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Über das Fach

Wirtschaftsrecht studieren

Wirtschaftsjuristen sind Experten für rechtliche Fragen in Unternehmen.
Ein Artikel von Maria Retter

Wirtschaftsrecht studieren
Rankingergebnisse für
Wirtschaftsrecht

Darum geht es

Wenn Unternehmen eine Firmenübernahme planen, wenn sie ins Ausland expandieren oder ein Patent anmelden wollen, dann sind Wirtschaftsjuristen gefragt. Das Studium beinhaltet rechtliche und betriebswirtschaftliche Inhalte: Die Studierenden lernen, rechtliche Probleme auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu analysieren, und befassen sich mit rechtlichen Fragen in Unternehmen. »Wenn ein Kunde etwas reklamiert, prüft ein Wirtschaftsjurist nicht nur, ob dieser tatsächlich einen Anspruch hat. Er überlegt auch, ob es für das Unternehmen besser ist, die eigenen Rechte durchzusetzen oder kulant zu sein, um den Kunden langfristig zu halten«, sagt Peter Kiel von der Wirtschaftsjuristischen Hochschulvereinigung, der Professor für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Wismar ist. Auch für zahlreiche neue Entwicklungen sind Wirtschaftsjuristen gefragt, etwa im Bereich Datenschutz, Automatisierung oder Arbeitszeitflexibilisierung. Sie müssen zum Beispiel entscheiden, ob ein Mitarbeiter sensible Unterlagen ins Homeoffice mitnehmen darf oder wie dort seine Arbeitszeit erfasst werden kann.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Wirtschaftsrecht

  • Interesse an rechtlichen Inhalten / Gerechtigkeitsempfinden
  • Interesse an (betriebs-)wirtschaftlichen Themen und (betriebs-)wirtschaftliches Grundverständnis
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
  • Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • gute Deutsch- und Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

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So läuft das Studium ab

Im juristischen Teil des Studiums, der mindestens 60 Prozent ausmachen sollte, geht es besonders um Privatrecht. Die Studierenden lernen zum Beispiel, wie Verträge zwischen Kunden und Unternehmen geschlossen werden, wie man Allgemeine Geschäftsbedingungen gestaltet und welche Befugnisse die Gesellschafter einer GmbH haben. Kommunikationstraining, Verhandlungsführung und Rhetorik stehen ebenfalls auf dem Programm. Von Anfang an üben die Studierenden, praxisnahe Fälle selbst zu lösen. Schwerpunkte liegen oft auf Wettbewerbsrecht, internationalem Wirtschaftsrecht und Unternehmensberatung. Im betriebswirtschaftlichen Teil des Studiums lernen sie die Abteilungen eines Unternehmens kennen und beschäftigen sich mit Kostenrechentnung und Bilanzen, Controlling und Management. An den meisten Hochschulen steht auch ein Praxissemester auf dem Lehrplan.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Welche Bestimmungen gelten, wenn man Produkte im Ausland verkaufen will?
  • Welche Gesetze sind für welche Unternehmensform relevant?
  • Welche Rechte und Pflichten hat ein Unternehmen gegenüber Lieferanten?
  • Welche rechtlichen Schritte leitet man bei einer Reklamation ein?
  • Was darf man im Bewerbungsgespräch fragen – und was nicht?
  • Wie setzt eine Firma ihre Forderung durch, wenn ein Kunde nicht zahlt?
  • Bei welchen Vertragsgestaltungsaufgaben lassen sich programmierbare Vertragsmuster einsetzen?
  • Wie unterstützt man Unternehmen dabei, rechtliche Vorschriften zu erfüllen?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... »du Freude an Sprache und am Umgang mit Texten hast«, sagt Peter Kiel. Ein Wirtschaftsrechtsexperte liest viel, und zwar nicht nur juristische Fachtexte oder spezifische Gesetzestexte, sondern auch Quartalsergebnisse, Unternehmensberichte und Statistiken. Er muss also mit juristischen Formulierungen ebenso vertraut sein wie mit der mathematischen Seite. Zahlen muss man mögen und interpretieren können. Ein gutes Zeit- und Selbstmanagement ist wichtig, denn es nimmt einige Zeit in Anspruch, um sich in komplexe juristische Sachverhalte einzuarbeiten. Eine Hürde in den ersten Semestern ist vor allem die große Stofffülle, schließlich muss man sich in zwei Bereiche einarbeiten. Spezifische Herangehensweisen und Falllösungsmethoden sind für die meisten Studierenden neu. Wichtig zu wissen: Absolventen eines Wirtschaftsrechtstudiums können später nicht als Richter oder Anwälte arbeiten. Das geht nur mit dem klassischen Jurastudium.

Gibt es einen NC?

Rund 40 Prozent der Studiengänge haben einen NC. Oft liegt er im Zweierbereich.

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