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Über das Fach

Zahnmedizin

Zahnmediziner behandeln alle Krankheiten im Mund.
Ein Artikel von Katharina Wagner. Mitarbeit: Cornelia Weber

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Zahnmedizin

Zahnmedizin studieren:
Darum geht es

Zahnschmerzen, Kiefergelenkprobleme, blutendes Zahnfleisch – Erkrankungen im Mundraum sind Gegenstand der Zahnmedizin. Das Besondere an diesem Studium: Die Studenten arbeiten ab dem ersten Semester auch praktisch. Im »Technisch-Propädeutischen Kurs« formen sie Gipsmodelle, Prothesen und Kronen. Später üben sie am Phantom, einem Kopf aus Kunststoff, wie man Zähne präpariert und Füllungen legt. Wer sein Können mehrmals bewiesen hat, behandelt vom siebten Semester an Patienten in einer speziellen Krankenhauspraxis. »Dort lernen die Studenten auch, unterschiedlich auf Patienten einzugehen«, sagt Ulrich Schlagenhauf, Professor für Parodontologie an der Uni Würzburg. »Jüngere Patienten zum Beispiel wollen häufiger mitentscheiden als ältere.« Bis zum Abschluss dauert es in der Regel elf Semester. Das Studium ist überall gleich aufgebaut und endet mit dem Staatsexamen. In der ersten Hälfte des Studiums, der »Vorklinik«, sitzen Zahn- und Humanmediziner oft noch gemeinsam im Hörsaal, denn auch Zahnmediziner brauchen naturwissenschaftliche und medizinische Grundkenntnisse. Der Schwerpunkt liegt für sie auf Themen rund um den Kopf. In der zweiten Hälfte, der »Klinik«, hat der Stoff dann mehr Bezug zum Beruf, vor allem in den fünf Kernfächern: Kieferorthopädie, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, Prothetik, Zahnerhaltungskunde und Parodontologie. Hinzu kommen unter anderem Hygiene, Pharmakologie und Mikrobiologie. Modellstudiengänge, wie in Heidelberg oder Düsseldorf, verbinden die Fächer stärker miteinander, etwa indem Zahnerhaltung und Prothetik gemeinsam gelehrt werden. Die Zahnärztliche Prüfung am Ende des Studiums umfasst 13 Fächer. Um die Kassenzulassung zu beantragen, muss man im Anschluss eine zweijährige Vorbereitungszeit absolvieren, teils bei einem Vertragszahnarzt, teils zum Beispiel in einem Krankenhaus oder einer Zahnklinik. »Die Studenten lernen genau das, was sie später im Beruf auch tun«, sagt Schlagenhauf. »Das Zahnmedizinstudium ist wie eine vorweggenommene Facharztausbildung.«

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach Zahnmedizin

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Technikinteresse / technisches Grundverständnis
  • räumliches, dreidimensionales Vorstellungsvermögen
  • manuelle Geschicklichkeit, Feinmotorik
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

Eignung, Hürden, Irrtümer

Handwerkliches Geschick und große Genauigkeit sind Voraussetzungen für das Fach. Wer als Kind nicht oft gebastelt hat, muss im Studium wahrscheinlich viel üben. Außerdem sollte man nicht zu empfindlich sein, betont Ulrich Schlagenhauf. Habe ein Patient zum Beispiel üblen Mundgeruch, stecke meist eine Erkrankung dahinter. »Als Zahnarzt sollte ich mich dann nicht ekeln, sondern denken: Dem armen Kerl helfe ich jetzt.« Auch mit naturwissenschaftlichen Inhalten müssen die Studenten zurechtkommen, und sie benötigen Ausdauer für das Pensum an Vorlesungen, Behandlungskursen und Laboreinheiten. Teuer ist das Studium auch. Im Laufe der Semester können leicht mehrere Tausend Euro für Instrumente zusammenkommen. Ein Bohrer, von Fachleuten »Winkelstück mit Aufsatz« genannt, kostet zum Beispiel rund 800 Euro. Manche Unis stellen einen Teil der Geräte. Der NC für Zahnmedizin liegt im Einserbereich.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie benutzt man Zahnseide richtig?
  • Welche Rolle spielen Bakterien in unserem Körper?
  • Wie ist das Zahn-, Mund- und Kiefersystem aufgebaut?
  • Welche Nerven versorgen die Zunge?
  • Was rät man einem Patienten, der unter Zahnfleischbluten leidet?
  • Wie betäubt man den Kiefer, sodass man einen Zahn ziehen kann?
  • Wie nehme ich einem Patienten die Angst vor dem Bohrer?
  • Wo können die Ursachen für eine Kieferfehlstellung liegen?

Übrigens

Kopfsalat, Spinat oder Rucola essen schützt vor Zahnfleischbluten. Dafür sorgen die pflanzlichen Nitrate im grünen Gemüse.

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