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Über das Fach

Geowissenschaften

Geowissenschaftler erforschen die Erde und ihre Geschichte.
Ein Artikel von Maren Wernecke. Mitarbeit: Jan Guldner

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Geowissenschaften

Geowissenschaften studieren:
Darum geht es

In Italien oder Japan bebt die Erde, in Island bricht ein Vulkan aus – mit Naturereignissen wie diesen beschäftigen sich Geowissenschaftler. Sie untersuchen und analysieren solche Phänomene und ziehen daraus Schlüsse über die Erde. Im Fach Geowissenschaften werden mehrere Disziplinen zu einem Studium verbunden: Die Geologie beschäftigt sich mit der Entstehung, der Entwicklung und dem Aufbau der Erde. Sie fragt nach den Kräften und Prozessen, durch die Kontinente, Ozeane, Gebirge, Vulkane und Gletscher entstanden sind. In der Mineralogie geht es um die Zusammensetzung von Mineralien und Gesteinen, in der Paläontologie um die Entwicklung des Lebens, der anhand von Fossilien nachgegangen wird. Auch die Geophysik, die mit physikalischen Untersuchungsmethoden die Erde erforscht, ist häufig Teil des Studiums. In den Einführungsvorlesungen erhalten die Studenten einen Überblick über die wichtigsten geowissenschaftlichen Themen. Hinzu kommen Mathe, Physik und Chemie. Der Praxisteil macht etwa ein Drittel des Studiums aus: In Übungen zu Gesteinsbestimmung, Mikroskopie, Kartenkunde und zum Umgang mit Satellitendaten eignen sich die Studenten praktisches Wissen an, im Labor lernen sie Mess- und Analysemethoden kennen. An vielen Unis sind im Bachelorstudium bis zu 50 Tage Geländepraktikum vorgesehen. »Geologische Prozesse laufen oft ungeheuer langsam ab. Bei den Übungen bekommt man dafür ein Gefühl – etwa wenn man sich beim Besteigen eines Berges klar macht, dass es bei geologisch üblichen Hebungsraten von etwa einem Millimeter pro Jahr Millionen Jahre dauern kann, bis eine Gebirgskette die heutige Gestalt angenommen hat«, sagt Jan Behrmann, Professor für Marine Geodynamik an der Uni Kiel. Geologen lesen in Gesteinsschichten wie in einem Buch zur Erdgeschichte. An deren Beschaffenheit können sie erkennen, wo es vor Jahrmillionen einmal Meere, Seen, Riffe oder Gletscher gegeben hat. Einen Teil der Kosten für die Geländeübungen, die auch mal mehrere Hundert Euro betragen können, müssen die Studenten selbst finanzieren. Die Studieninhalte unterscheiden sich in den höheren Bachelorsemestern an den verschiedenen Unis deutlich. Deshalb sollte man sich vorab über die Schwerpunkte informieren. Themen, auf die man sich spezialisieren kann, sind zum Beispiel Sedimentologie, Vulkanologie, Strukturgeologie, Ingenieurgeologie, Rohstoffgeologie, Seismologie oder Meeresgeologie.

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach Geowissenschaften

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Interesse an Natur und Umwelt
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • räumliches Vorstellungsvermögen, räumliches Denken
  • Bereitschaft zu Geländearbeit, Geländetauglichkeit
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

Eignung, Hürden, Irrtümer

Wer Geowissenschaften studieren will, sollte sich für die Erde als System interessieren, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben und Chemie, Physik und Mathe spannend finden. »Man sollte zudem Freude daran haben, die Natur im Freien zu erforschen«, sagt Behrmann. Auch bei Regen, Kälte oder Hitze wird im Gelände gearbeitet und manchmal weitab der Zivilisation. Durch die enge Zusammenarbeit bei den Geländepraktika ist die Stimmung im Studium oft familiär. Geowissenschaftler müssen auch in der Lage sein, über die Grenzen des Fachs hinweg zu kommunizieren, denn die meisten von ihnen arbeiten später in Unternehmen mit Ingenieuren und Wirtschaftsexperten zusammen. Das Fach hat nur an wenigen Unis einen NC, oft reicht eine Zwei oder Drei vor dem Komma.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Welche Folgen hatte die letzte Eiszeit?
  • Welche Fossilien findet man in 10.000 Jahre alten Gesteinsproben?
  • Wie orientiert man sich mit Kompass und Karte im Gelände?
  • Wie unterscheiden sich die wichtigsten Kristall- und Mineralgruppen?
  • Welche Standorte kommen für ein atomares Endlager infrage?
  • Wie bestimmt man das Alter einer Materialprobe?

Übrigens

Selbst 1000 Kilometer weit in Richtung Mittelpunkt der Erde stößt man noch auf Wasservorkommen. Dies verrät ein Diamant, der von einem Vulkan in Brasilien ausgespuckt wurde.

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