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Über das Fach

Geografie studieren

Geografen untersuchen das Zusammenspiel von Mensch und Umwelt.
Ein Artikel von Katharina Wagner. Mitarbeit: Gabriele Meister

Geografie studieren
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Geografie

Darum geht es

Geografen erforschen, wie die Umwelt den Menschen prägt – und der Mensch die Umwelt. Sie beschäftigen sich mit Mobilitätssystemen in Städten oder gehen weltweiten Entwicklungen wie der Globalisierung und dem Klimawandel auf den Grund. Dazu brauchen sie ein breites Wissen, nicht nur aus den Naturwissenschaften, sondern auch aus der Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft bis hin zur Kunstgeschichte. Das Fach besteht deshalb aus den Bereichen Humangeografie und Physische Geografie. Beide kommen im Bachelorstudium anfangs etwa zu gleichen Teilen vor, später ist eine Spezialisierung möglich. Die Humangeografie befasst sich mit Struktur und Dynamik von Gesellschaften und Kulturen und damit, wie Menschen ihr Lebensumfeld wirtschaftlich, ökologisch und politisch formen. Themen sind etwa das weltweite Städtewachstum, Migration, Mobilität, Flucht und räumliche Ungleichheit. Klassische Bereiche der Physischen Geografie sind Landschaftsentwicklung, Naturrisiken und biologische Vielfalt. In praktischen Lehrveranstaltungen werten die Studenten unter anderem Satelliten- und Luftbilder aus. In der Humangeografie lernen sie, standardisierte Befragungen zu entwerfen und Interviewtechniken anzuwenden. In der Physischen Geografie analysieren sie Sedimente, Wasserproben oder Pflanzenreste. »Wer Geografie studiert, muss Menschen und anderen Kulturen gegenüber aufgeschlossen sein, genauso aber im Labor arbeiten und sich in wissenschaftliche Fachartikel vertiefen«, sagt Werner Gamerith, Professor für Regionale Geografie an der Universität Passau und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geographie. Universität Mannheim. Zu einem Geografiestudium gehören auch Exkursionen und Geländepraktika, bei denen Phänomene der Landschafts- und Stadtentwicklung veranschaulicht werden. Sie können einen halben Tag oder zwei Wochen dauern und in die örtliche Innenstadt, aber auch in die Alpen oder nach Südamerika führen. Die Kosten dafür müssen die Studenten zumindest zum Teil selbst übernehmen. Für längere Aufenthalte kann man sich für Stipendien bewerben.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Geografie

  • Interesse an gesellschaftspolitischen Themen und Umweltthemen
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Interesse am / Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten
  • Internationale, interkulturelle Aufgeschlossenheit
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Englisch- und Fremdsprachenkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

Eignung, Hürden, Irrtümer

Angehende Geografen müssen lernen, die unterschiedlichen Denk- und Arbeitsweisen der Natur und Gesellschaftswissenschaften zu verknüpfen. Das macht den Reiz des Studiums aus – ist aber gerade am Anfang nicht leicht. Interesse an Natur, Umwelt, Menschen und Gesellschaften ist eine gute Voraussetzung. Aber damit ist es nicht getan. Die Studenten haben mehr mit Physik, Chemie und Mathe zu tun, als viele erwarten – etwa wenn es um den Wärmehaushalt der Erde oder um Verwitterungsprozesse geht. Auch statistische Datenauswertung gehört zum Handwerkszeug. Bei Wind und Wetter im Gelände zu forschen kann anstrengend sein, man braucht dafür Kondition und die Fähigkeit, sich lange zu konzentrieren. Auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ist nützlich. Nach dem Studium arbeiten Geografen häufig im Tourismus, in der Raum- oder Verkehrsplanung, im Risikomanagement, beim Naturschutz, in Energiekonzernen oder sogar im diplomatischen Dienst. Die Mehrzahl der Studiengänge hat einen NC, oft liegt er zwischen Zwei und Drei.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wieso entwickeln sich Länder mit weniger Ressourcen oft besser als solche mit vielen?
  • Wie interpretiert man Luftbildaufnahmen richtig?
  • Wie sollten die Routen von Fernbuslinien sinnvollerweise verlaufen?
  • Warum führen Naturkatastrophen in Asien zu mehr Todesopfern als in Europa?
  • Wie sieht die demografische Zukunft einer Region oder Stadt aus?
  • Welche Interessen welcher Stakeholder sind beim Bau von Großprojekten zu beachten?
  • Was bedeutet Desertifikation und weshalb schreitet sie weltweit voran?

Übrigens

Alexander von Humboldt hat bereits um 1800 die Umweltfolgen von Monokulturen in Venezuela und Kuba gesehen. Er warnte: Die Zerstörung der Umwelt sei eine schlechte Grundlage für eine glückliche Gesellschaft.

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