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Architektur

Architekten entwerfen, planen und realisieren Gebäude.
Ein Artikel von Meike Fries. Mitarbeit: Oliver Burgard

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Architektur

Architektur studieren:
Darum geht es

Ob Wohnungen, Parkhäuser oder Unigebäude: Im Architekturstudium lernt man, Bauwerke zu planen – vom Entwurf bis hin zur Realisierung auf der Baustelle. Wie stark das Studium technisch oder künstlerisch orientiert ist, hängt vom Hochschultyp und vom Studiengang ab. Die Nachwuchsarchitekten üben, ihre Ideen als Skizze, Modell oder dreidimensionale Computerdarstellung auszuarbeiten. Sie lernen den Umgang mit CAD-Software (Computer-aided Design) und auch mit BIM (Building Information Modeling) zur Erfassung von Gebäudedaten. Die Studenten zeichnen aber auch viel mit der Hand und bauen Modelle aus Karton, Kunststoff, Holz und Metall, wobei sie Geräte wie Laser- Cutter und 3-D-Drucker einsetzen. Regelmäßig stellen sie ihre Entwürfe zur Diskussion – genau wie später im Berufsleben. Die kreativen Anteile sind im Arbeitsalltag aber meist geringer als im Studium. Ein realistisches Berufsbild lässt sich in einem Praktikum vor Studienbeginn gewinnen. »Am besten auf einer Baustelle, weil dort sichtbar wird, wie vielfältig die Aufgaben von Architekten sind«, sagt Herbert Bühler, Professor an der Fachhochschule in Münster. Technisches Wissen wird unter anderem in der Tragwerkslehre vermittelt, die sich mit Statik und Stabilität befasst. Auch Bauphysik, Bauchemie, Gebäudekunde, Baurecht, Stadtplanung und Baumanagement stehen auf dem Programm. Die Studenten sind auch unterwegs, um Stadtviertel oder Bauprojekte zu analysieren. »Exkursionen sind unverzichtbar«, sagt Bernd Rudolf, der als Professor an der Bauhaus-Universität in Weimar forscht und lehrt. »Fotos von Bauwerken können den authentischen Eindruck nicht ersetzen. Gebäude sind unsere Bibliothek.« Wer als Architekt arbeiten will, muss bei einer Landesarchitektenkammer eingetragen sein. Dafür braucht man neben dem Studienabschluss in Deutschland zwei Jahre Berufserfahrung. Meist hat man davor drei Jahre auf Bachelor plus zwei Jahre auf Master studiert. Ausnahmen sind einige achtsemestrige Bachelorprogramme, die für eine Zulassung in Deutschland ausreichen. Für eine internationale Tätigkeit muss man jedoch fünf Studienjahre nachweisen.

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Von Professoren empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten für ein Studium im Fach Architektur

  • Interesse an Kunst und Ästhetik / künstlerische und zeichnerische Fähigkeiten
  • räumliches Vorstellungsvermögen / räumliches Denken
  • Kreativität / gestalterische Fähigkeiten
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

Eignung, Hürden, Irrtümer

Architekturstudenten brauchen ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, technisches Verständnis, Kreativität und Durchhaltevermögen. Am Ende eines Semesters sind Nachtschichten nicht ungewöhnlich. Auch kritische Diskussionen gehören in den Seminaren dazu. »Kritik hilft, einen Entwurf Schritt für Schritt zu optimieren«, sagt Herbert Bühler. Kommunikationstalent ist ebenso wichtig, denn auf einer Baustelle muss man später im Beruf mit sehr unterschiedlichen Professionen und Menschen umgehen. »Architekten sollten gerne im Team arbeitet, denn die Aufgaben und Projekte werden immer komplexer«, sagt Bernd Rudolf. Neben Zeit und Nerven kostet dieses Studium auch Geld: für Zeichenprogramme, Skizzenbücher, Studienreisen und Material für Modelle. Außerdem braucht man einen leistungsfähigen Computer, um auch zu Hause mit der speziellen Software arbeiten zu können. Vielerorts gibt es keinen NC, und wenn doch, dann liegt er bei Zwei. Einige Unis und Fachhochschulen verlangen eine Mappe mit Entwürfen und laden zu Eignungstests und Interviews ein. Im Auswahlverfahren müssen die Bewerber dann ihr kreatives Talent zeigen, indem sie etwas zeichnen oder ein Modell bauen.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie berechnet man Kräfte und Lasten?
  • Wie zeichnet man Bauten dreidimensional?
  • Welche Materialien sind nachhaltig?
  • Welche Rolle spielt der Lichteinfall für die Raumwirkung?
  • Welche Kosten verursacht eine energetisch vernünftig geplantes Haus?
  • Wie funktionieren Heizungs- und Lüftungssysteme in einem Gebäude?
  • Wie kann man Baumaterial nach dem Abriss für andere Bauprojekte recyceln?
  • Welche Materialien sind nachhaltig?
  • Wie wirken sich Demografie und Zuwanderung auf die Stadtplanung aus?

Übrigens

Der höchste Kirchturm der Welt steht in Ulm. 161,53 Meter misst der Westturm des Ulmer Münsters. Das macht 768 Treppenstufen.

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