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2019 / 20
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Über das Fach

Geografie studieren

Geografen untersuchen das Zusammenspiel von Mensch und Umwelt.
Ein Artikel von Daniel Kastner

Geografie studieren
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Geografie

Darum geht es

Geografen erforschen, wie die Umwelt den Menschen prägt – und der Mensch die Umwelt. Sie befassen sich mit ganz unterschiedlichen Lebensräumen, von Spitzbergen bis Feuerland, von der lokalen bis zur globalen Ebene. »Jeder Raum und jede Region ist für Geografen interessant«, sagt Werner Gamerith, Professor für Regionale Geographie an der Universität Passau und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geographie. Mit Satelliten- und Lasertechnik vermessen sie die Höhenprofile von Gletschern in der Antarktis, versuchen abzuschätzen, wie die beschlossenen Maßnahmen der Weltklimakonferenzen in Paris und Kattowitz sich global und regional auswirken, und untersuchen die Ursachen und Folgen von Migration. Dazu brauchen sie ein breites Wissen, nicht nur aus den Naturwissenschaften, sondern auch aus der Politik- und Kulturwissenschaft, aus Kunstgeschichte und Architektur. Das Fach besteht deshalb aus den Bereichen Humangeografie und Physische Geografie.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Geografie

  • Interesse an gesellschaftspolitischen Themen und Umweltthemen
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Interesse am / Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten
  • Internationale, interkulturelle Aufgeschlossenheit
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Englisch- und Fremdsprachenkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

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So läuft das Studium ab

Die Humangeografie befasst sich mit Struktur und Dynamik von Gesellschaften und Kulturen und damit, wie Menschen ihr Lebensumfeld wirtschaftlich, ökologisch und politisch formen. Themen sind etwa das weltweite Städtewachstum, Migration, Mobilität, Flucht und räumliche Ungleichheit. Klassische Bereiche der Physischen Geografie wiederum sind Landschaftsentwicklung, Naturrisiken und biologische Vielfalt. »Das Fach bietet einen guten Überblick über die Probleme unseres Planeten«, sagt Werner Gamerith. In praktischen Lehrveranstaltungen werten die Studierenden unter anderem Satelliten- und Luftbilder aus. In der Humangeografie lernen sie, standardisierte Befragungen zu entwerfen und Interviewtechniken anzuwenden, etwa zum Konsumverhalten oder zum Umweltbewusstsein. In der Physischen Geografie analysieren sie etwa Boden- und Wasserproben oder die Jahresringe von Bäumen. »Wer Geografie studiert, muss Menschen und anderen Kulturen gegenüber aufgeschlossen sein, genauso aber im Labor arbeiten«, sagt Gamerith. Zum Studium gehören Exkursionen und Geländepraktika, bei denen die Studierenden zum Beispiel das Ausmaß der Gletscherschmelze in den Alpen erfassen oder erforschen, wie die Menschen in Südamerika mit dem Klimaphänomen El Niño umgehen. Manche Exkursionen dauern einen halben Tag, andere ein paar Wochen. Die Kosten dafür müssen zumindest zum Teil selbst übernommen werden. Für längere Aufenthalte kann man sich um Stipendien bemühen.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wieso entwickeln sich Länder mit weniger Ressourcen oft besser als solche mit vielen?
  • Wie interpretiert man Luftbildaufnahmen?
  • Mit welchen Konzepten kann man Zersiedelung und Flächenfraß reduzieren?
  • Wie sollten die Routen von Fernbuslinien sinnvollerweise verlaufen?
  • Was bedeuten Wüstenbildung und steigende Meeresspiegel für menschliche Siedlungen?
  • Wie wird sich eine Region oder Stadt in den nächsten 10 bis 20 Jahren entwickeln?
  • Wie wirken sich Großbauprojekte wie Flughäfen, Staudämme oder Tagebaue auf das Umland aus?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du lernen möchtest, die unterschiedlichen Denk- und Arbeitsweisen der Natur- und Gesellschaftswissenschaften miteinander zu verknüpfen. Das macht den Reiz des Studiums aus, ist aber gerade am Anfang nicht leicht. Die Studierenden haben mehr mit Physik, Chemie und Mathematik zu tun, als viele erwarten, zum Beispiel wenn es um den Wärmehaushalt der Erde oder um Verwitterungsprozesse geht. Auch statistische Datenauswertung gehört für Geografen zum Handwerkszeug. Für die Forschung im Gelände bei Wind und Wetter braucht man Kondition und muss sich manchmal lange konzentrieren können. Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ist ebenfalls hilfreich.

Gibt es einen NC?

Rund die Hälfte der Studiengänge hat einen NC. Häufig liegt er zwischen Zwei und Drei.

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