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Über das Fach

Erziehungswissenschaft studieren

Erziehungswissenschaftler befassen sich mit Bildungsfragen in allen Altersgruppen.
Ein Artikel von Kathrin Fromm. Mitarbeit: Daniel Kastner

Erziehungswissenschaft studieren
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Erziehungswissenschaft

Darum geht es

Wer Erziehungswissenschaft oder Pädagogik (wie das Fach auch genannt wird) studiert, beschäftigt sich zunächst mit Grundbegriffen wie Bildung, Erziehung und Sozialisation sowie den dazugehörigen Theorien. Die Studenten befassen sich auch mit verschiedenen Formen des pädagogischen Handelns, zum Beispiel Erziehen, Unterrichten und Beraten. Sie lernen dabei Handlungsmethoden, das Handwerkszeug eines Erziehungswissenschaftlers. Dazu gehören Gruppenarbeit, familientherapeutische Maßnahmen, Einzelfallhilfen oder didaktische Ansätze der Erwachsenenbildung. Die Studenten beschäftigen sich außerdem mit den Forschungsmethoden des Fachs. Sie lernen zum Beispiel, wie man eine Gruppendiskussion führt oder wie Pisa und andere Bildungsstudien funktionieren. An den meisten Unis bekommen die Studenten Einblicke in Fächer wie Psychologie, Soziologie und Recht. Ein Praxisprojekt oder Praktikum, etwa in einem Hort oder in der Behindertenhilfe, ist häufig ebenfalls Teil des Studiums. Das Fach Erziehungswissenschaft ist sehr vielfältig, die Unis bieten unterschiedliche Themenfelder an, auf die man sich spezialisieren kann. Manche konzentrieren sich auf die Erwachsenenbildung, andere auf die Sozialpädagogik, die sich – ähnlich wie die Soziale Arbeit – vor allem mit Menschen in Problemsituationen beschäftigt. In jüngster Zeit bieten Hochschulen außerdem verstärkt die Pädagogik der frühen Kindheit als Schwerpunkt an. Einen, manchmal auch zwei Schwerpunkte wählen die Studenten ab dem dritten Semester. »Um die richtige Entscheidung zu treffen, rate ich dazu, sich die Zielgruppe vorzustellen, mit der man später einmal arbeiten will«, sagt Hans-Christoph Koller, Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Erziehungswissenschaft

  • Interesse an der Auseinandersetzung mit Theorien
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Argumentations- / Diskussionsfähigkeit
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

Eignung, Hürden, Irrtümer

Erziehungswissenschaftler sollten Freude an der Arbeit mit Menschen haben, sich aber auch für Theorie interessieren, denn pädagogisches Handeln beruht nicht auf Rezepten, die man einfach immer wieder anwendet – dafür sind Personen, Gruppen und Situationen zu verschieden. Außerdem verändern sich die Rahmenbedingungen ständig. »In zehn Jahren könnte der Arbeitsalltag eines Pädagogen ganz anders aussehen als heute«, sagt Hans-Christoph Koller. Ein theoretisches Fundament helfe den Studenten, sich darauf einzustellen und mit neuen Herausforderungen kreativ umzugehen. Viele glauben, Erziehungswissenschaft sei nur etwas für angehende Lehrer. Richtig ist: Zur Lehrerausbildung gehört auch Erziehungswissenschaft, doch wer sich für ein rein erziehungswissenschaftliches Studium entscheidet, beschäftigt sich vor allem mit Bildung und Erziehung außerhalb des Unterrichts. In den vielen Studiengängen gibt es einen NC, der oft im Einser- oder Zweierbereich liegt.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie werden die Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft – Erziehung, Sozialisation und Bildung – definiert?
  • Wie kann man die Idee der Inklusion konkret an Schulen umsetzen?
  • An welchen Erziehungszielen sollte sich pädagogisches Handeln orientieren?
  • Welche Folgen hat eine Privatisierung von Schulen und Universitäten?
  • Wie bringt man Erwachsenen Lesen und Schreiben bei, die es in der Schule nicht richtig gelernt haben?
  • Welche Chancen bietet die Digitalisierung im Bildungswesen?

Übrigens

Die Azubis des Automobilzulieferers Continental lernen nach Methoden, die an die Reformpädagogik erinnern. Statt nur Befehlsempfänger zu sein, sollen sie Erlerntes weitergeben – an Gleichaltrige, aber auch an ältere Kollegen.

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