1. Was soll ich studieren?
  2. CHE Hochschulranking
  3. Fächer
  4. Medizin
NEU
2019 / 20
CHE Hochschulranking
 
Über das Fach

Humanmedizin studieren

Mediziner lernen alles über Krankheiten und wie man sie behandelt.
Ein Artikel von Florian Schumann

Humanmedizin studieren
Rankingergebnisse für
Medizin

Darum geht es

»Arzt zu sein ist mehr als ein Job«, sagt Heyo Kroemer, Professor an der Uni Göttingen und Präsident des Medizinischen Fakultätentags: »Die Menschen vertrauen einem ihr höchstes Gut an: ihre Gesundheit.« Medizinstudierende beschäftigen sich mit den Ursachen von Krankheiten und möglichen Behandlungsmethoden. Dabei verändert sich das Wissen ständig. »Heute kann man bestimmte Leukämieformen praktisch aus einer Plastiktüte heilen«, sagt Kroemer. Er bezieht sich damit auf eine neue Immuntherapie, bei der Abwehrzellen gentechnisch darauf abgerichtet werden, Krebszellen zu attackieren. Die Immunzellen werden den Patienten aus einem Infusionsbeutel verabreicht. Solche Methoden sind nur möglich geworden, weil man immer besser versteht, wie Krankheiten auf molekularer Ebene entstehen. Dieses neuartige Wissen ist genauso Teil des Medizinstudiums, wie es klassische Fähigkeiten sind, etwa die Krankheitsgeschichte eines Patienten zu erfragen oder ihn gründlich zu untersuchen. Mit einem Abschluss in Medizin hat man viele Möglichkeiten. Man kann Nachtdienste auf der Intensivstation machen, eine Kinderarztpraxis eröffnen oder auch als Radiologe tätig sein.

Anzeige
Weiterführende Informationen
Alle Rankingergebnisse für das Fach Medizin

Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Medizin

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Teamfähigkeit
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

Anzeige

So läuft das Studium ab

Das Medizinstudium dauert in der Regel 13 Semester. Im ersten Studienabschnitt, der »Vorklinik«, geht es um naturwissenschaftliche Grundlagen wie Physiologie, Anatomie und Biochemie. Hinzu kommen Laborpraktika und ein Präparierkurs, bei dem die Studierenden an Leichen lernen, wie der Körper strukturiert ist. Nach der ersten Ärztlichen Prüfung nach vier Semestern folgt der klinische Abschnitt mit 21 Disziplinen (von Allgemeinmedizin bis Chirurgie) und 14 fächerübergreifenden Themen wie Rehabilitation und Epidemiologie. In den Semesterferien macht man insgesamt vier Monate Praktika. Die meisten Unis versuchen, die Trennung zwischen (theoretischer) Vorklinik und (praktischer) Klinik aufzuheben und die Studierenden früh mit Patienten in Kontakt zu bringen. Besonders weit ist man mit diesen Bemühungen in Modellstudiengängen, etwa in Berlin, Aachen oder Augsburg. Nach fünf Jahren folgt die zweite Ärztliche Prüfung. Im letzten Studienjahr, dem Praktischen Jahr, arbeiten die Studierenden im Krankenhaus oder in einer Praxis. Es folgt eine mündlich-praktische Prüfung. Die Facharztausbildung nach dem Studium dauert noch einmal fünf bis sieben Jahre.

Suchmaschine für Studiengänge
Alle Studiengänge für Medizin deutschlandweit
Studiengänge finden

Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie sind Körperzellen aufgebaut, und welche Funktionen übernehmen sie?
  • Welche Arterien zweigen von der Aorta ab?
  • Was sind typische Symptome bei einem Herzinfarkt?
  • Welche Diagnosen kommen bei Unterbauchschmerzen infrage?
  • Wie erklärt man einem Patienten seine Diagnose und kommt gemeinsam zu einer Therapieentscheidung?
  • Wie behandelt man ein Kind mit Scharlach?
  • Wie liest man eine wissenschaftliche Studie, und welche Schlüsse zieht man daraus für die Praxis?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du ein großes Interesse am menschlichen Körper hast, dich für Menschen interessierst und gut kommunizieren kannst. Außerdem sollte man leistungsbereit sein: »Gerade am Anfang müssen Medizinstudenten sehr viel auswendig lernen«, sagt Kroemer. Während andere Studierende oft erst am Ende eines Semesters Prüfungen haben, schreiben Mediziner schon davor Klausuren. Es gibt aber kaum Abbrecher. »Die meisten wissen, worauf sie sich einlassen«, sagt Kroemer. Und: »Das Studium ist schaffbar.« Beim Lernen ist im Vorteil, wer schon in der Schule gut in den Naturwissenschaften war. Manche Unis bieten Brückenkurse an, um den Einstieg in Chemie und Biologie zu erleichtern.

Gibt es einen NC?

Ja. Der Numerus clausus liegt in aller Regel im Einserbereich. Zurzeit wird die Zulassung reformiert.

War dieser Artikel hilfreich?
Humanmedizin studieren
Bewertung: 3,7/5 (81 Votes)