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Über das Fach

Erziehungswissenschaft

Erziehungswissenschaftler befassen sich mit Bildungsfragen in allen Altersgruppen.
Ein Artikel von Kathrin Fromm. Mitarbeit: Lisa Srikiow

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Erziehungswissenschaft

Erziehungswissenschaft studieren:
Darum geht es

Erziehung ist nicht nur etwas für Eltern. Viele große Denker haben über Erziehung geschrieben, von Platon über Jean-Jacques Rousseau bis zu Theodor W. Adorno. Wer Erziehungswissenschaft oder Pädagogik (wie das Fach auch genannt wird) studiert, beschäftigt sich zunächst mit Grundbegriffen wie Bildung, Erziehung und Sozialisation sowie den dazugehörigen Theorien. Die Studenten befassen sich auch mit verschiedenen Formen des pädagogischen Handelns, zum Beispiel Erziehen, Unterrichten und Beraten, sowie mit den Forschungsmethoden des Fachs. Dabei lernen sie zum Beispiel, wie man einen Moderationsleitfaden entwickelt oder wie Pisa und andere Bildungsstudien funktionieren. Außerdem geht es um Handlungsmethoden, also das Handwerkszeug eines Erziehungswissenschaftlers. Dazu gehören Gruppenarbeit, familientherapeutische Maßnahmen, Einzelfallhilfen oder didaktische Ansätze der Erwachsenenbildung. An den meisten Unis erhalten die Studenten auch Einblicke in verwandte Fächer wie Psychologie, Soziologie und Recht. Ein Praxisprojekt oder ein Praktikum, etwa in einem Kinderhort, bei einem Bildungswerk oder in der Behindertenhilfe, ist häufig ebenfalls Teil des Studiums. Das Fach Erziehungswissenschaft ist sehr vielfältig, die Unis bieten unterschiedliche Themenfelder an, auf die man sich spezialisieren kann. Manche konzentrieren sich etwa auf die frühe Kindheit, andere auf Erwachsenenbildung oder auf die Sozialpädagogik, die sich – ähnlich wie die Soziale Arbeit – vor allem mit Menschen in Problemsituationen beschäftigt. Ein Blick ins Modulhandbuch hilft sich zu orientieren. Einen, manchmal auch zwei Schwerpunkte wählen die Studenten ab dem dritten Semester. »Um die richtige Entscheidung zu treffen, rate ich dazu, sich die Zielgruppe vorzustellen, mit der man später einmal arbeiten will«, sagt der Hamburger Professor für Erziehungswissenschaft Hans-Christoph Koller.

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach Erziehungswissenschaft

  • Interesse an der Auseinandersetzung mit Theorien
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Argumentations- / Diskussionsfähigkeit
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

Eignung, Hürden, Irrtümer

Erziehungswissenschaftler sollten Freude an der Arbeit mit Menschen haben, sich aber auch für Theorie interessieren, denn pädagogisches Handeln beruht nicht auf Rezepten, die man einfach immer wieder anwendet – dafür sind Personen und Gruppen zu verschieden. Außerdem verändern sich die Rahmenbedingungen ständig. »In zehn Jahren könnte der Arbeitsalltag eines Erziehungswissenschaftlers ganz anders aussehen als heute«, sagt Hans-Christoph Koller. Ein theoretisches Fundament helfe den Studenten, sich darauf einzustellen. Viele glauben, Erziehungswissenschaft sei nur etwas für angehende Lehrer. Richtig ist: Zur Lehrerausbildung gehört auch Erziehungswissenschaft, doch wer sich für ein rein erziehungswissenschaftliches Studium entscheidet, beschäftigt sich vor allem mit Bildung und Erziehung außerhalb der Schule. In den meisten Studiengängen gibt es einen NC, der oft im Einser- oder Zweierbereich liegt.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie werden die drei Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft – Erziehung, Sozialisation und Bildung – definiert?
  • Wie setzt man die Idee der Inklusion konkret an Schulen um?
  • Welche Herausforderungen und Chancen bieten neue Technologien beim Lernen?
  • Wie fördert man Kinder mit Fluchterfahrung?
  • Welche Stufen der kognitiven Entwicklung sind entscheidend beim Lernen?
  • Welche Folgen hat eine Privatisierung von Schulen und Universitäten?
  • Wie wirkt sich soziale Ungleichheit auf Bildungsprozesse aus?
  • Wie bringt man Erwachsenen Lesen und Schreiben bei, die es in der Schule nicht richtig gelernt haben?

Übrigens

Jedes Kind hat von Geburt an eine eigene Persönlichkeit und ein eigenes Lerntempo, erklärte die ungarische Kinderärztin Emmi Pikler bereits in den 1930er-Jahren.

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