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2019 / 20
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Über das Fach

Psychologie studieren

Psychologen erkunden das Erleben und Verhalten von Menschen.
Ein Artikel von Florian Schumann

Psychologie studieren
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Psychologie

Darum geht es

Können Männer manches besser als Frauen? Ähneln sich Eltern und ihre Kinder wegen der Erziehung oder weil sie die gleichen Gene haben? Kann eine Psychotherapie die Persönlichkeit von Menschen verändern? In einem Psychologiestudium lernt man, solche Fragen zu untersuchen und die Ergebnisse einzuschätzen, auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien. Birgit Spinath ist Professorin an der Universität Heidelberg und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Sie sagt: »Es geht uns vor allem darum, wie Menschen fühlen, denken und lernen und wie daraus Verhalten entsteht.« Dabei kombinieren Psychologen immer häufiger Messmethoden, um physiologische Reaktionen darzustellen. Smartwatches zum Beispiel können dabei helfen herauszufinden, wie gestresst jemand gerade ist. Mithilfe solcher Datensammlungen können sich Psychologen dann ein umfassenderes Bild von der Stimmungslage einer Person machen.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Psychologie

  • Interesse am Umgang mit Menschen
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

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So läuft das Studium ab

Ein Psychologie-Bachelor dauert in der Regel sechs Semester. Zu Beginn erhalten die Studierenden einen Überblick: Allgemeine Psychologie steht genauso auf dem Plan wie Sozialpsychologie oder Differentielle Psychologie, die sich mit Unterschieden zwischen Menschen beschäftigt, sowie Entwicklungspsychologie, bei der es darum geht, wie sich Menschen im Laufe ihres Lebens verändern. Auch Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie sowie Arbeits- und Organisationspsychologie gehören zum Stoff. Die Studierenden lernen, Tests zu entwickeln, etwa zum Thema Selbstwertgefühl. Das geht nicht ohne methodisches Wissen: In Statistik lernen sie, wie man Daten erhebt, auswertet und welche Kriterien wissenschaftliche Studien erfüllen müssen. Auch ein Pflichtpraktikum gehört in der Regel dazu, etwa in einer Klinik, bei einer Erziehungsberatung, in einer Personalabteilung oder in der Forschung. Ein Masterabschluss ist Standard. Wer hinterher als Psychotherapeut arbeiten will, muss dafür eine spezielle Ausbildung machen. Sie dauert noch einmal mindestens drei Jahre und kostet etwa 30.000 Euro. Viele absolvieren sie berufsbegleitend.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Was passiert im Gehirn, wenn wir Probleme lösen?
  • Was sagt ein Facebook-Profil über die Persönlichkeit?
  • Gibt es kulturelle Unterschiede im Erleben?
  • Was motiviert uns bei der Arbeit?
  • Wie überwinden Flüchtlinge ein Trauma?
  • Wie entwickelt man einen Fragebogen, um Kompetenzen zu erfassen?
  • Wie wirkt Gewalt in Medien auf die Psyche des Betrachters?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du neugierig bist und dich für Menschen interessierst. »Es reicht aber nicht, sich gut in Menschen einfühlen zu können«, sagt Birgit Spinath. Vielmehr komme es darauf an, hartnäckig zu sein, logisch denken zu können. Viel Fachliteratur ist auf Englisch. Außerdem denken viele bei Psychologie nur an Psychotherapie, doch im Studium lernt man erst einmal Grundlagen. »Wer mit dem Anspruch kommt, sofort Menschen helfen zu können, wird enttäuscht sein«, sagt Spinath. Viele sind überrascht davon, wie viel Statistik sie lernen müssen. Die Hauptmotivation sollte es nicht sein, eigene Probleme lösen zu wollen. Die Studierenden müssen stabil genug sein, um sich zu hinterfragen, auch vor anderen in einer Gruppe. Mit 74 Prozent hat die Psychologie übrigens einen noch höheren Frauenanteil als Medizin, Zahnmedizin oder Pharmazie. Wegen der hohen Nachfrage gibt es immer mehr private Hochschulen. Sie verlangen jedoch teils hohe Gebühren. Man sollte vorher prüfen, ob man mit dem Abschluss zur Psychotherapeutenausbildung zugelassen wird, sagt Spinath.

Gibt es einen NC?

Ja. An staatlichen Unis braucht man in aller Regel fürs Psychologiestudium ein Einser-Abi. Ausnahme: An der Fernuni Hagen hat Psychologie keinen Numerus clausus.

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