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Über das Fach

Pflegewissenschaft studieren

Die Pflegewissenschaft befasst sich in Theorie und Praxis mit pflegebedürftigen Menschen.
Ein Artikel von Florian Schumann. Mitarbeit: Gabriele Meister

Pflegewissenschaft studieren
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Pflegewissenschaft

Darum geht es

Die Pflegewissenschaft betrachtet nicht nur, wie man Pflegebedürftige im Alltag versorgt. Es geht auch darum, wie man das Pflegen am besten organisiert und wie man ganze Konzepte entwickelt, zum Beispiel dafür, Kinder mit Behinderung gut zu betreuen oder die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern. Dabei werden nicht nur gesundheitliche Fragen erforscht, das Augenmerk gilt auch ethischen, rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Aspekten. Pflegefachpersonen handeln nicht nur im Auftrag von Ärzten, sondern vielfach auch eigenständig. Während sich Pflegeausbildungen hauptsächlich auf die Praxis konzentrieren, legen Pflegestudiengänge den Schwerpunkt auf Hintergründe und Methoden. »Chronische Krankheiten nehmen zu, die Lebenserwartung steigt, und gesundheitsbezogenes Wissen entwickelt sich rasant, deshalb brauchen wir Menschen, die neue Studien interpretieren und das Wissen in die Pflege einbringen können«, sagt Julia Ruth Lademann, Professorin für Pflege und Gesundheitswissenschaften an der Frankfurt University of Applied Sciences und im Vorstand der Dekanekonferenz Pflegewissenschaft. Nicht nur in der Gesellschaft, auch im Studium wird das Thema Prävention immer wichtiger. Die Studierenden lernen, Menschen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse so zu beraten, dass sie selbst etwas für ihre Gesundheit tun können.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Pflegewissenschaft

  • Interesse / Freude am Umgang mit Menschen
  • Interesse an vorbeugender, behandelnder, nachsorgender Tätigkeit mit Menschen mit beeinträchtigter Gesundheit
  • Interesse an eigenständiger Tätigkeit im Bereich Pflege / Gesundheit
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken
  • Bereitschaft zum interdisziplinären Lernen mit Studierenden unterschiedlicher Gesundheitsfächer
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Speziell für beruflich erstausbildende Studiengänge: Interesse an einem interdisziplinären Studium in Verbindung von biologischen und sozialen Grundlagen
  • speziell für Studiengänge im Bereich Pflegemanagement: Vorerfahrung durch Praktika oder Berufsausbildung

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

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So läuft das Studium ab

Manche Studiengänge legen den Schwerpunkt auf die Pflegepraxis, andere eher auf Management, Pädagogik oder Psychologie. »Wenn man noch keine pflegerische Berufsausbildung hat, ist ein grundständiger Pflegestudiengang am besten«, sagt Lademann. Die Regelstudienzeit variiert, oft liegt sie zwischen sechs und acht Semestern. Wie pflegerisches Handeln aussehen kann, wird in allen Pflegestudiengängen behandelt. Rund 2300 Stunden Praxis müssen Studierende insgesamt absolvieren, davon je nach Hochschule 85 bis 90 Prozent in einem Krankenhaus, in der ambulanten Pflege oder der Langzeitpflege in einer Einrichtung, und etwa 10 bis 15 Prozent in sogenannten Skills-Labs, wo man zum Beispiel Körperpflege übt – nicht nur in der Pandemie mithilfe von Puppen. Teils üben Studierende auch wechselseitig, wie man jemanden aus dem Bett hebt oder Kompressionsstrümpfe anzieht. Kommunikationstheorien, Sozialrecht und Ethik zählen ebenfalls zu den Lehrinhalten, denn im Alltag gibt es viele schwierige Situationen. Wie reagiert man zum Beispiel, wenn ein Bettgitter einen Patienten vor dem Fallen schützen soll, er aber nicht eingesperrt werden will?

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie kann man den Pflegebedarf eines Menschen erheben?
  • Wie legt man einen Blasenkatheter?
  • Wie kann man gegenüber Pflegebedürftigen Vertrauen schaffen, um Maßnahmen durchzuführen?
  • Warum sollte sich die Pflege von Demenzkranken an deren Biografie orientieren?
  • Wie kann man Pflegepersonal aus- oder weiterbilden?
  • Wie verbessert man die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Physiotherapeuten und Pflegefachpersonal?
  • Wie setzt man Roboter in der Pflege ein?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du auf wissenschaftlicher Grundlage mit pflegebedürftigen Menschen arbeiten und die Pflege weiterentwickeln möchtest. »Pflegewissenschaft ist ein junges Studienfach. Vieles ist noch nicht erforscht. Wir brauchen Leute, die sich einbringen und das Berufsbild mitgestalten«, sagt Lademann. Man muss lernen, eine professionelle Haltung zu Pflegebedürftigen zu entwickeln, und zum Beispiel damit umgehen können, wenn jemand stirbt. Um herauszufinden, ob man sich für die Arbeit eignet, macht man am besten zuerst ein Praktikum in der Pflege. Oft ist das auch Voraussetzung fürs Studium, teilweise muss man sogar eine Ausbildung vorweisen. Der Beruf ist vielfältig; Kontakt zu Menschen steht im Vordergrund. Doch Fachpersonal wird an vielen Stellen gebraucht, ob im Management, in der Forschung, in der Wissensvermittlung oder bei der Entwicklung von Hebe-Robotern. Rund drei Viertel aller Studierenden sind Frauen.

Gibt es einen NC?

Etwa ein Viertel aller grundständigen Studiengänge hat einen NC, der aber meist niedrig ist.