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Wirtschaftsrecht studieren

Wirtschaftsjuristen sind Experten für rechtliche Fragen in Unternehmen.
Ein Artikel von Lisa Srikiow. Mitarbeiter: Johanna Ritter

Wirtschaftsrecht studieren
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Wirtschaftsrecht

Darum geht es

Wenn Unternehmen eine Übernahme planen, ins Ausland expandieren oder ein Patent anmelden, dann sind Wirtschaftsjuristen gefragt. Im Studiengang Wirtschaftsrecht geht es um rechtliche und um betriebswirtschaftliche Inhalte. Wirtschaftsjuristen arbeiten aus der Perspektive eines Unternehmens und beziehen dabei auch nicht juristische Aspekte mit ein. »Wenn ein Kunde etwas reklamiert, prüft ein Wirtschaftsjurist nicht nur, ob dieser tatsächlich einen Anspruch hat. Er überlegt auch, ob es für das Unternehmen besser ist, die eigenen Rechte durchzusetzen oder kulant zu sein, um den Kunden langfristig zu halten«, sagt Peter Kiel, Professor für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Wismar. Im juristischen Teil des Studiums, der mindestens 60 Prozent ausmachen sollte, geht es besonders intensiv um das Privatrecht. Die Studenten lernen zum Beispiel, wie Verträge zwischen Kunden und Unternehmen geschlossen werden, wie man allgemeine Geschäftsbedingungen gestaltet und welche Befugnisse die Gesellschafter einer GmbH haben. Von Anfang an üben sie, praxisnahe Fälle zu lösen. Später liegt der Schwerpunkt oft auf Wettbewerbsrecht, internationalem Wirtschaftsrecht und Unternehmensberatung. Im betriebswirtschaftlichen Teil des Studiums lernen sie die Abteilungen eines Unternehmens kennen und beschäftigen sich mit Kostenrechnung und Bilanzen, Controlling und Management. Schließlich müssen sie wissen, was Manager tun, denn ihnen werden sie später zur Seite stehen. »In Fallstudien entwickelt man erste Businesspläne und Unternehmensstrategien«, sagt Peter Kiel. Kommunikationstraining, Verhandlungsführung, Mediation und Rhetorik gehören auch zum Stoff. In den höheren Semestern setzt man eigene Schwerpunkte. Typische Fächer sind Arbeitsrecht, Steuerrecht, Insolvenzrecht und Unternehmenssanierung. An den meisten Hochschulen ist ein Praxissemester vorgesehen, das man zum Beispiel in der Rechts- oder Personalabteilung eines Unternehmens oder beim Steuerberater absolviert.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Wirtschaftsrecht

  • Interesse an rechtlichen Inhalten / Gerechtigkeitsempfinden
  • Interesse an (betriebs-)wirtschaftlichen Themen und (betriebs-)wirtschaftliches Grundverständnis
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
  • Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • gute Deutsch- und Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15

Eignung, Hürden, Irrtümer

Als Wirtschaftsjurist sollte man Spaß am Kommunizieren haben, an der Arbeit mit Texten und an logischem Denken. »Wir wollen Menschen mit Argumenten überzeugen. Dafür müssen wir Gesetzestexte und Verträge genau analysieren, auch wenn diese oft abstrakt formuliert sind«, sagt Peter Kiel. »Sehr gutes Englisch ist unverzichtbar.« An einigen Hochschulen kann man auch Sprachen wie Spanisch, Russisch oder Chinesisch für Juristen lernen. »Diese Zusatzkompetenz kann einem im Berufsleben große Vorteile bescheren. Deshalb sollte man bei der Hochschulwahl darauf achten, welche Fremdsprachen angeboten werden«, sagt Peter Kiel. Etwa die Hälfte der Studiengänge hat einen NC, oft liegt er im Zweierbereich. Wichtig: Mit einem Abschluss in Wirtschaftsrecht kann man nicht Anwalt, Staatsanwalt oder Richter werden. Das geht nur mit dem zweiten Staatsexamen aus dem klassischen Jurastudium.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Welche Bestimmungen gelten, wenn man Produkte im Ausland verkaufen will?
  • Welche Gesetze sind für welche Unternehmensform relevant?
  • Welche Rechte und Pflichten hat ein Unternehmen gegenüber Lieferanten und Kunden?
  • Welche Gerichte sind für welche Rechtsansprüche zuständig?
  • Welche rechtlichen Schritte leitet man bei einer Reklamation ein?
  • Wie gestaltet man rechtssichere Verträge?
  • Wie setzt eine Firma ihre Forderungen durch, wenn ein Kunde nicht zahlt?
  • Welche Bezahlsicherheit kann man Kunden beim Online-Shopping bieten?
  • Wie unterstützt man Unternehmen dabei, rechtliche Vorschriften zu erfüllen?

Übrigens

Ein peruanischer Bauer hat den Energiekonzern RWE verklagt. Er wirft ihm vor, für den Klimawandel mitverantwortlich zu sein. Das Oberlandesgericht Hamm nahm die Klage als zulässig an.

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