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In VWL geht es um die großen wirtschaftlichen Zusammenhänge.
Ein Artikel von Maria Retter. Mitarbeit: Christian Heinrich.

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Darum geht es

Ist Entwicklungshilfe immer gut, oder kann sie auch schaden? Wie kann eine Regierung mit Protektionismus und Freihandel Beschäftigung und Wohlstand im Inland beeinflussen? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Volkswirtschaftslehre (VWL). Es geht um die großen wirtschaftlichen Zusammenhänge in einzelnen Staaten und darüber hinaus in staatenübergreifenden Wirtschaftsräumen wie zum Beispiel der Eurozone. Studierende analysieren diese ökonomischen Zusammenhänge und erklären sie. Daraus lassen sich auch Prognosen erstellen. Wie einzelne Akteure Entscheidungen treffen, wird im Rahmen der Mikroökonomie betrachtet, gesamtwirtschaftliche Vorgänge wie Arbeitslosigkeit und Wachstum bei der Makroökonomie. Diese beiden Aspekte sind die Säulen der Volkswirtschaft. Im Vergleich zu anderen wirtschaftlichen Studienrichtungen ist VWL deutlich theoretischer und abstrakter. Während BWLer sich in Zeiten eines Wirtschaftsabschwungs darüber Gedanken machen, ob Mitarbeiter entlassen werden müssen, denken VWLer grundsätzlicher darüber nach, warum es der Wirtschaft schlecht geht und welche Folgen das hat. »Im VWL-Studium lernt man, die Geld- und Warenströme in einer Volkswirtschaft in eleganten Modellen zu erklären und auf die wirtschaftlichen Interessen der beteiligten Menschen zurückzuführen«, sagt Ivo Bischoff, Professor für VWL an der Universität Kassel und stellvertretender Vorsitzender des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätentags. »Dabei geht es nicht nur um ganz offensichtliche Wirtschaftsthemen. Auch mit gesellschaftlichen Fragen wie der Migration beschäftigen sich VWLer aktuell, weil sie wirtschaftliche Auswirkungen haben«, sagt Bischoff.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach VWL

  • Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen (96 %)
  • Affinität zur Mathematik / mathematische Vorkenntnisse (65 %)
  • Englischkenntnisse (62 %)
  • Interesse an der Auseinandersetzung mit Theorien (55 %)
  • Argumentations- / Diskussionsfähigkeit (48 %)
  • Interesse an wirtschaftlichen und ökonomischen Themen / wirtschaftliches und ökonomisches Grundverständnis (43 %)
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft (42 %)
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens (40 %)
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen (38 %)
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium (38 %)
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken (37%)
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken (36 %)
  • Interesse an (gesellschafts-)politischen Themen (12 %)

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2020/2021. Prozentangaben in Klammern: Anteil der befragten Professor(inn)en, die die jeweilige Voraussetzung genannt haben.

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So läuft das Studium ab

Man beginnt mit den Grundlagen: Mikro- und Makroökonomik, Wirtschaftspolitik, Statistik, Mathematik sowie Ökonometrie, die Lehre der Anwendung der Statistik auf ökonomische Fragen. In den höheren Semestern vertiefen die Studierenden ihre Kenntnisse, etwa in Finanzwissenschaft oder Industrieökonomik. Dann geht es zum Beispiel um Einnahmen und Ausgaben des Staates, um Monopolkontrolle und Sozialpolitik.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Kann die Wirtschaft immer weiter wachsen?
  • Warum zahlen wir Steuern?
  • Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung?
  • Wie wirkt sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China auf die Inflation, den Arbeitsmarkt und andere Länder aus?
  • Wie beeinflusst die alternde Gesellschaft unser Rentensystem?
  • Ist Hartz IV gerecht?
  • Werden die Reichen immer reicher?
  • Warum ist Wettbewerb wichtig?
  • Wie werden Angebot und Nachfrage nach wirtschaftlichen Gütern bestimmt?
  • Wie errechnet man gesellschaftlichen Wohlstand?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... »du Interesse an gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen hast«, sagt Bischoff. Egal ob Handelskonflikt, Brexit, Finanzblase, Schuldenkrise, Bankenkrach oder Arbeitslosigkeit: Den Wirtschaftsteil in der Zeitung sollte man als VWLer nicht überblättern Studienanfänger werden früh in eine mathematisch-abstrakte Modellwelt eingeführt. Es dauert etwas, bis man den Stoff tatsächlich anwenden kann. Disziplin benötigen Studierende für die Fülle an Grundlagenstoff. Wichtig zu wissen, bevor man das Fach wählt: In der VWL geht es nicht nur um Finanzpolitik. In der Verhaltensökonomie spielt beispielsweise Philosophie eine große Rolle. Es geht immer auch um Menschen, die Entscheidungen treffen – hier fließen soziologische Inhalte mit ein.

Gibt es einen NC?

An weniger als der Hälfte der Unis gibt es einen Numerus clausus. Oft liegt er im Zweierbereich.