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Pharmazie studieren

Die Pharmazie erforscht und entwickelt Arzneimittel.
Ein Artikel von Florian Schumann. Mitarbeit: Gabriele Meister.

Pharmazie studieren
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Pharmazie

Darum geht es

Krebs ist nicht gleich Krebs. Wenn etwa bei einer Brustkrebspatientin auf den Krebszellen bestimmte Strukturen vorhanden sind, kann man sie mit einem speziellen Antikörper bekämpfen, der bei anderen Krebszellen wirkungslos wäre. »In der Pharmazie tritt die Frage immer mehr in den Vordergrund, wie und warum Arzneistoffe bei einem Menschen wirken und beim anderen nicht. Die individuelle Behandlung rückt immer stärker in den Mittelpunkt«, sagt Bernd Clement, Professor für Pharmazeutische Chemie an der Uni Kiel und Vorsitzender der Fachkonferenz Pharmazie. Die angehenden Pharmazeuten lernen, wie Arzneistoffe aufgebaut sind, wie sie wirken, wie man sie herstellt und welche Risiken die Verwendung haben kann. Sie beschäftigen sich auch damit, wie der menschliche Organismus funktioniert und was ihn krank macht. Mögliche Arbeitgeber für Absolventen sind die Pharmaindustrie, Arzneimittelprüfstellen und die Forschung. Auch wenn Tätigkeiten in der Industrie an Attraktivität gewinnen: Die meisten Absolventen arbeiten in der Apotheke. »Viele sagen vorher, dass sie nach dem Studium eher nicht in eine öffentliche Apotheke wollen, aber dann gefällt ihnen das Pflichtpraktikum so gut, dass sie später doch wieder dort arbeiten«, sagt Bernd Clement.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Pharmazie

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16.

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So läuft das Studium ab

Ein Pharmaziestudium dauert in der Regel acht Semester plus das Praktische Jahr. Bis zum Ersten Staatsexamen lernen die Studierenden naturwissenschaftliche Grundlagen, vor allem Chemie und Biologie. Außerdem stehen Pharmazeutische Analytik, Pharmazeutische Biologie sowie Pharmazeutische Technologie auf dem Lehrplan. Im Fach Arzneiformenlehre studiert man erstmals die Zusammensetzung von Salben, Cremes und Zäpfchen und stellt sie auch her. Im weiteren Verlauf des Studiums dreht sich alles um die Entwicklung und die Wirkung von Arzneimitteln. Die Studierenden vertiefen ihr Wissen in den fünf Fachgebieten der Pharmazie: Pharmazeutische/Medizinische Chemie, Pharmazeutische Biologie, Pharmazeutische Technologie, Pharmakologie/Toxikologie sowie Klinische Pharmazie. In den Semesterferien machen sie acht Wochen Praktikum, davon mindestens vier Wochen in einer Apotheke. Nach dem Zweiten Staatsexamen folgt das Praktische Jahr. Es beinhaltet sechs Monate oder mehr in einer Apotheke, außerdem sammelt man Erfahrungen etwa in der Industrie, im Krankenhaus, an Hochschulen oder bei »Apotheker ohne Grenzen«. Nach dem Dritten Staatsexamen können die Absolventen ihre Zulassung (Approbation) zur Apothekerin oder zum Apotheker beantragen.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie wirkt ein Arzneistoff?
  • Wann helfen Antibiotika?
  • Woran erkennt man Heilpflanzen wie etwa Johanniskraut?
  • Welche Probleme treten auf, wenn man Antikörper als Arzneistoffe verwendet?
  • Wie minimiert man Nebenwirkungen?
  • Welche Arzneimittel lassen sich sinnvoll kombinieren?
  • Wie baut der Körper Arzneistoffe ab?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du an Naturwissenschaften in ihrer ganzen Breite interessiert bist. Nicht enttäuscht sein, wenn es nicht sofort um medizinische Fragen geht: In den ersten Semestern werden zunächst die Grundlagen gelegt, auch in den praktischen Übungen. Erst danach geht es um Medikamente und Patienten. Gute Kenntnisse in den Naturwissenschaften erleichtern den Einstieg enorm, auch wenn es Vorlesungen wie »Chemie für Pharmazeuten« gibt, die das Schulwissen auffrischen. Die Arbeit im Labor erfordert Geschick und Ausdauer. Oft muss man Versuche wiederholen, bevor sie gelingen. »Aber es lohnt sich, wenn man mit einer neuen Arznei Millionen von Menschen das Leben retten kann«, sagt Clement. Knapp 70 Prozent der Studierenden sind Frauen, noch mehr als bei Zahnmedizin und Medizin.

Gibt es einen NC?

Pharmazie ist bundesweit zulassungsbeschränkt, der NC lag bisher in aller Regel im Einserbereich. Nun ist die Zulassung reformiert worden.

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