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Chemie studieren

In der Chemie geht es um die Eigenschaften und die Herstellung von Stoffen.
Ein Artikel von Daniel Kastner. Mitarbeit: Gabriele Meister

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Chemie

Darum geht es

Chemische Prozesse laufen ständig und überall ab: in Solarzellen oder Handyakkus, in der Waschmaschine oder im Verbrennungsmotor, in Pflanzen und im menschlichen Körper. In der Chemie untersucht man Reaktionen zwischen Molekülen in der Natur und vollzieht sie im Labor nach. Auf dieser Basis werden neue Materialien, Verfahren und Wirkstoffe entwickelt, die zum Beispiel in Brennstoffzellen, Medikamenten oder Reinigungsmitteln zum Einsatz kommen. »Als Chemiker beschäftigen wir uns mit großen Themen wie mit der Entwicklung von Tests, um Krankheiten wie Covid-19 nachzuweisen. Dafür arbeiten wir zum Beispiel mit Medizinern und Biochemikern zusammen«, sagt Arno Pfitzner, Professor an der Uni Regensburg und Sprecher der Konferenz der Fachbereiche Chemie. Gerade im Bereich Nachhaltigkeit sind die Berufschancen zurzeit sehr gut, aber auch in der Chemieindustrie und sogar bei Versicherungen sind chemisches Wissen beziehungsweise die Fähigkeit, Risiken zu analysieren, gefragt. Im Labor arbeiten Chemieabsolventen nur noch selten. Sie müssen als Laborleiter aber wissen, wie man Stoffe trennt oder wie sich Gase verhalten. »Man sollte sich nicht zu viele Gedanken darüber machen, welche Fachrichtungen heute populär sind. Studium und Promotion dauern insgesamt acht bis neun Jahre, bis man damit fertig ist, hat sich sowieso manches geändert«, sagt Wolfram Koch, Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Chemiker.

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So läuft das Studium ab

In den ersten vier Semestern befassen sich die Studierenden vor allem mit Organischer, Anorganischer, Physikalischer und Analytischer Chemie. Sie lernen, welche Eigenschaften die Elemente im Periodensystem haben und wie grundlegende Reaktionen ablaufen. Sie beschäftigen sich mit Verbindungen mit und ohne Kohlenstoff, mit Redoxreaktionen und Säure-Base-Gleichgewichten, mit Thermodynamik und Bindungslehre. Mathematik und Physik gehören ebenfalls dazu. In den Vorlesungen werden häufig chemische Experimente vorgeführt. Bei den Laborpraktika lernen die Studierenden, wie man Massen und Volumina bestimmt, Substanzen herstellt und aus welchen Bestandteilen sich Stoffgemische zusammensetzen. Dabei arbeiten sie mit Reagenzglas, Pipette und Bunsenbrenner, verwenden Farbstoffe und üben den Umgang mit ätzenden oder giftigen Verbindungen. Zu den Versuchen verfassen die Studierenden Protokolle, in denen sie Versuchsaufbau und Ablauf beschreiben müssen. Auch die Auswertung am Computer mit Programmen wie Excel oder Matlab gehören dazu. Digitalisierung und Big Data spielen dabei eine wichtige Rolle. Ab dem fünften Semester wählen die Studierenden eigene Schwerpunkte, etwa Materialwissenschaften, Biochemie oder Computerchemie. Oft können sie dann schon ein erstes eigenes Forschungsprojekt beginnen.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie stellt man fest, welche Stoffe in Lebensmitteln enthalten sind?
  • Wie kann man CO₂ aus der Atmosphäre entfernen?
  • Welche Systematik hat das Periodensystem?
  • Wovon hängen die Geschwindigkeiten chemischer Reaktionen ab?
  • Wie könnte eine autarke Energieversorgung in ärmeren Ländern aussehen?
  • Wie funktioniert ein Katalysator?
  • Wodurch unterscheidet sich ein Metall von einem Nichtmetall?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du neben der Freude am Experimentieren auch handwerkliches Geschick mitbringst. Im Labor ist Teamarbeit die Regel. Mindestens ebenso wichtig wie die praktische Arbeit sind abstraktes und analytisches Denken sowie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, denn Moleküle sind dreidimensionale Gebilde. Man braucht außerdem Disziplin und geistiges und körperliches Durchhaltevermögen, weil Experimente nicht immer gelingen und man viele Stunden im Labor steht. Auch die große Menge Lernstoff ist eine Herausforderung.

Gibt es einen NC?

Die große Mehrheit der Studiengänge ist zulassungsfrei. In seltenen Fällen gibt es ein Auswahlgespräch.