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Architektur studieren

Im Architekturstudium lernt man, Bauwerke zu entwerfen, zu planen und zu konstruieren.
Ein Artikel von Madlen Ottenschläger. Mitarbeit: Gabriele Meister.

Architektur studieren
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Architektur

Darum geht es

Wo Mieten explodieren, experimentieren Architekten mit platzsparenden, kostengünstigen Bauweisen. Generationenübergreifendes Wohnen beschäftigt sie ebenso wie die Umwidmung von Bestandsgebäuden wie Kirchen oder die Digitalisierung bei Bauplanungen. »Überall wird gebaut. Deshalb sind die Chancen für Absolventen gerade extrem gut«, sagt Clemens Bonnen, Professor an der Hochschule Bremen und Vorsitzender des Fachbereichstags Architektur. Die Studierenden lernen, Bauwerke zu planen – vom Entwurf bis zur Realisierung auf der Baustelle. Je nach Hochschultyp und Studiengang kann man technische oder künstlerische Schwerpunkte setzen. Wer sich in Deutschland als Architekt selbstständig machen möchte, muss bei einer Länderarchitektenkammer eingetragen sein. Dafür braucht es neben einem Abschluss – in der Regel nach fünf Jahren Bachelor- und Masterstudium, ansonsten in einem mindestens vierjährigen Bachelor – zwei Jahre Berufserfahrung. In anderen EU-Staaten gelten teils andere Regeln, in manchen kann man direkt nach einem fünfjährigen Studium in eine Kammer eintreten.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Architektur

  • Interesse an Kunst und Ästhetik / künstlerische und zeichnerische Fähigkeiten
  • räumliches Vorstellungsvermögen / räumliches Denken
  • Kreativität / gestalterische Fähigkeiten
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

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So läuft das Studium ab

Die Studierenden lernen das Entwerfen, Konzeptionieren und Gestalten. Sie arbeiten ihre Ideen als Skizze, Modell oder dreidimensionale Computerdarstellung aus. Zwar zeichnen sie auch mit der Hand und bauen Modelle aus Karton, Kunststoff oder Holz. Doch es wird immer auch am Computer gearbeitet. Der Umgang mit CAD (Computer-Aided Design) ist obligatorisch und wird schon früh im Studium vermittelt. Weil Planen und Bauen ohne theoretische und historische Bezüge unmöglich ist, stehen Kunst-, Baugeschichte und Architekturtheorie auf dem Lehrplan. Technische Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln unter anderem Baukonstruktions- und Tragwerkslehre, die sich mit dem Verbinden der Bauteile, der Statik und Stabilität befassen. Auch Bauphysik, Baurecht, Stadtplanung, Baumanagement und die Auseinandersetzung mit ökologischen Fragen gehören dazu. Häufig sind Studierende unterwegs, um Stadtviertel oder Bauprojekte zu analysieren. »Wenn man ein Museum planen soll, schaut man sich natürlich Museen an, die kürzlich gebaut wurden. Aber auch Klassiker wie die Bauhaus-Architektur in Weimar oder Dessau gehören dazu«, sagt Bernd Rudolf, Professor an der Bauhaus-Uni in Weimar und Präsident der Dekane- und Abteilungsleiterkonferenz für Architektur, Raumplanung und Landschaftsarchitektur. Wichtig zu wissen: Im Studium kommen schnell einige Hundert Euro pro Semester für Zeichenprogramme, Skizzenbücher, Werkmaterial und Studienreisen zusammen. Man kann sich jedoch um Stipendien bewerben.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie wird eine kreative Idee zum Entwurf?
  • Welche Auswirkungen haben Urbanisierungsprozesse?
  • Wie lassen sich Erkenntnisse über Baugeschichte und Nachhaltigkeit in eine Konzeption übertragen?
  • Welche Vorgaben sind bei der Realisierung eines Bauprojekts zu beachten?
  • Welche Computerprogramme wählt man für die Präsentation eines Entwurfs?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du abstrakt denken kannst, räumliche Vorstellungskraft, technisches Verständnis und Durchhaltevermögen besitzt. Gefragt sind außerdem Team- und Kritikfähigkeit sowie Kommunikationstalent, denn auf der Baustelle oder im Büro der Auftraggeber muss man später mit sehr unterschiedlichen Menschen umgehen können. »Deshalb ist es wichtig, im Studium sicher auftreten und verständlich präsentieren zu lernen«, sagt Bernd Rudolf.

Gibt es einen NC?

Rund die Hälfte der Studiengänge hat einen NC, der aber sehr unterschiedlich ausfällt. Die Mehrzahl der Hochschulen wählt Studierende zusätzlich über Eignungsverfahren aus, zum Beispiel verlangen sie Mappen mit Entwürfen. Einige schreiben auch vor, dass man vor dem Studium ein Praktikum im Baugewerbe oder in einem Architekturbüro absolviert hat.