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2019 / 20
CHE Hochschulranking
 
Über das Fach

Sport / Sportwissenschaft studieren

Sportwissenschaftler beschäftigen sich theoretisch und praktisch mit Sport.
Ein Artikel von Florian Schumann

Sport / Sportwissenschaft studieren
Rankingergebnisse für
Sport / Sportwissenschaft

Darum geht es

Unter welchen Bedingungen erbringen Profis Höchstleistungen? Wie erklärt man Schülern am besten die Technik beim Hochsprung? Und wie kann Sport die Gesundheit fördern und Verletzungen verhindern? Um solche Themen dreht sich das Sportstudium. Wer auf Lehramt studiert, wird später Sportlehrer. Schon im Studium gehen Theorie und Praxis Hand in Hand. So haben die Studierenden etwa morgens eine Vorlesung über die anatomischen Grundlagen des menschlichen Bewegungsapparates, dann Fußball, nachmittags Statistik und hinterher noch Schwimmen. Die Studierenden müssen in Lehrproben selbst sportliche Leistungen zeigen, aber auch, wie sie eine bestimmte Sporttechnik methodisch sinnvoll vermitteln, etwa den Korbleger beim Basketball. Für Sportwissenschaftler dagegen tritt die Eigenleistung in den Hintergrund, ihr Studium ist theoretischer. Sie beschäftigen sich etwa damit, welche Sitzposition für Radfahrer im Verhältnis zu ihren Kraftfähigkeiten optimal ist oder wie man aus der Datenflut, die Laufuhren oder andere Wearables erzeugen, sinnvolle Informationen herausliest. »Die meisten sind sehr sportbegeistert und verbringen jede freie Minute mit Sport«, sagt Ansgar Schwirtz, Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft und Professor an der TU München. Im Studium sind Männer in der Überzahl, sie stellen 63 Prozent.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Sport / Sportwissenschaft

  • Sportbegeisterung, sportliche Vorerfahrungen
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Interesse am / Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten
  • sportmotorische Fähigkeiten / Bewegungskompetenz
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • speziell für Studiengänge mit Lehramtsbefähigung: Pädagogische und didaktische Fähigkeiten

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

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So läuft das Studium ab

Sport kann man entweder studieren, um Lehrer zu werden, dann belegt man in der Regel noch ein zweites Fach. Oder man entscheidet sich für einen Bachelor in Sportwissenschaften. So oder so lernen die Studierenden in den ersten Semestern die Grundlagen in Anatomie, Physiologie, Trainingswissenschaft und Forschungsmethoden. Im Lehramt kommen später auch Fachdidaktik sowie Praktika in Schulen dazu. Das nicht schulbezogene Studium unterscheidet sich nach den ersten Semestern, je nachdem welche Schwerpunkte die Hochschulen setzen. Schwirtz rät, die Profile zu vergleichen. Viele Sportstudiengänge sind auf ein bis zwei Themenfelder ausgerichtet, etwa Prävention und Rehabilitation, Sportökonomie, Sportmanagement, Leistungssport oder Sport und Freizeit. Hinzu kommen je nach Studienort noch Fachpraktika. Lehrämtler werden zum Schluss in Sportarten wie Leichtathletik oder Basketball und in »Bewegungsfeldern« wie Wasser oder Berge geprüft.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie optimiert man Bewegungsabläufe?
  • Wie beeinflusst die Psyche die Leistung?
  • Welche physiologischen Mechanismen stecken hinter Muskelkater?
  • Wie motiviert man eine Mannschaft?
  • Wie organisiert man große Sport-Events?
  • Welches Potenzial hat Sport zur Integration von Flüchtlingen?
  • Wie vermittelt man eine Schwimmtechnik?
  • Wie ernährt man sich gesund?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du dich für Sport begeisterst. Angehende Sportlehrer müssen Alleskönner sein. Sportwissenschaftler sollten am wissenschaftlichen Fortschritt interessiert sein, etwa wenn sie neue Materialien entwickeln. Forschungsliteratur und manche Kurse sind auf Englisch. Auch Mathekenntnisse helfen, weil viel berechnet wird, die Flugbahn eines Speers zum Beispiel oder wie der Körper Kohlenhydrate verbrennt. Generell sei das Sportstudium komplex und anspruchsvoll, warnt Schwirtz: »Sport ist kein Erlebnisstudium.« Die größte Hürde für Lehrämtler ist die Sporteignungsprüfung. Sie findet ein- bis zweimal jährlich an zahlreichen Standorten statt. Zum Teil kann man sich mit dem Testergebnis an mehreren Unis bewerben. Man muss an ein, zwei Tagen mehrere Disziplinen wie Leichtathletik, Turnen, Schwimmen und eine Ballsportart bestehen. Die Durchfallquote liege bei 30 Prozent, »aber wer drei Monate trainiert, schafft den Test«, sagt Schwirtz.

Gibt es einen NC?

Vielerorts gibt es einen NC für Sportwissenschaft, er liegt aber selten höher als Zwei. Mancherorts kann man mit einem Übungsleiterschein punkten.

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