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Über das Fach

Romanistik studieren

In der Romanistik werden Sprachen erforscht, die aus dem Lateinischen entstanden sind.
Ein Artikel von Gabriele Meister

Romanistik studieren
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Romanistik

Darum geht es

Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch oder doch lieber Rumänisch, Katalanisch und Sardisch? Die Romanistik behandelt Sprachen und Kulturen sehr unterschiedlicher Länder und Regionen. Ebenso vielfältig sind die Studiengänge: Je nach Uni kann man eine oder mehrere Sprachen studieren, einen breiten Überblick bekommen oder sich stärker spezialisieren, zum Beispiel auf italienische Literatur oder den Kulturraum Lateinamerika. Immer geht es dabei um Sprachen lateinischen Ursprungs. Dabei sind nicht nur romanischsprachige Länder im Blick: Aktuell interessiert sich die Romanistik zum Beispiel dafür, wie die Romane des Nobelpreisträgers García Márquez in China rezipiert werden. Auch digitale Methoden kommen zum Einsatz, etwa um die Unterschiede bei Online-Sprachatlanten zu untersuchen. Romanistik ist also viel mehr als ein Sprachkurs mit Landeskunde. Es geht um die Untersuchung von Sprache, Literatur und Kulturräumen mit wissenschaftlichen Methoden und Theorien. »Durch die Beschäftigung mit anderen Kulturen lernt man sie so gut kennen, dass sie Teil der eigenen Identität werden. So kann man sich überall auf der Welt zu Hause fühlen«, sagt Elissa Pustka, Professorin an der Uni Wien und im Vorstand des Deutschen Romanistenverbands. Romanistikabsolventen können als Lehrkräfte arbeiten, aber auch in Verlagen, im Marketing, Personalwesen, Tourismus oder für Unternehmen mit Bezug zum studierten Kulturraum.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Romanistik

  • Interesse an Sprache
  • Interesse an Literatur / Lesefreude und -bereitschaft
  • Interesse an Geschichte / historische Grundkenntnisse
  • Internationale, interkulturelle Aufgeschlossenheit / Interesse an internationalen Themen
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz und Textverständnis)
  • Argumentations- / Diskussionsfähigkeit
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Auslandserfahrung / Bereitschaft für Reisen und Auslandsaufenthalte
  • Fremdsprachenkenntnisse in der/n Sprache(n), die studiert werden soll(en)

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17.

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So läuft das Studium ab

Das Studium basiert auf den Hauptdisziplinen Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft und Sprachpraxis sowie für Lehramtsstudierende Fachdidaktik. Die Studierenden lernen, wie sich die von ihnen gewählten romanischen Sprachen entwickelt haben. Sie analysieren literarische Texte, lernen aber zum Beispiel auch, dass Regionalsprachen in Spanien gefördert und in Frankreich marginalisiert werden. Diskutiert werden auch gesellschaftspolitische Aspekte, etwa die Sprache des Populismus oder die Transkulturalität in Migrationsliteraturen. Mitunter gibt es Seminare mit Praxisbezug, in denen zum Beispiel Ausstellungen organisiert, Texteditionen oder Übersetzungen erarbeitet werden. Ein Auslandssemester ist dringend zu empfehlen und vielerorts fester Bestandteil des Studiums.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie haben sich die romanischen Sprachen in der Welt verbreitet und diversifiziert?
  • Wie erkennt man Leute aus Argentinien oder Kanada an der Aussprache?
  • Warum ist französische Rechtschreibung schwieriger als spanische oder italienische?
  • Warum setzt man im Französischen Subjektpronomen, im Spanischen und Italienischen aber eher nicht?
  • Warum ist Dante so wichtig für die Entwicklung der italienischen Sprache?
  • Wie beeinflussten sich die Literaturen des europäischen Mittelalters gegenseitig?
  • Welchen Einfluss hat die französische Aufklärung auf heutige Debatten?
  • Wie funktioniert Selbstdarstellung, etwa bei Michel Houellebecq oder Elena Ferrante?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du offen bist für andere Kulturen und neugierig, wie man Sprachen wissenschaftlich erforscht. Bei Französisch, Italienisch und Spanisch wird teils erwartet, dass man die Sprache schon gut spricht, teils lassen sich die Grundkenntnisse aber auch noch zu Beginn des Studiums nachholen. Portugiesisch, Rumänisch und andere kleinere romanische Sprachen kann man in der Regel ohne Vorkenntnisse studieren. Wichtig ist, dass man gern spricht, Referate hält und diskutiert, aber auch gern viel liest: nicht nur Romane, sondern auch sehr viele wissenschaftliche Texte. Romanistik ist meist zulassungsfrei.

Gibt es einen NC?

Nur etwa 15 Prozent der Studiengänge haben einen NC. Bei Französisch, Italienisch und Spanisch gibt e oft einen Sprachtest zur Einstufung. Manchmal muss man Schulnoten vorlegen. Einige Unis verlangen Kenntnisse in Latein, die man aber auch noch in den ersten Semestern erwerben kann.