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Pharmazie studieren

Pharmazeuten sind Experten für Arzneimittel.
Ein Artikel von Katharina Wagner. Mitarbeit: Cornelia Weber

Pharmazie studieren
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Pharmazie

Darum geht es

Nicht jede Kopfschmerztablette ist für jeden geeignet, Kinder brauchen andere Medikamente als Erwachsene, manche Arzneimittel haben starke Nebenwirkungen: Das alles haben Pharmazeuten im Blick. Im Studium lernen sie, welche Arzneistoffe es gibt, wie sie wirken, wie man sie herstellt und welche Risiken bei der Anwendung auftreten können. Sie beschäftigen sich zudem damit, wie der menschliche Organismus funktioniert und was ihn krank macht. Ein Pharmaziestudium dauert in der Regel acht Semester, hinzu kommt das Praktische Jahr. Im Grundstudium, das mit dem ersten Staatsexamen abschließt, beschäftigen sich Studenten mit naturwissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen. Außerdem stehen Pharmazeutische Analytik, Pharmazeutische Biologie sowie Pharmazeutische Technologie auf dem Lehrplan. Das Hauptstudium dreht sich dann um die Entwicklung und die Wirkung von Arzneimitteln. Die Studenten vertiefen dabei ihr Wissen in den fünf Fachgebieten der Pharmazie: Pharmazeutische/Medizinische Chemie, Pharmazeutische Biologie, Pharmazeutische Technologie, Pharmakologie/Toxikologie sowie Klinische Pharmazie. Bereits im ersten Semester wenden sie dieses Wissen auch im Labor an. »Dort weisen die Studenten zum Beispiel Eisen- oder Magnesium-Ionen nach, die im Organismus vorkommen«, sagt Bernd Clement, Professor für Pharmazeutische Chemie an der Universität Kiel und Vorsitzender der Fachkonferenz Pharmazie. In den Semesterferien machen die Studenten insgesamt acht Wochen lang Praktika, davon mindestens vier Wochen in einer Apotheke. Das zweite Staatsexamen muss bestanden sein, bevor der letzte Teil des Pharmaziestudiums folgt: das Praktische Jahr. Währenddessen arbeiten die Studenten sechs Monate lang in einer Apotheke, die restliche Zeit verbringen sie in einem Berufsfeld ihrer Wahl. »Viele entscheiden sich für ein pharmazeutisches Industrieunternehmen, einige auch für die Forschung oder eine Arzneimittelprüfstelle«, sagt Clement. Nach dem dritten Staatsexamen können die Absolventen ihre Zulassung zum Apotheker oder zur Apothekerin beantragen.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Pharmazie

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

Eignung, Hürden, Irrtümer

Wer erwartet, dass er sich von Beginn an mit medizinischen Fragen beschäftigt und Wirkstoffe herstellt, wird enttäuscht sein: In den ersten beiden Semestern werden zunächst die Grundlagen gelegt, auch in den praktischen Übungen – erst danach geht es um Medikamente und Patienten. Gute Kenntnisse in den Naturwissenschaften erleichtern Studenten den Einstieg, auch wenn es zu Beginn Vorlesungen wie »Chemie für Pharmazeuten« gibt, die das Schulwissen auffrischen. Generell ist das Pharmaziestudium stark strukturiert und sehr zeitintensiv, weil zu den Vorlesungen und Seminaren die praktische Arbeit im Labor kommt. Sie erfordert Geschick und Ausdauer: Oft muss man Versuche mehrmals wiederholen, bis man Erfolg hat. Außerdem sollte es einen nicht stören, mit kranken Menschen zu tun zu haben. »Apotheker haben einen Heilberuf, und es gehört zu ihren Aufgaben, Patienten zu beraten«, sagt Professor Bernd Clement aus Kiel. Das Fach Pharmazie ist bundesweit zulassungsbeschränkt, der Numerus clausus liegt im Einserbereich.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wann helfen Antibiotika?
  • Woran erkennt man Arzneipflanzen wie zum Beispiel Salbei?
  • In welcher Dosis ist ein Medikament tödlich?
  • Welche Probleme treten auf, wenn man Antikörper als Arzneistoffe verwendet?
  • Wie minimiert man Nebenwirkungen?
  • Welches Krebsmedikament wirkt bei einem bestimmten Patienten am besten?
  • Wie ist Asthmaspray aufgebaut?
  • Welche Arzneimittel können sinnvoll miteinander kombiniert werden?

Übrigens

Theodor Fontane arbeitete als Apotheker, bis er den Beruf 1849 aufgab und sich dem Schreiben widmete.

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