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Über das Fach

Jura studieren

Juristen beschäftigen sich mit Recht und Gesetz.
Ein Artikel von Antonia Kelloms

Jura studieren
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Jura

Darum geht es

Sollte die Bundesliga die Großeinsätze der Polizei bei Fußballspielen bezahlen? Ist ein Burkaverbot verfassungsrechtlich zulässig? Haben die Besitzer von Diesel-Pkw alter Bauart gegen die Automobilindustrie Ansprüche auf Schadensersatz? Mit aktuellen Fragen wie diesen beschäftigen sich Juristen. Dabei haben sie sehr unterschiedliche Aufgaben: Rechtsanwälte erheben eine Klage oder verteidigen Mandanten, Staatsanwälte vertreten die Anklage, Richter fällen Urteile, Ministerialjuristen entwerfen Gesetze. Sie alle durchlaufen aber die gleiche Ausbildung. Mithilfe von Gesetzen lösen die Studierenden Beispielfälle, von Erbschaftsstreitigkeiten über Verfassungsbeschwerden bis hin zu Diebstahl, Raub und Mord. Als Jurist muss man sich in Interessenkonflikte hineindenken und mit juristischen Methoden ergründen, wer im Recht ist. Die Jurastudierenden lernen, wie das Rechtssystem aufgebaut ist und was die drei Hauptgebiete ausmacht: das Zivilrecht, das Strafrecht und das Öffentliche Recht. Hinzu kommen Grundlagen in Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie und Verfahrensrecht, das unter anderem regelt, wie ein Gerichtsprozess abläuft.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Jura

  • Interesse an / Bewusstsein für (gesellschafts-)politische Themen
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
  • Argumentations- und Diskussionsfähigkeit
  • Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • gute Deutsch- und Fremdsprachenkenntnisse
  • gute Allgemeinbildung

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

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So läuft das Studium ab

In den ersten Semestern sind die Inhalte des Studiums vorgegeben. Erst später wählt jeder zusätzlich zu den drei genannten Hauptgebieten einen Schwerpunkt wie Europa- oder Völkerrecht, Arbeits-, Familien- oder Energierecht. An einigen Unis gibt es zahlreiche Schwerpunkte, manche bieten dagegen nur drei oder vier an. Für die Erste Juristische Prüfung (bestehend aus Staatsexamen und Universitätsprüfung) nach frühestens sieben Semestern muss man zudem eine Fremdsprachenkompetenz und insgesamt drei Monate Praktikum, etwa bei einem Anwalt oder bei Gericht, nachweisen. Es folgt ein zweijähriges Referendariat, in dem man die Arbeit im Zivil-, Straf- und Verwaltungsrecht kennenlernt. Dafür gehen die Referendare zum Beispiel zu einem Amts- oder Landgericht, zur Staatsanwaltschaft, zu einem Rechtsanwalt und zu einer Behörde wie der Polizei. Eine weitere Station kann man frei wählen. Den Abschluss des Rechtsreferendariats bildet die Zweite Juristische Staatsprüfung. Sie wird von den Landesjustizprüfungsämtern abgenommen. Achtung: Nur wer beide Examina bestanden hat, ist ein sogenannter Volljurist und kann als Anwalt, Staatsanwalt, Richter oder im höheren Verwaltungsdienst arbeiten. Achtung: Wer einen Bachelor in Rechtswissenschaft macht, legt kein Staatsexamen ab. Mit diesem Abschluss kann man nicht Richter oder selbstständiger Rechtsanwalt werden, dafür aber zum Beispiel in der Verwaltung oder in einer Rechtsabteilung arbeiten.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Was unterscheidet Eigentum von Besitz?
  • Wann hat ein Angeklagter das Recht auf einen Pflichtverteidiger?
  • Wer darf Verfassungsbeschwerde einlegen?
  • Wann ist eine Person geschäftsfähig?
  • Welche Merkmale unterscheiden Mord und Totschlag?
  • Wo sind Windkraftanlagen zulässig?
  • Wann liegt sexuelle Belästigung vor?
  • Wann ist eine Kündigung rechtmäßig?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du abstrakt denken und präzise formulieren kannst. Wer Jura studiert, muss sich mit komplizierten Gesetzestexten und Kommentaren auseinandersetzen und selbst schlüssige Texte verfassen. Die Sprache der Juristen ist gewöhnungsbedürftig. »Viele denken, Jura sei trocken«, sagt Joachim Lege, Professor an der Universität Greifswald und Vorsitzender des Deutschen Juristen-Fakultätentags. »Das ist aber ein großer Irrtum, denn das Fach berührt jeden Aspekt des Lebens.« So entscheidet etwa das Urheberrecht, ob man einen Film kostenlos streamen darf.

Gibt es einen NC?

Mehr als die Hälfte der rechtswissenschaftlichen Studiengänge hat einen NC. Manche Hochschulen verlangen sehr gute Noten in Deutsch, Mathe und Fremdsprachen. Auswahltests sind selten.