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2019 / 20
CHE Hochschulranking
 
Über das Fach

Pharmazie studieren

Pharmazeuten sind Experten für Arzneimittel.
Ein Artikel von Florian Schumann

Pharmazie studieren
Rankingergebnisse für
Pharmazie

Darum geht es

Krebs ist nicht gleich Krebs. Wenn etwa bei einer Brustkrebspatientin auf den Krebszellen bestimmte Strukturen vorhanden sind, kann man sie mit einem speziellen Antikörper bekämpfen, der bei anderen Krebszellen wirkungslos wäre. Für Pharmazeuten brechen mit solchen personalisierten Medikamenten spannende Zeiten an. »Die Wirkmechanismen stehen heute stark im Fokus, während man bei manchen älteren Arzneistoffen immer noch nicht genau weiß, wie sie wirken«, sagt Bernd Clement, Professor für Pharmazeutische Chemie an der Universität Kiel und Vorsitzender der Fachkonferenz Pharmazie. Die angehenden Pharmazeuten lernen, wie Arzneistoffe aufgebaut sind, wie sie wirken, wie man sie herstellt und welche Risiken die Verwendung haben kann. Sie beschäftigen sich auch damit, wie der menschliche Organismus funktioniert und was ihn krank macht. Mögliche Arbeitgeber sind die Pharmaindustrie, Arzneimittelprüfstellen und die Forschung. Die meisten Absolventen aber arbeiten in einer Apotheke, wo sie »dafür verantwortlich sind, die Bevölkerung ordnungsgemäß mit Arzneimitteln zu versorgen«, sagt Clement.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Pharmazie

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

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So läuft das Studium ab

Ein Pharmaziestudium dauert in der Regel acht Semester, hinzu kommt das Praktische Jahr. Im Grundstudium, das mit dem Ersten Staatsexamen abschließt, beschäftigen sich die Studierenden mit naturwissenschaftlichen Grundlagen, vor allem Chemie. Außerdem stehen Pharmazeutische Analytik, Pharmazeutische Biologie sowie Pharmazeutische Technologie auf dem Lehrplan. Im Fach Arzneiformenlehre lernen die Studierenden erstmals die Zusammensetzung von Salben, Cremes und Zäpfchen und stellen sie auch her. Das Hauptstudium dreht sich um die Entwicklung und die Wirkung von Arzneimitteln. Die Studierenden vertiefen ihr Wissen in den fünf Fachgebieten der Pharmazie: Pharmazeutische/Medizinische Chemie, Pharmazeutische Biologie, Pharmazeutische Technologie, Pharmakologie/Toxikologie sowie Klinische Pharmazie. In den Semesterferien stehen insgesamt acht Wochen Praktika an, davon mindestens vier Wochen in einer Apotheke. Nach dem Zweiten Staatsexamen folgt das Praktische Jahr, davon sechs Monate in einer Apotheke. Nach dem Dritten Staatsexamen können die Absolventen ihre Zulassung zur Apothekerin oder zum Apotheker beantragen.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie wirkt ein Arzneistoff?
  • Wann helfen Antibiotika?
  • Woran erkennt man Heilpflanzen wie etwa Johanniskraut?
  • Welche Probleme treten auf, wenn man Antikörper als Arzneistoffe verwendet?
  • Wie minimiert man Nebenwirkungen?
  • Wie wendet man Asthmaspray richtig an?
  • Wie bestimmt man den Gehalt eines Arzneistoffes im Arzneimittel?
  • Welche Arzneimittel können sinnvoll kombiniert werden?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du »an Naturwissenschaften in ihrer ganzen Breite« interessiert bist, wie Bernd Clement sagt. Nicht enttäuscht sein, wenn es im Studium nicht von Beginn an um medizinische Fragen geht: In den ersten Semestern werden erst mal die Grundlagen gelegt, auch in den praktischen Übungen. Erst danach geht es um Medikamente und Patienten. Gute Kenntnisse in den Naturwissenschaften erleichtern den Einstieg enorm, auch wenn es zu Beginn Vorlesungen wie »Chemie für Pharmazeuten« gibt, die das Schulwissen auffrischen. Die Arbeit im Labor erfordert Geschick und Ausdauer. Oft muss man Versuche wiederholen, bevor sie gelingen. Außerdem sollte es einen nicht stören, mit kranken Menschen zu tun zu haben: Apotheker haben einen Heilberuf, und es gehört zu ihren Aufgaben, Patienten zu beraten. Fast 70 Prozent der Studierenden sind Frauen, noch mehr als bei Medizin und Zahnmedizin.

Gibt es einen NC?

Pharmazie ist bundesweit zulassungsbeschränkt, der NC liegt in aller Regel im Einserbereich. Voraussichtlich ab 2020 werden neue Regeln gelten.

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