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Über das Fach

Politikwissenschaft studieren

Die Politikwissenschaft beschäftigt sich mit politischen Institutionen, Prozessen und Inhalten.
Ein Artikel von Antonia Kelloms. Mitarbeit: Oliver Burgard.

Politikwissenschaft studieren
Rankingergebnisse für
Politikwissenschaft / Sozialwissenschaften

Darum geht es

Welche Faktoren beeinflussen Wahlen in Ostdeutschland? Wie unterscheiden sich die Bewegungen »Fridays for Future« und »Extinction Rebellion«? Auf welche Themen setzt Donald Trump in seinem zweiten Präsidentschaftswahlkampf? Mit solchen Fragen setzen sich Politikwissenschaftler auseinander. Außerdem vergleichen sie die politischen Systeme verschiedener Länder und befassen sich mit politischer Ökonomie, Friedens- und Konfliktforschung und politischen Theorien. »Theorie ist ein Werkzeug, um das politische Geschehen zu hinterfragen und besser zu verstehen«, sagt Florian Grotz, Politikprofessor an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP). Dabei werden auch Nachbarfächer einbezogen. Zu den wichtigsten gehören Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Geschichte, Kommunikationswissenschaft und Philosophie. Das Politikstudium erschöpft sich aber nicht in Theorien – die Studierenden lernen zum Beispiel auch, wie sie Wahlergebnisse oder gesellschaftliche Trends mit statistischen Methoden analysieren können.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Politikwissenschaft / Sozialwissenschaften

  • Interesse an Politik
  • Interesse an der Auseinandersetzung mit Theorien
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Argumentations- und Diskussionsfähigkeit
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbstmanagement
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16.

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So läuft das Studium ab

In den ersten Semestern stehen die drei großen Teildisziplinen des Fachs im Vordergrund: Vergleichende Regierungslehre, Internationale Beziehungen und Politische Theorie. Außerdem lernen die Studierenden in Methodenkursen, wie man Statistiken auswertet, Umfragen konzipiert und computergestützte Textanalysen durchführt. In höheren Semestern werden die genannten Teildisziplinen vertieft. Daneben bieten die Universitäten auch Wahlkurse mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Das kann Europa oder Asien sein, Innenpolitik, internationale Vergleiche oder auch Methodenlehre und Statistik. Man sollte sich darüber vor Beginn des Studiums informieren. An den meisten Unis sind Praktika verpflichtend. Die Studierenden können etwa bei Parteien und Verbänden oder in Redaktionen erste Berufserfahrung sammeln. Im Master können sich die Absolventen spezialisieren, etwa auf Internationale Beziehungen oder Politikmanagement.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie entstehen Demokratien, und aus welchen Gründen brechen sie zusammen?
  • Wie können sich Bürger an politischen Prozessen beteiligen?
  • Wie verändert sich die politische Kommunikation durch die neuen Medien?
  • Welche Bedeutung hat Karl Marx für linke Politik von heute?
  • Wie unterscheiden sich die Aufgaben und Rollen von Premierminister und Präsident in verschiedenen Regierungssystemen?
  • Wie ist die Europäische Union aufgebaut, und welche Zukunft hat sie?
  • Wie reagieren unterschiedliche Regierungen auf den Klimawandel?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du gern viel liest, mit englischen Texten kein Problem hast und dich für das politische Tagesgeschehen interessierst. Eine politische Meinung zu haben ist das eine, Politik wissenschaftlich zu analysieren etwas ganz anderes. »Viele unterschätzen den wissenschaftlichen Anspruch des Fachs«, sagt Armin Schäfer, Professor für Politikwissenschaft an der Uni Münster und Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW). »Es reicht nicht, einfach nur politisch interessiert zu sein.« Wegen der verschiedenen Themen, Theorien und Methoden finden manche das Fach am Anfang verwirrend. Es gilt, sich einen Überblick zu verschaffen und eigene Schwerpunkte zu setzen: »Aus der Spezialisierung im Studium ergibt sich oft eine berufliche Perspektive«, sagt Florian Grotz. Politikwissenschaftler sind später zum Beispiel in der Politikberatung tätig, als wissenschaftliche Mitarbeiter für Parlamentsabgeordnete, als Journalisten oder in der Industrie, wo sie beispielsweise Lobbyarbeit leisten.

Gibt es einen NC?

Mehr als die Hälfte der Studiengänge hat einen NC, oft im Zweierbereich. In einigen Fällen muss man einen Auswahltest bestehen.