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Jura studieren

Juristen beschäftigen sich mit Recht und Gesetz.
Ein Artikel von Kathrin Fromm. Mitarbeiter: Daniel Kastner

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Jura

Darum geht es

Rechtsanwälte verteidigen Mandanten, Staatsanwälte vertreten das öffentliche Interesse, und Richter fällen Urteile: Juristen haben sehr unterschiedliche Aufgaben, durchlaufen jedoch alle dieselbe Ausbildung. Mithilfe von Gesetzen lösen die Studenten Beispielfälle, von Erbschaftsstreitigkeiten über Verfassungsbeschwerden bis hin zu Mordfällen. »Als Jurist muss man sich in die unterschiedlichsten Interessenkonflikte hineindenken – und dann mit juristischen Methoden ergründen, wer im Recht ist«, sagt Joachim Lege, Professor an der Universität Greifswald und Vorsitzender des Deutschen Juristen-Fakultätentags. Die Jurastudenten lernen, wie das Rechtssystem aufgebaut ist und was die drei Hauptgebiete – das Zivilrecht, das Strafrecht und das Öffentliche Recht – ausmacht. Hinzu kommen Grundlagen zur Rechtsgeschichte, zur Rechtsphilosophie und zum Verfahrensrecht, das unter anderem regelt, wie ein Prozess abläuft und geführt wird. In den ersten Semestern sind die Inhalte des Studiums fest vorgegeben. Erst später wählt jeder Student zusätzlich zu den drei Hauptgebieten einen Schwerpunkt wie etwa Europa- oder Völkerrecht, Kriminologie, Arbeits-, Familienoder Medizinrecht aus. An einigen Universitäten gibt es zahlreiche Schwerpunkte, manche bieten dagegen nur drei oder vier an. Für die Erste Juristische Prüfung (bestehend aus Staatsexamen und Universitätsprüfung) nach frühestens sieben Semestern muss man zudem eine Fremdsprache sowie insgesamt drei Monate Praxis (etwa bei einem Anwalt oder bei Gericht) nachweisen. Anschließend folgt ein zweijähriges Referendariat, in dem man die Arbeit im Zivil-, im Straf- und im Verwaltungsrecht kennenlernt. Dafür gehen die Referendare zum Beispiel zu einem Amts- oder Landgericht, zur Staatsanwaltschaft und zu einer Behörde, etwa zur Polizei. Eine weitere Station kann man frei wählen. Den Abschluss des Rechtsreferendariats bildet die Zweite Juristische Staatsprüfung. Sie wird von einer staatlichen Behörde abgenommen. Achtung: Nur wer beide Staatsexamina bestanden hat, ist ein sogenannter Volljurist und kann als Anwalt, Staatsanwalt, Richter oder im höheren Verwaltungsdienst arbeiten.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Jura

  • Interesse an / Bewusstsein für (gesellschafts-)politische Themen
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
  • Argumentations- und Diskussionsfähigkeit
  • Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • gute Deutsch- und Fremdsprachenkenntnisse
  • gute Allgemeinbildung

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

Eignung, Hürden, Irrtümer

Jurastudenten müssen abstrakt denken und präzise formulieren. »Besonders wichtig sind die sprachlichen Fähigkeiten, schließlich müssen sie sich mit schwierigen Texten auseinandersetzen und selbst schlüssige Gutachten verfassen«, sagt Joachim Lege. Es komme darauf an, bei jedem Fall herauszuarbeiten, was rechtlich relevant ist. Anfänger tun sich mit der Sprache der Juristen häufig schwer, viele empfinden das Fach als trocken. »Dabei berührt es jeden Aspekt des Lebens«, sagt Lege. So entscheidet etwa das Urheberrecht, ob man einen Film kostenlos streamen darf. Einige Unis haben für Jura keinen NC. Sonst liegt er oft im Einser- oder Zweierbereich. Manche Hochschulen verlangen sehr gute Noten in Deutsch, Mathe und Fremdsprachen.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Was unterscheidet Eigentum von Besitz?
  • Ist Schwarzfahren strafbar?
  • Wann hat ein Angeklagter das Recht auf einen Pflichtverteidiger?
  • Wer darf Verfassungsbeschwerde einlegen?
  • Wann ist eine Person geschäftsfähig?
  • Welche Merkmale unterscheiden Mord und Totschlag?
  • Wann entfaltet eine Strafe eine abschreckende Wirkung?
  • Was versteht man unter Arzthaftung?

Übrigens

Dank des sogenannten Taschengeldparagraphen (§ 110 BGB) dürfen Minderjährige ohne Zustimmung ihrer Eltern Rechtsgeschäfte vornehmen, wenn das Geld ihnen zur freien Verfügung überlassen wurde.