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Jura studieren

Jura beschäftigt sich mit Recht und Gesetz.
Ein Artikel von Antonia Kelloms. Mitarbeit: Oliver Burgard.

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Jura

Darum geht es

Dürfen Schüler streiken? Wann und wo darf ein Seenotrettungsschiff in einen Hafen einlaufen? In welchen Fällen haben die Eigentümer von Diesel-Pkw bei der Automobilindustrie Ansprüche auf Schadensersatz? Mit aktuellen Fragen wie diesen beschäftigen sich Juristen. Dabei haben sie unterschiedliche Aufgaben: Rechtsanwälte erheben eine Klage oder verteidigen Mandanten, Staatsanwälte vertreten die Anklage, Richter fällen Urteile, Ministerialjuristen entwerfen Gesetze, Wirtschaftsjuristen prüfen Verträge und beraten Unternehmen. Sie alle durchlaufen die gleiche Ausbildung. Mithilfe von Gesetzen lösen die Studierenden Beispielfälle, von Erbschaftsstreitigkeiten über Verfassungsbeschwerden bis hin zu Diebstahl, Raub und Mord. Als Jurist muss man sich in Interessenkonflikte hineindenken können und mit juristischen Methoden ergründen, wer im Recht ist. Jurastudierende lernen, wie das Rechtssystem aufgebaut ist und was die drei Hauptgebiete ausmacht: Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht. Hinzu kommen Grundlagen in Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie. Außerdem wird Verfahrensrecht behandelt, das vor allem regelt, wie ein Gerichtsprozess abläuft.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Jura

  • Interesse an / Bewusstsein für (gesellschafts-)politische Themen
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
  • Argumentations- und Diskussionsfähigkeit
  • Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • gute Deutsch- und Fremdsprachenkenntnisse
  • gute Allgemeinbildung

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

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So läuft das Studium ab

In den ersten Semestern sind die Inhalte des Studiums vorgegeben. Erst später wählt jeder zusätzlich zu den drei Hauptgebieten einen Schwerpunkt wie Europa- oder Völkerrecht, Arbeits-, Familien- oder Energierecht. Für die Erste Juristische Prüfung (Staatsexamen und Universitätsprüfung) nach frühestens acht Semestern muss man zudem Fremdsprachenkompetenz und insgesamt drei Monate Praktikum, etwa beim Anwalt oder bei Gericht, nachweisen. Nach der Ersten Juristischen Prüfung folgt bei den allermeisten Absolventen ein zweijähriges Referendariat, bei dem man die Arbeit im Zivil-, Straf- und Verwaltungsrecht kennenlernt. Dafür gehen die Referendare zum Beispiel zu einem Amts- oder Landgericht, zur Staatsanwaltschaft, in eine Kanzlei und zu einer Behörde wie der Polizei. Eine weitere Station kann man frei wählen. Das Rechtsreferendariat schließt mit der Zweiten Juristischen Staatsprüfung ab. Sie wird von den Landesjustizprüfungsämtern abgenommen. Achtung: Nur wer beide Prüfungen bestanden hat, ist »Volljurist/in« und kann als selbstständiger Rechtsanwalt, Staatsanwalt, Richter oder im höheren Verwaltungsdienst arbeiten. Wer hingegen einen Bachelor in Rechtswissenschaft macht, legt kein Staatsexamen ab. Mit diesem Abschluss kann man zum Beispiel als Jurist in der Verwaltung oder in einer Rechtsabteilung arbeiten.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Was unterscheidet Eigentum von Besitz?
  • Wann hat ein Angeklagter das Recht auf einen Pflichtverteidiger?
  • Wann ist eine Person geschäftsfähig?
  • Welche Merkmale unterscheiden Mord und Totschlag?
  • Wo sind Windkraftanlagen zulässig?
  • Wann liegt sexuelle Belästigung vor?
  • Wann ist eine Kündigung rechtmäßig?
  • Wann müssen Manager bei einer Firmenpleite persönlich haften?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du abstrakt denken und präzise formulieren kannst und dich für Rechtsfragen interessierst. »In unserem Fach geht es darum, vernünftige Lösungen für gesellschaftliche Konflikte zu finden«, sagt Joachim Lege, Professor an der Universität Greifswald und Vorsitzender des Deutschen Juristen-Fakultätentags. Wer Jura studiert, muss sich mit komplizierten Gesetzestexten und Kommentaren auseinandersetzen und selbst schlüssige Texte verfassen. »Viele denken, Jura sei trocken«, sagt Joachim Lege. »Das ist aber ein großer Irrtum, denn das Fach berührt jeden Aspekt des Lebens.« So entscheidet etwa das Urheberrecht, ob man einen Film kostenlos streamen darf. Außerdem sei »ein gehöriges Maß an Ausdauer« wichtig, denn für die Examensprüfungen müssten die Studierenden viel Stoff wiederholen.

Gibt es einen NC?

Mehr als die Hälfte der rechtswissenschaftlichen Studiengänge hat einen NC, oft im Zweierbereich.