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Über das Fach

Zahnmedizin studieren

Die Zahnmedizin widmet sich allen Krankheiten im Mund.
Ein Artikel von Florian Schumann. Mitarbeit: Gabriele Meister.

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Zahnmedizin

Darum geht es

Zahnschmerzen, blutendes Zahnfleisch, Probleme mit dem Kiefergelenk – Erkrankungen im Mundraum sind Gegenstand der Zahnmedizin. Die Ursachen für die Erkrankungen können allerdings ganz verschieden sein: »Zahnfleischbluten kann auftreten, wenn jemand seine Zähne schlecht putzt. In seltenen Fällen kann es aber auch ein Symptom von Leukämie sein«, sagt Robert Sader, Professor aus der Zahnmedizin der Universität Frankfurt am Main und Präsident der Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Deshalb ist es für Zahnmediziner wichtig, nicht nur den Mundbereich, sondern den ganzen Körper gut zu kennen. Auch über Wechselwirkungen von Medikamenten müssen sie Bescheid wissen, zum Beispiel wenn ältere Patienten Gerinnungshemmer schlucken.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Zahnmedizin

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Technikinteresse / technisches Grundverständnis
  • räumliches, dreidimensionales Vorstellungsvermögen
  • manuelle Geschicklichkeit, Feinmotorik
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

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So läuft das Studium ab

Das Studium ist überall gleich aufgebaut und dauert zehn Semester plus vier bis sechs Monate für das dritte Staatsexamen. Insgesamt läuft es handwerklicher ab als bei Medizinern, weil man von Anfang an mit Modellen übt und zum Beispiel Kronen oder Prothesen formt. Ab dem Wintersemester 2020 sieht der Studienablauf so aus: Bis zum ersten Staatsexamen (früher: »Physikum«) nach dem vierten Semester sitzen Zahn- und Humanmediziner oft gemeinsam im Hörsaal und pauken Naturwissenschaften. Daneben belegen Zahnmediziner auch Kurse in Zahntechnik, Prophylaxe und Prävention. Das fünfte und sechste Semester wird als »Phantomjahr« bezeichnet, weil die Studierenden an Köpfen aus Kunststoff üben, wie man Zähne präpariert und Füllungen legt. Es schließt mit dem zweiten Staatsexamen ab. Ab dem siebten Semester steht im Wesentlichen die Patientenbehandlung auf dem Stundenplan. Hinzu kommen weitere zahnmedizinische und auch medizinische Fächer wie Pathologie oder Notfallmedizin. Nach dem zehnten Semester folgt das dritte Staatsexamen, in dem die Prüfer neben der Patientenbehandlung auch Wissen etwa aus Pharmakologie und Mikrobiologie bewerten. Mit dem Examen darf man sofort ohne weitere Aufsicht als Zahnärztin oder Zahnarzt arbeiten. Um mit den Kassen abrechnen zu können, muss man sich aber noch zwei Jahre weiterbilden. Außerdem gibt es Weiterbildungen für angehende Kieferorthopäden und Oralchirurgen. Immer mehr Zahnärzte arbeiten angestellt in Gemeinschaftspraxen oder Versorgungszentren.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie funktionieren Kauen, Schlucken, Sprechen im Bereich der Mundhöhle?
  • Wie kann man einen verloren gegangenen Zahn ersetzen?
  • Welche Rolle spielen Bakterien bei der Entstehung von Karies oder Entzündungen?
  • Zu welchen Vorsorgemaßnahmen muss man raten, um Karies zu vermeiden?
  • Was empfiehlt sich bei Zahnfleischbluten?
  • Wie behandelt man möglichst schmerzarm?
  • Wie gehe ich mit einem Patienten um?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du Interesse an Naturwissenschaften und handwerkliches Geschick mitbringst. Außerdem braucht man Feingefühl. »Eine zahnärztliche Behandlung ist für viele Patienten das Schlimmste überhaupt. Sie fühlen sich auf dem Stuhl hilflos ausgeliefert und bekommen alles mit«, sagt Sader. Umso wichtiger, dass Zahnärzte gut kommunizieren können. Um das Pensum an Vorlesungen, Behandlungs- und Laborkursen zu schaffen, solltest du deinen Tag strukturieren können und gut im Auswendiglernen sein. Was man ebenfalls vorher wissen sollte: Das Studium ist teuer. Für Verbrauchsmaterial und Instrumente können leicht mehrere Tausend Euro zusammenkommen. Manche Unis stellen einen Teil der Materialien zur Verfügung. Fast zwei Drittel der Studierenden sind übrigens Frauen, etwas mehr als im Fach Medizin.

Gibt es einen NC?

Der NC lag bisher meist im Einserbereich. Nun wurde das Zulassungsverfahren reformiert.

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