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2019 / 20
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Über das Fach

Bauingenieurwesen studieren

Bauingenieure sorgen dafür, dass Bauten sicher, umweltverträglich und wirtschaftlich errichtet werden.
Ein Artikel von Madlen Ottenschläger

Bauingenieurwesen studieren
Rankingergebnisse für
Bau- und Umweltingenieurwesen

Darum geht es

Gebäude und Straßen, Offshore-Windparks, U-Bahn-Tunnel oder Sportstadien: All das planen und bauen Bauingenieure. Sie gestalten unsere Umwelt und prägen, wie wir leben – nicht nur heute, sondern auch für kommende Generationen. Ökologische Themen spielen eine große Rolle. Bauingenieure achten auf Ressourcenschutz, sie entwerfen Infrastruktur zur Energieverteilung oder planen Fahrradstraßen mit günstigen Ampelschaltungen. Anders als bei Architekten stehen weniger künstlerische, sondern funktionale Entwürfe im Vordergrund, es geht um Langlebigkeit und Sicherheit. Das umfasst scheinbar Selbstverständliches wie Fassaden, die auch in dreißig Jahren noch Wind und Wetter trotzen, einen wirksamen Brandschutz oder ein ausreichendes Abwassersystem. Immer wichtiger wird das »Internet der Dinge«, das Alltagsgegenstände mit Computertechnologie verknüpft und zu »Smart Objects« macht. Per Smartphone lassen sich beispielsweise Licht, Heizung und Lüftung von Gebäuden steuern.

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Weiterführende Informationen
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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Bau- und Umweltingenieurwesen

  • Affinität zur Mathematik / mathematische Vorkenntnisse
  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Technikinteresse / technisches Grundverständnis
  • räumliches Vorstellungsvermögen / räumliches Denken
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

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So läuft das Studium ab

Behandelt werden vor allem drei große Bereiche: Entwerfen, Bemessen und Organisieren. Entwerfen setzt Kreativität voraus: Wie soll eine Brücke aussehen? Zum Bemessen zählen Statik, Holzbau, Stahlbau, Massivbau, Geo- und Umwelttechnik. Beim Organisieren geht es um Bauprojekt- und Bauprozessmanagement. Zunächst eignen sich die Studierenden aber die Grundlagen an. »Wenn man den Bau einer Brücke oder Kläranlage plant, geht das nicht ohne Kenntnisse in Geologie, Biologie oder Chemie«, sagt Birger Gigla, Professor an der TH Lübeck und Vorsitzender des Fachbereichstages Bauingenieurwesen und Umweltingenieurwesen. Mathe, Physik, Mechanik und Informatik sind wichtig. Auch Betriebswirtschaftslehre, Vertragsrecht, Ressourcenwirtschaft, Ökologie und digitales Bauen werden gelehrt. Es kommt vor, dass die Studierenden in Gummistiefeln auf Baustellen stehen. Häufiger aber konstruieren sie Gebäude und Anlagen am Rechner. Sie verwenden dabei Software wie CAD (Computer-Aided Design) oder BIM (Building Information Modeling). An den meisten Universitäten und Fachhochschulen kann man in den höheren Bachelorsemestern Schwerpunkte wählen. Das Angebot reicht von Hochbau über Tunnelbau und Bauprozessmanagement bis hin zu Verkehrsplanung und Geotechnik. An den FHs ist häufig Masterein Praxissemester vorgesehen. Die Studierenden arbeiten dann etwa in einem Ingenieurbüro oder einer Baubehörde, danach folgt die Abschlussarbeit. Auch an den Universitäten, an denen die Praxisanteile geringer sind, schreiben viele ihre Bachelorarbeit über aktuelle Themen, zum Beispiel über das Recycling von Beton.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie berechnet man die Belastung eines Bauteils?
  • Welche Baumaterialien sind frei von Schadstoffen?
  • Wie plant man ein Bauprojekt digital?
  • Wie erstellt man ein Bodengutachten?
  • Wie lang ist die Lebensdauer einer Brücke?
  • Wie konzipiert man Fahrradstraßen?

Das Fach passt zu dir, wenn...

… du Spaß an Zahlen hast und ein großes naturwissenschaftliches Interesse besitzt. »Man muss aber nicht der totale Mathe-Crack sein«, sagt Birger Gigla. Wichtiger ist, dass du gerne im Team arbeitest und Kommunikationstalent und Durchhaltevermögen hast. »Im Berufsleben mutieren viele Bauingenieure vom Technikspezialisten zum Manager«, sagt Hans-Joachim Bargstädt, Professor für Baubetrieb an der Universität Weimar. Denn es gilt, mit Investoren, Behördenvertretern und Handwerkern umzugehen. Bauingenieure müssen außerdem bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Auf Baustellen sind sie für die Sicherheit vieler Menschen zuständig, und mit ihren Entscheidungen beeinflussen sie Lebensräume für Jahrzehnte.

Gibt es einen NC?

Rund ein Drittel der Studiengänge sind mit einem Numerus clausus belegt. Dieser liegt etwa bei Drei.

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