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Die VWL behandelt die großen wirtschaftlichen Zusammenhänge.
Ein Artikel von Maria Retter. Mitarbeit: Christian Heinrich

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VWL

Darum geht es

Welche Folgen hat es, wenn Bankzinsen niedrig sind? Wie kann eine Regierung dafür sorgen, dass mehr Waren importiert und exportiert werden? Welche wirtschaftlichen Folgen haben strenge Abgasnormen? Und was passiert, wenn der Bund sich wegen Corona hoch verschuldet? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Volkswirtschaftslehre (VWL). Es geht um die großen wirtschaftlichen Zusammenhänge in einzelnen Staaten und in staatenübergreifenden Wirtschaftsräumen, etwa der Euro-Zone. Im Vergleich zu anderen wirtschaftlichen Studienrichtungen ist VWL deutlich abstrakter. Während Betriebswirte sich in Zeiten eines Wirtschaftsabschwungs darüber Gedanken machen, ob ihr Unternehmen Mitarbeitende entlassen sollte und wenn ja, wie viele, denken Volkswirte grundsätzlicher darüber nach, warum es der Wirtschaft schlecht geht. »Eine zentrale Frage der VWL ist, wie man angesichts knapper Ressourcen die richtigen Entscheidungen trifft«, sagt Ivo Bischoff, Professor für VWL an der Universität Kassel und stellvertretender Vorsitzender des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätentags. Dabei gehe es nicht nur um Geld, sondern auch um Zeit, Rohstoffe und um Mobilität. »Sozialer Zusammenhalt ist aus der Perspektive der VWL auch eine knappe gesellschaftliche Ressource«, sagt Bischoff. Volkswirte befassen sich auch mit gesellschaftlichen Fragen wie zum Beispiel Migration, weil sie auch wirtschaftliche Auswirkungen haben können. Psychologie spielt ebenfalls eine Rolle: Wie beeinflusst die Persönlichkeit eines Menschen sein wirtschaftliches Handeln? Wie wirkt sich zum Beispiel Angst auf Kaufentscheidungen aus?

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Weiterführende Informationen
Alle Rankingergebnisse für das Fach VWL

Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach VWL

  • Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen (96 %)
  • Affinität zur Mathematik / mathematische Vorkenntnisse (65 %)
  • Englischkenntnisse (62 %)
  • Interesse an der Auseinandersetzung mit Theorien (55 %)
  • Argumentations- / Diskussionsfähigkeit (48 %)
  • Interesse an wirtschaftlichen und ökonomischen Themen / wirtschaftliches und ökonomisches Grundverständnis (43 %)
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft (42 %)
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens (40 %)
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen (38 %)
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium (38 %)
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken (37%)
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken (36 %)
  • Interesse an (gesellschafts-)politischen Themen (12 %)

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2020/2021. Prozentangaben in Klammern: Anteil der befragten Professor(inn)en, die die jeweilige Voraussetzung genannt haben.

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So läuft das Studium ab

Man beginnt mit den Grundlagen. Die tragenden Säulen der VWL sind die Mikro- und die Makroökonomie. Die Mikroökonomie betrachtet, wie einzelne Akteure Entscheidungen treffen. Gesamtwirtschaftliche Vorgänge wie Arbeitslosigkeit und Wachstum sind Bereiche der Makroökonomie. Weitere wichtige Themen sind Wirtschaftspolitik, Statistik, Mathematik sowie Ökonometrie, die Lehre von der Anwendung der Statistik auf wirtschaftliche Fragen. In den höheren Semestern vertiefen die Studierenden ihre Kenntnisse, etwa in Finanzwissenschaft oder Industrieökonomik. Dann geht es zum Beispiel um Einnahmen und Ausgaben des Staates, um Monopolkontrolle oder Sozialpolitik.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie treffen einzelne Unternehmen und Haushalte Entscheidungen?
  • Wie lässt sich das mathematisch darstellen?
  • Wie entsteht Wachstum, und wo liegen seine Grenzen?
  • Wie kann man Arbeitslosigkeit mithilfe eines mathematischen Modells erklären?
  • Warum trifft Covid-19 die Wirtschaft hart?
  • Kann eine Marktwirtschaft klimaneutral handeln oder braucht es einen Systemwandel?
  • Warum ist Wettbewerb wichtig?
  • Wie hängen Geld- und Gütermärkte zusammen?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... »du Interesse an den großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen hast«, sagt Bischoff. Egal ob Handelskonflikt, Brexit, Finanzblase, Schuldenkrise, Bankenrettung oder Arbeitslosigkeit: Die Wirtschaftsberichterstattung sollten Studierende aus echtem Interesse lesen. Studienanfänger werden früh in eine mathematisch-abstrakte Modellwelt eingeführt, die im Studium großen Raum einnimmt. Gleichungen und Kurvendiskussionen sind ständige Begleiter, und obwohl das Interesse an wirtschaftspolitischen Themen wichtig ist, haben die Grundlagen damit zunächst oft wenig zu tun. Es dauert, bis man den Stoff irgendwann tatsächlich auf aktuelle Fragen anwenden kann. Im Vorteil ist, wer kein Problem mit Mathe hat und gern systematisch und abstrakt denkt. Am besten schaut man sich einmal ein Lehrbuch zur Mikro- oder Makroökonomie an, um sich ein erstes Bild zu machen.

Gibt es einen NC?

An etwa der Hälfte der Universitäten, die das Fach anbieten, gibt es einen Numerus clausus. Oft liegt er im Zweierbereich.