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2019 / 20
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Über das Fach

Geowissenschaften studieren

Geowissenschaftler erforschen die Erde und ihre Geschichte.
Ein Artikel von Daniel Kastner

Geowissenschaften studieren
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Geowissenschaften

Darum geht es

Geowissenschaftler befassen sich mit allem, was in und unter der Erde geschieht. »Sie horchen in die Erde hinein«, sagt Martin Meschede, Vizepräsident der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologischen Vereinigung und Professor am Institut für Geographie und Geologie der Uni Greifswald. Wenn in Indonesien die Erde bebt, ist das für Geowissenschaftler »wie ein Labor, das ihnen neue Daten liefert«, sagt Meschede. Sie analysieren solche Phänomene und ziehen daraus Schlüsse über die Erde. Ob man in einem bestimmten Gebiet ein Hochhaus oder eine Staumauer bauen sollte oder ob eine Küste in einer Gefahrenzone für Tsunamis oder Erdbeben liegt – das sind Fragen, auf die Geowissenschaftler Antworten liefern können. Das Fach Geowissenschaften verbindet mehrere Disziplinen: In der Geologie geht es um die Entstehung, die Entwicklung und den Aufbau der Erde. Sie untersucht, wie Kontinente, Ozeane, Gebirge, Vulkane und Gletscher entstanden sind. Die Mineralogie beschäftigt sich mit der Zusammensetzung von Mineralien und Gesteinen, die Paläontologie mit der Entwicklung des Lebens – unter anderem anhand von Fossilien. Die Geophysik erforscht mit physikalischen Untersuchungsmethoden die Erde.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Geowissenschaften

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Interesse an Natur und Umwelt
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • räumliches Vorstellungsvermögen, räumliches Denken
  • Bereitschaft zu Geländearbeit, Geländetauglichkeit
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

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So läuft das Studium ab

In geowissenschaftlichen Einführungsvorlesungen erhalten die Studierenden einen Überblick über die wichtigsten Themen. Hinzu kommen Mathe, Physik und Chemie. In Übungen zu Gesteinsbestimmung, Mikroskopie, Kartenkunde und zum Umgang mit Satellitendaten eignen sie sich praktisches Wissen an. Im Labor lernen sie Mess- und Analysemethoden zum Beispiel zur chemischen und mineralogischen Zusammensetzung von Gesteinen kennen. An vielen Unis sind im Bachelorstudium bis zu 50 Tage Geländepraktikum vorgesehen. Dabei untersuchen die Studierenden zum Beispiel mit einem Mikrowellen-Bodenradar die Beschaffenheit der Erdoberfläche in einem bestimmten Gebiet oder fahren auf Forschungsschiffen mit und nehmen Bohrproben vom Meeresboden. »Geologie lernt man am besten im Gelände«, sagt Martin Meschede. Wichtig zu wissen: Einen Teil der Kosten für die Geländeübungen müssen die Studierenden selbst finanzieren. Die Studieninhalte unterscheiden sich von Uni zu Uni. Deshalb sollte man sich am besten vorab über die Schwerpunkte wie zum Beispiel Sedimentologie, Vulkanologie, Strukturgeologie, Meeres- oder Hydrogeologie informieren.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Welche Fossilien findet man in 100 Millionen Jahre alten Gesteinsproben?
  • Wie orientiert man sich mit Kompass, GPS und Karte im Gelände?
  • Welche Ursachen und Folgen hatte die letzte Eiszeit?
  • Wie entstehen Kristalle?
  • Warum gibt es auf dem Mond andere Gesteinsarten als auf der Erde?
  • Welche Kriterien müsste ein unterirdisches atomares Endlager erfüllen?
  • Wie ist Leben auf der Erde entstanden?

Das Fach passt zu dir, wenn...

… du dich für Steine und Geschichte interessierst, gern draußen bist und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen besitzt. Ein großer Teil des Studiums findet im Freien statt – es gilt, für Regen oder Hitze gerüstet zu sein und sich zurechtzufinden, wenn der nächste Ort weit entfernt ist. Wichtig ist außerdem, dass man gut mit Menschen umgehen kann, denn durch die enge Zusammenarbeit bei den Geländepraktika ist die Stimmung im Studium häufig familiär. Ein Interesse für Physik, Chemie und Biologie sollte man unbedingt mitbringen, denn diese Fächer kommen zum Beispiel bei der Analyse von Bodenproben, Grundwasser oder Fossilien zum Tragen. Geophysiker haben außerdem mit Mathe und Informatik zu tun – sie verbringen viel Zeit am Computer und vor Messgeräten.

Gibt es einen NC?

Rund ein Drittel der Studiengänge ist mit einem NC belegt. Er liegt meist im Zweierbereich.

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