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Über das Fach

Erziehungswissenschaft studieren

Die Erziehungswissenschaft befasst sich mit Bildung in allen Altersgruppen und Institutionen.
Ein Artikel von Antonia Kelloms. Mirarbeit: Oliver Burgard

Erziehungswissenschaft studieren
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Erziehungswissenschaft

Darum geht es

Alles, was wir im Leben lernen, kann ein Thema der Erziehungswissenschaft sein. Sie befasst sich mit Bildungsprozessen von der Geburt bis ins hohe Alter. Es geht um sämtliche Formen, Methoden und Orte der Bildungsvermittlung, im Mittelpunkt stehen Kitas, Schulen, Unis, Unternehmen, der soziale Bereich und Seniorenheime. Im Studium kann man sich auf ein Gebiet spezialisieren, etwa auf interkulturelle Bildung oder Erwachsenenpädagogik, die zum Beispiel für die Personalentwicklung in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst wichtig ist. Weitere Schwerpunkte sind die »Pädagogik der frühen Kindheit«, also der Lebensjahre vor der Schule, und die Organisationspädagogik. Dabei geht es um Bildungsplanung in Gesellschaft und Politik und die Weiterbildung in Unternehmen. Wegen der inhaltlichen Breite des Fachs können die Absolventen in vielen Branchen Arbeit finden: als Leiter eines Pflegeheims, als Bildungsplanerin in einer Behörde, als Projektmanager für E-Learning in einem Verlag. An Bedeutung gewonnen habe das Thema Lernen im fortgeschrittenen Lebensalter, sagt Manuela Pietraß, Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität der Bundeswehr München und Präsidentin des Erziehungswissenschaftlichen Fakultätentags: »Erwachsenenbildung und mit ihr die berufliche Weiterbildung sind ebenfalls wichtige Arbeitsfelder für die Absolvent*innen.« Die meisten fangen gleich nach dem Bachelor an zu arbeiten, doch mit einem Master vergrößern sich die Chancen auf eine verantwortungsvollere, besser bezahlte Stelle.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Erziehungswissenschaft

  • Interesse an der Auseinandersetzung mit Theorien
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Argumentations- / Diskussionsfähigkeit
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17.

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So läuft das Studium ab

Wer Erziehungswissenschaft (auch Pädagogik genannt) studiert, beschäftigt sich zunächst mit Grundbegriffen wie Bildung, Lernen, Erziehung und Sozialisation und mit den dazugehörigen Theorien. Die Studierenden lernen verschiedene Herangehensweisen für erziehungswissenschaftliche Probleme. Ihnen wird vermittelt, wie man Lernprozesse analysiert und Lehre didaktisch plant, wie man Lernprobleme erkennt und passende Bildungspläne konzipiert. Außerdem erlernen sie wissenschaftliche Methoden wie Interview, Beobachtung, Befragung und die Auswertung von Forschungsdaten. An den meisten Hochschulen bekommen sie Einblicke in Fächer wie Psychologie, Soziologie oder Recht. Ab dem dritten Semester wählen sie einen oder zwei Schwerpunkte. Zum Ende des Studiums folgt ein Pflichtpraktikum, etwa in einem Kindergarten oder einer Personalabteilung.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie werden die Begriffe Erziehung, Sozialisation und Bildung definiert?
  • Welche Chancen und Risiken bringt die Digitalisierung im Bildungswesen?
  • Wie kann man Inklusion an Schulen und in der Kinder- und Jugendhilfe umsetzen?
  • Welchen Beitrag kann die Jugendhilfe für die soziale Integration leisten?
  • Wie kann man Heranwachsende in bildungsfernen Milieus fördern?
  • Wie ist es möglich, Menschen im Alter geistig aktiv zu halten?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du Freude am Austausch mit Menschen hast, dich aber auch für die Hintergründe von Lernprozessen interessierst. »Neben der direkten pädagogischen Arbeit mit Menschen haben viele Absolventen später mit eher abstrakten Themen wie Bildungsplanung und Bildungsorganisation zu tun«, sagt Pietraß. Dazu müssen sie sich mit Daten und Zahlen auskennen: »An Statistik kommt man im Studium nicht vorbei.« Di Studierenden lernen, Konzepte für menschliches Verhalten und Verstehen zu beleuchten und unterschiedliche Lebenssituationen zu berücksichtigen. Viele glauben, Erziehungswissenschaft sei etwas für angehende Lehrer. Richtig ist: Zur Lehrerausbildung gehört mehr als Erziehungswissenschaft. Wer sich für ein rein erziehungswissenschaftliches Studium entscheidet, beschäftigt sich vor allem mit Bildung und Erziehung außerhalb des Schulunterrichts.

Gibt es einen NC?

Die Mehrzahl der Studiengänge hat einen NC, der häufig zwischen Zwei und Drei liegt.