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Über das Fach

Sport / Sportwissenschaft studieren

Sportwissenschaftler beschäftigen sich theoretisch und praktisch mit Sport.
Ein Artikel von Katharina Wagner. Mitarbeit: Cornelia Weber

Sport / Sportwissenschaft studieren
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Sport / Sportwissenschaft

Darum geht es

Morgens eine Vorlesung über die anatomischen Grundlagen des menschlichen Bewegungsapparates, dann Fußball, nachmittags Statistik und hinterher noch Schwimmen: Theorie und Praxis gehen im Sportstudium Hand in Hand. In Vorlesungen und Seminaren eignen sich die Studenten vielfältiges Wissen an: in Naturwissenschaften, Medizin und Psychologie, aber auch in Sportgeschichte, Pädagogik und Soziologie. Außerdem beschäftigen sie sich mit Trainings- und Bewegungswissenschaft. Sie lernen die theoretischen und didaktischen Grundlagen einzelner Sportarten, besuchen aber auch praktische Kurse, in Ballsportarten, Leichtathletik, Turnen und anderen Disziplinen. Wie viel sie trainieren, um Kondition und Zeiten zu verbessern, ist ihnen überlassen. Sie müssen sich neben Klausuren und Hausarbeiten auch auf praktische Prüfungen vorbereiten. »Neben sportlichen Leistungen müssen die Studenten in Lehrproben auch zeigen, wie sie eine bestimmte Sporttechnik methodisch sinnvoll vermitteln, etwa den Korbleger beim Basketball«, sagt der Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Ansgar Schwirtz, der als Professor an der TU München lehrt. In den ersten Semestern des Bachelors ist das Studium überall ähnlich aufgebaut. Typische Fächer sind Anatomie, Physiologie, Trainingswissenschaft und Forschungsmethoden. Später unterscheidet es sich, je nachdem, welche Schwerpunkte die Hochschulen setzen. Ansgar Schwirtz rät, deren Profile zu ergleichen. Viele Sportstudiengänge sind auf ein bis zwei Themenfelder ausgerichtet, etwa Sportmanagement, Prävention, Leistungssport oder Sport und Freizeit. Sport ist oft auch als Zweifachbachelor mit einem anderen Fach kombinierbar, zum Beispiel im Lehramtsstudium.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Sport / Sportwissenschaft

  • Sportbegeisterung, sportliche Vorerfahrungen
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Interesse am / Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten
  • sportmotorische Fähigkeiten / Bewegungskompetenz
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • speziell für Studiengänge mit Lehramtsbefähigung: Pädagogische und didaktische Fähigkeiten

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

Eignung, Hürden, Irrtümer

Angehende Sportlehrer müssen Alleskönner sein. Sie werden zum Schluss des Studiums in mehreren Sportarten wie Leichtathletik und Basketball und in einigen »Bewegungsfeldern« (zum Beispiel Wasser oder Berge) geprüft. Je mehr Disziplinen man schon als Schüler ausprobiert hat, desto stressfreier ist die Prüfungszeit: Wer nicht ganz so viel üben und trainieren muss, hat mehr Zeit fürs Wiederholen der Theorie. Außerdem sollten Sportstudenten gute Sprachkenntnisse mitbringen: Ein großer Teil der Forschungsliteratur und einige Lehrveranstaltungen sind auf Englisch. Auch Verständnis für Mathe hilft, denn in den Sportwissenschaften wird viel berechnet – die Flugbahn eines Speers zum Beispiel oder wie der Körper Kohlenhydrate verbrennt. Für einen Studienplatz muss man häufig einen praktischen Aufnahmetest bestehen: Die Sporteignungsprüfung findet ein- bis zweimal jährlich an zahlreichen Standorten statt. Zum Teil kann man sich mit den Testergebnissen an verschiedenen Orten bewerben, aber nicht jede Hochschule erkennt jede Prüfung an. Meist müssen die Bewerber an ein oder zwei Tagen gute Leistungen in verschiedenen Disziplinen zeigen: in der Regel in Leichtathletik, Turnen, Schwimmen und einer Ballsportart. Viele Unis haben zusätzlich zur Eignungsprüfung einen Numerus clausus, der häufig bei Zwei liegt. Mancherorts werden anstelle des Eignungstests ein Motivationsschreiben und Praktika oder ein Übungsleiterschein verlangt.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie optimiert man Bewegungsabläufe?
  • Wie beeinflusst die Psyche die Leistung?
  • Auf welche Weise erstellt man einen individuellen Trainingsplan?
  • Welche physiologischen Mechanismen stecken hinter einem Muskelkater?
  • Wie motiviert man eine Mannschaft?
  • Wie vermittelt man eine Schwimmtechnik?
  • Wie ernährt man sich gesund?
  • Welches Potenzial hat Sport zur Integration von Flüchtlingen?

Übrigens

Die Klitschko-Brüder haben beide an der Uni Kiew eine Doktorarbeit in Sportwissenschaften geschrieben.

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