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Über das Fach

Politikwissenschaft studieren

Politikwissenschaftler beschäftigen sich mit politischen Prozessen und Institutionen.
Ein Artikel von Kathrin Fromm. Mitarbeit: Daniel Kastner

Politikwissenschaft studieren
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Politikwissenschaft / Sozialwissenschaften

Darum geht es

Sind CDU und CSU weiterhin Volksparteien, vertritt die SPD noch die Interessen der Arbeiter? Was sagen die jüngsten Wahlergebnisse in Deutschland und Europa über die Bindungskraft von Parteien aus? Mit solchen Fragen setzen sich Politikwissenschaftler auseinander. Außerdem vergleichen sie die politischen Systeme verschiedener Länder miteinander, beschäftigen sich mit politischen Theorien, politischer Ökonomie sowie der Friedens- und Konfliktforschung. »Die zentrale Frage der Politikwissenschaft lautet: Wie stellen soziale Gruppen Ordnung her, um ein Zusammenleben zu ermöglichen – innerhalb eines Staates, aber auch international?«, sagt Carlo Masala, Politikprofessor an der Universität der Bundeswehr in München und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Politik. Das Politikstudium erschöpft sich aber nicht in Theorien – die Studenten lernen zum Beispiel auch, Wahlergebnisse oder gesellschaftliche Trends mit statistischen Methoden zu analysieren. Die Politikwissenschaft nutzt darüber hinaus Ansätze und Denkweisen verschiedener Fachrichtungen. Zu den wichtigsten Nachbarwissenschaften gehören Soziologie, Ethnologie, Völkerrecht und Geschichte. »Man muss aber auch Grundzüge der Volkswirtschaftslehre kennen, um etwa zu verstehen, wie sich eine Schuldenkrise politisch regulieren lässt«, sagt Carlo Masala. Das Politikstudium kann bereits im Bachelor inhaltlich, aber auch methodisch sehr unterschiedlich sein. »Jeder Fachbereich für Politikwissenschaften setzt eigene inhaltliche Schwerpunkte«, sagt Marc Debus, Professor für Politikwissenschaft an der Uni Mannheim und Vorstandsmitglied der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW). An manchen Instituten beschäftigt man sich vor allem mit Europa, an anderen steht die Innenpolitik oder der internationale Vergleich im Mittelpunkt, wieder andere befassen sich besonders intensiv mit Methoden und Statistik. »Es lohnt sich deshalb, sich darüber schon vorab auf den Webseiten der Institute zu informieren«, so Debus.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Politikwissenschaft / Sozialwissenschaften

  • Interesse an Politik
  • Interesse an der Auseinandersetzung mit Theorien
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Argumentations- und Diskussionsfähigkeit
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbstmanagement
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

Eignung, Hürden, Irrtümer

»Das Politikstudium ist keine Vorbereitung auf den Beruf des Politikers«, sagt Carlo Masala. Politikwissenschaftler seien häufig in der Politikberatung tätig, als wissenschaftliche Mitarbeiter für Parlamentsabgeordnete oder auch in der Industrie, wo sie beispielsweise Lobbyarbeit leisten. Deshalb sei es ratsam, den politischen Betrieb kennenzulernen, zum Beispiel durch ein Praktikum im Bundestag, bei einem Verband oder einer Partei. Im Studium selbst steht die Theorie im Vordergrund. »Die Studenten lernen, aktuelle Fragestellungen zu untersuchen, sich dabei auf fundierte Theorien zu beziehen, die daraus abgeleiteten Hypothesen zu überprüfen und hierzu teilweise komplexe Datenstrukturen zu nutzen«, erläutert Marc Debus von der Uni Mannheim. Politikstudenten sollten viel lesen, insbesondere auf Englisch, und sich für das politische Tagesgeschehen interessieren. Die meisten Bachelorstudiengänge in Politik haben einen NC, der im Zweierbereich, manchmal auch im Einserbereich liegt. Einzelne Unis verlangen die Teilnahme an einem Auswahltest.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Was definiert einen Staat?
  • Wie unterscheiden sich Aufgaben und Rollen von Premierminister und Präsident in verschiedenen Regierungssystemen?
  • Was ist eine gerechte Gesellschaft, und wie lässt sie sich verwirklichen?
  • Wie ist die Europäische Union aufgebaut – und welche Zukunft hat sie?
  • Wie nutzen politische Parteien soziale Medien wie Facebook und Twitter?
  • Welche Auswirkungen hat der Aufstieg Chinas auf die internationale Ordnung?
  • Bedroht der weltweit zunehmende Nationalismus Zusammenschlüsse wie EU oder UN?

Übrigens

Als älteste Republik der Welt gilt der Zwergstaat San Marino – seine republikanische Tradition reicht je nach Lesart 400, 800 oder fast 1700 Jahre zurück.