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2019 / 20
CHE Hochschulranking
 
Über das Fach

Biologie studieren

Biologen erforschen alles, was lebt.
Ein Artikel von Daniel Kastner

Biologie studieren
Rankingergebnisse für
Biologie / Biowissenschaften

Darum geht es

Vom Bakterium bis zum Blauwal, von der Amöbe bis zur Zitterpappelkolonie »Pando« in Utah, die als größter Organismus der Welt gilt: Biologen befassen sich mit allem, was lebendig ist. Sie untersuchen die Beziehungen der Lebewesen untereinander und ihre Wechselwirkungen mit der Umwelt. Die Bandbreite des Fachs ist riesig. Biologen erkunden tierische und pflanzliche Organismen, beobachten, wie Lebewesen sich an ihren Lebensraum anpassen und wie sie auf veränderte Umweltbedingungen wie den Klimawandel reagieren. Sie arbeiten mit der »Gen-Schere«, mit der sich die DNA gezielt verändern lässt, oder tragen im »Human Cell Atlas« Informationen über jede einzelne menschliche Körperzelle zusammen. Big Data spielt schon lange eine wichtige Rolle, allein bei der Genom-Sequenzanalyse eines Menschen bekommen Biologen es etwa mit Milliarden Basenpaaren zu tun. Auch auf anderen Fachgebieten werden die Arbeitsgeräte besser und präziser: Mit der Kryo-Elektronenmikroskopie zum Beispiel gelingen dreidimensionale Aufnahmen – etwa von Virenhüllen – im Nanometerbereich.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Biologie / Biowissenschaften

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Interesse an Natur und Umwelt
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

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So läuft das Studium ab

Am Anfang stehen Grundlagen aus den Fächern Chemie, Physik und Mathematik auf dem Stundenplan sowie die klassischen Disziplinen der Biologie: Zoologie, Botanik, Genetik, Zell- und Entwicklungsbiologie, Evolutionsbiologie, Mikrobiologie und Ökologie. Im Labor legen die Studierenden Zellkulturen an, vervielfältigen Erbmaterial oder färben Chromosomen ein; in Mikroskopierkursen lernen sie, verschiedene Zelltypen voneinander zu unterscheiden, und zeichnen Querschnitte von Blättern und Wurzeln; im zoologischen Grundpraktikum, dem sogenannten Schnippelkurs, schneiden sie Würmer, Frösche und Fische auf, um deren Anatomie zu verstehen. Ohne echtes Gewebe gehe es dabei nicht, sagt Alois Palmetshofer, Sprecher der Konferenz biologischer Fachbereiche. »Eine Computersimulation ersetzt niemals die Arbeit mit Händen und Augen.« Es gelte, eigene Erfahrungen zu machen: »Wenn man einen Lymphknoten isolieren soll und danebenschneidet, ist das Material kaputt. Und vielleicht sieht dieser Lymphknoten auch anders aus und liegt anders als im idealtypischen Modell.« An fast allen Hochschulen werden Grundlagen der Bioinformatik und der Systembiologie vermittelt. Zu jedem Studium gehören außerdem Pflichtexkursionen, sei es ins Umland der Uni, in die Alpen oder nach Thailand. Meist vom vierten Semester an setzen die Studierenden eigene Schwerpunkte, etwa in Neurobiologie oder Biotechnologie. Die möglichen Themen variieren von Uni zu Uni. Spätestens bei der Bachelorarbeit arbeiten sie in wissenschaftlichen Gruppen mit: an der Uni, in anderen Forschungseinrichtungen oder der Industrie. Oft gehen sie auch für ein paar Monate ins Ausland.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie kommunizieren Zellen miteinander?
  • Wie wirkt sich das Insektensterben aus?
  • Welchen Prinzipien folgt die Evolution?
  • Wie entstehen Tumoren?
  • Wie ist die Artenvielfalt auf der Erde zu erklären, und wie kann man sie erhalten?
  • Wo liegen die Möglichkeiten und Risiken im Genom-Editing für die Gentherapie?
  • Wie lässt sich der Wettlauf zwischen neuen Antibiotika und Resistenzen gewinnen?

Das Fach passt zu dir, wenn...

… du Tiere, Menschen und Pflanzen erforschen möchtest und bereit bist, dich mit großen Stoffmengen auseinanderzusetzen. Ein Grundverständnis für Mathe, Chemie und Physik hilft sehr, denn zum Studium gehören auch Differenzialrechnung, elektrochemische Potenziale und Optik. Pipettieren und Zeichnen erfordern Fingerspitzengefühl, der Umgang mit Organismen Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt. Außerdem solltest du bereit sein, dich ethischen Fragen zu stellen – etwa ob man Embryonen per Gen-Schere gegen HIV resistent machen darf.

Gibt es einen NC?

Rund 70 Prozent der Studiengänge haben einen NC. Dieser liegt meist im Zweierbereich.

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