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Über das Fach

Wirtschaftsrecht studieren

Im Wirtschaftsrecht geht es um rechtliche Fragen in Unternehmen.
Ein Artikel von Maria Retter. Mitarbeit: Christian Heinrich.

Wirtschaftsrecht studieren
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Wirtschaftsrecht

Darum geht es

Wenn Unternehmen eine Firmenübernahme planen, wenn sie ins Ausland expandieren oder ein Patent anmelden wollen, dann sind Wirtschaftsjuristen gefragt. Das Studium umfasst rechtliche und betriebswirtschaftliche Inhalte. Die Studierenden lernen, rechtliche Probleme auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu analysieren, und befassen sich mit rechtlichen Fragen in Unternehmen. »Ein Wirtschaftsjurist ist eine Art Pfadfinder, der für seine Firma nach den besten Wegen durch den Gesetzesdschungel sucht«, sagt Peter Kiel, Professor für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Wismar und Vertreter der Wirtschaftsjuristischen Hochschulvereinigung. Aktuell geht es viel um die Themen Digitalisierung und Datenschutz. Wirtschaftsjuristen prüfen etwa, ob mehrere Mitarbeiter im Wechsel eine allgemeine Firmen-E-Mail-Adresse verwenden können und wie dabei der Datenschutz gewahrt bleibt oder wie man die Arbeitszeit erfasst, wenn Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Wirtschaftsrecht

  • Interesse an rechtlichen Inhalten / Gerechtigkeitsempfinden
  • Interesse an (betriebs-)wirtschaftlichen Themen und (betriebs-)wirtschaftliches Grundverständnis
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
  • Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • gute Deutsch- und Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15.

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So läuft das Studium ab

Im juristischen Teil des Studiums, der mindestens 60 Prozent ausmachen sollte, geht es besonders um Privatrecht. Die Studierenden lernen zum Beispiel, wie Verträge zwischen Kunden und Unternehmen geschlossen werden, wie man die allgemeinen Geschäftsbedingungen gestaltet und welche Befugnisse die Gesellschafter einer GmbH haben. Kommunikationstraining, Verhandlungsführung und Rhetorik stehen ebenfalls auf dem Programm. Von Anfang an üben die Studierenden, praxisnahe Fälle selbst zu lösen. Schwerpunkte liegen oft auf Wettbewerbsrecht, internationalem Wirtschaftsrecht und Unternehmensberatung. Im betriebswirtschaftlichen Teil des Studiums lernen sie die Abteilungen eines Unternehmens kennen und beschäftigen sich mit Kostenrechnung und Bilanzen, Controlling und Management. An den meisten Hochschulen steht auch ein Praxissemester auf dem Lehrplan, das man zum Beispiel in der Rechtsabteilung eines Unternehmens absolvieren kann.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Welche Bestimmungen gelten, wenn man Produkte im Ausland verkaufen will?
  • Welche Gesetze sind für welche Unternehmensform relevant?
  • Welche Rechte und Pflichten hat ein Unternehmen gegenüber Lieferanten?
  • Wie kann ein international tätiges Unternehmen die Rechte und Pflichten in verschiedenen Ländern jeweils optimal für sich nutzen?
  • Was darf man im Bewerbungsgespräch fragen – und was nicht?
  • Wie setzt eine Firma ihre Forderung durch, wenn ein Kunde nicht zahlt?
  • Bei welchen Vertragsgestaltungsaufgaben lassen sich programmierbare Vertragsmuster einsetzen?
  • Wie unterstützt man Unternehmen dabei, rechtliche Vorschriften zu erfüllen?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... »du dich gern mit Texten und Zahlen beschäftigst«, sagt Peter Kiel. Wirtschaftjuristen lesen viel, und zwar nicht nur juristische Fachtexte oder Gesetzestexte, sondern auch Quartalsergebnisse, Unternehmensberichte und Statistiken. Sie müssen mit juristischen Formulierungen ebenso vertraut sein wie mit der ökonomischen Seite und Zahlen interpretieren können. Ihre Aufgabe ist es, aus den oft umfangreichen Texten und Zahlensammlungen das herauszufiltern, worauf es ankommt. Eine Hürde in den ersten Semestern ist vor allem die große Stofffülle, schließlich muss man sich in zwei Bereiche einarbeiten. Die juristischen Methoden sind für die meisten Studierenden neu und darum ungewohnt. Wichtig zu wissen: Wer ein Wirtschaftsrechtsstudium absolviert hat, kann später nicht als Richter oder Anwalt arbeiten. Das geht nur mit dem klassischen Jurastudium. Studiengänge für Wirtschaftsrecht sind meist an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften angesiedelt.

Gibt es einen NC?

Rund 40 Prozent haben einen NC. Oft liegt er im Zweierbereich.

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