • Wie überwinden Geflüchtete ein Trauma?
  • Was sind die kognitiven Grundlagen, wenn wir von »wir«, »die anderen« oder »ich« sprechen?
  • Wie lassen sich Persönlichkeitsstörungen klassifizieren?
  • Wie entstehen Bindung, Moral und Identität?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du neugierig bist und dich für Menschen interessierst. »Für Psychologie reicht es aber nicht, sich gut in Menschen einfühlen zu können«, sagt Birgit Spinath. Vielmehr komme es darauf an, hartnäckig zu sein und logisch denken zu können. Bei Psychologie denken viele nur an Psychotherapie, doch darum geht es zu Beginn gar nicht. Alle Studierenden lernen erst einmal die Grundlagen. »Wer mit dem Anspruch kommt, sofort Menschen helfen zu können, wird enttäuscht sein«, sagt Spinath. Viele sind überrascht davon, wie viel Statistik sie lernen müssen. Dabei sind Mathekenntnisse von Vorteil. Auch gutes Englisch sollte man mitbringen, um die Fachliteratur verstehen zu können. Bei der Wahl dieses Studiengangs sollte die Hauptmotivation nicht sein, eigene Probleme lösen zu wollen. Studierende müssen stabil genug ein, um sich zu hinterfragen, auch vor anderen in einer Gruppe. Mit 74 Prozent hat die Psychologie übrigens einen noch höheren Frauenanteil als Medizin, Zahnmedizin oder Pharmazie.

Gibt es einen NC?

Fürs Psychologiestudium gibt es einen NC. An staatlichen Unis braucht man in aller Regel ein Einser-Abi. Zusätzlich werden viele Hochschulen in den kommenden Jahren Eignungstests einführen. Ausnahme: An der Fern-Uni Hagen hat Psychologie keinen Numerus clausus. Wegen des Andrangs gibt es immer mehr Studienangebote an privaten Hochschulen. Sie verlangen jedoch teils hohe Gebühren und qualifizieren nicht unbedingt für eine Ausbildung zum Psychotherapeuten.