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2019 / 20
CHE Hochschulranking
 
Über das Fach

Erziehungswissenschaft studieren

Erziehungswissenschaftler befassen sich mit der Bildung in allen Altersgruppen.
Ein Artikel von Antonia Kelloms

Erziehungswissenschaft studieren
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Erziehungswissenschaft

Darum geht es

Flucht und Migration beeinflussen auch die Erziehungswissenschaft: Sie erforscht zum Beispiel, wie man Geflüchtete unterstützen kann, eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz zu bekommen. Ein anderes wichtiges Thema ist die Bildungsforschung. Hier wird untersucht, wie man Benachteiligungen abbauen kann und unter welchen Bedingungen Schüler gut lernen. Das Fach Erziehungswissenschaft ist sehr vielfältig, die Unis bieten zahlreiche Themenfelder an, auf die man sich spezialisieren kann. Manche konzentrieren sich auf die interkulturelle Bildung, andere auf die Sozialpädagogik, die sich mit hilfsbedürftigen Menschen beschäftigt – ähnlich wie die Soziale Arbeit. Pädagogik der frühen Kindheit, also der Lebensjahre vor der Schule, ist ein weiterer, neuerer Schwerpunkt. Wer Erziehungswissenschaft studiert, hat gute Berufsaussichten: »Der Arbeitsmarkt für Erziehungswissenschaftler war noch nie so gut wie heute«, sagt Karin Böllert, Professorin an der Uni Münster und Präsidentin des Erziehungswissenschaftlichen Fakultätentages. Durch den Ausbau der Ganztagsschulen und der frühkindlichen Bildung seien etwa viele neue Stellen entstanden.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Erziehungswissenschaft

  • Interesse an der Auseinandersetzung mit Theorien
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Argumentations- / Diskussionsfähigkeit
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

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So läuft das Studium ab

Wer Erziehungswissenschaft (auch Pädagogik genannt) studiert, beschäftigt sich zunächst mit Grundbegriffen wie Bildung, Erziehung und Sozialisation und mit den dazugehörigen Theorien. Die Studierenden erlernen verschiedene Handlungsmethoden – das Handwerkszeug eines Erziehungswissenschaftlers. Dazu gehören zum Beispiel Gruppenarbeit, familienorientierte Maßnahmen und sogenannte Einzelfallhilfen. Die Studierenden beschäftigen sich außerdem mit den Forschungsmethoden des Fachs. Sie lernen, wie man eine Gruppendiskussion führt oder wie Pisa und andere Bildungsstudien funktionieren. An den meisten Unis bekommen die Studierenden auch Einblicke in Fächer wie Psychologie, Soziologie und Recht. Ab dem dritten Semester wählen sie einen, manchmal auch zwei Schwerpunkte. Zum Ende des Studiums folgt ein circa achtwöchiges Pflichtpraktikum, zum Beispiel in einem Kindergarten oder in der Behindertenhilfe. Das Thema der Bachelorarbeit wählen die Studierenden selbst aus. Die meisten Bachelor-Absolventen fangen gleich an zu arbeiten. »Wer aber eine verantwortungsvollere und besser bezahlte Stelle möchte, sollte einen Masterabschluss machen«, rät Böllert.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie werden die Begriffe Erziehung, Sozialisation und Bildung definiert?
  • Wie kann man Inklusion an Schulen und in der Kinder- und Jugendhilfe umsetzen?
  • Welche Folgen hat eine Privatisierung von Schulen und Universitäten?
  • Wie bringt man Erwachsenen das Lesen und Schreiben bei, die es in der Schule nicht richtig gelernt haben?
  • Welche Chancen bietet die Digitalisierung im Bildungswesen?
  • Wie kann der Kita-Ausbau gelingen?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du Freude an der Arbeit mit Menschen hast, dich aber auch für die Hintergründe interessierst, denn pädagogisches Handeln beruht nicht einfach auf Rezepten, die man immer wieder anwenden kann – dafür sind Personen, Gruppen und Situationen zu verschieden. Es gilt, zahlreiche Modelle für menschliches Verhalten zu lernen. Außerdem verändern sich ständig die Rahmenbedingungen, unter denen Erziehungswissenschaftler forschen und arbeiten, genauso wie die Gesellschaft. »Erziehungswissenschaft ist nichts für Menschen, die nicht flexibel sind«, sagt Karin Böllert. Viele glauben, Erziehungswissenschaft sei nur etwas für angehende Lehrer. Richtig ist: Zur Lehrerausbildung gehört auch Erziehungswissenschaft, doch wer sich für ein rein erziehungswissenschaftliches Studium entscheidet, beschäftigt sich vor allem mit Bildung und Erziehung außerhalb des Schulunterrichts.

Gibt es einen NC?

Die Mehrzahl der Studiengänge hat einen Numerus clausus.

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