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Medizin studieren

In der Medizin lernt man, wie der menschliche Körper funktioniert und wie man Krankheiten behandelt.
Ein Artikel von Florian Schumann. Mitarbeit: Gabriele Meister

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Medizin

Darum geht es

»Das Medizinstudium ist die Eintrittskarte zu einem der schönsten Berufe: Man kann Menschen in existenzieller Not helfen, über alle Altersgruppen und sozialen Hintergründe hinweg«, sagt Matthias Frosch, Professor an der Uni Würzburg und Präsident des Medizinischen Fakultätentags. Medizinstudierende beschäftigen sich mit den Ursachen von Krankheiten und möglichen Behandlungsmethoden. Zu den klassischen Inhalten des Studiums gehört zum Beispiel, wie Zellen aufgebaut sind oder wie man die Krankheitsgeschichte eines Patienten erfragt. Das Lernen hört nie auf. »Man muss immer auf Erkenntnisse und Ergebnisse aus Studien reagieren, zum Beispiel, wenn es sich um ein neues oder verändertes Virus handelt, für das dann neue Behandlungsmöglichkeiten gesucht werden müssen wie bei Covid-19«, sagt Frosch. Neue Erkenntnisse gewinnt man auch deshalb, weil man heute mit digitalen Methoden riesige Datensätze auswerten kann, etwa bei der Genom-Sequenzanalyse eines Menschen. Zunehmend entstehen sogenannte interprofessionelle Lernprojekte über Fächergrenzen hinweg. Dann sind beispielsweise Medizinstudierende, Pflege-Azubis und angehende Physiotherapeuten gemeinsam auf einer Klinikstation im Einsatz.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Medizin

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Teamfähigkeit
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
  • Interesse am Umgang mit Menschen
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Interesse am / Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbstmanagement
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor*innenbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2021/22.

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So läuft das Studium ab

Das Medizinstudium dauert zwölf Semester plus drei weitere Monate für das Staatsexamen. Im ersten Studienabschnitt geht es um naturwissenschaftliche Grundlagen wie Physiologie, Anatomie und Biochemie, hinzu kommen Laborpraktika und ein Präparierkurs, bei dem die Studierenden Leichen sezieren, um zu lernen, wie der Körper aufgebaut ist. Auf die Erste Ärztliche Prüfung nach vier Semestern folgt der nächste Abschnitt mit 22 Disziplinen (von Allgemeinmedizin bis Chirurgie) und zwölf fächerübergreifenden Themen wie Rehabilitation und Epidemiologie. In den Semesterferien macht man insgesamt vier Monate Praktika, die sogenannten Famulaturen. Die meisten Universitäten versuchen außerdem schon früh, praktische Fähigkeiten zu vermitteln. In Skills-Labs lernen Studierende zum Beispiel, wie man Blut abnimmt oder Wunden näht. Nach fünf Jahren Studium folgt die Zweite Ärztliche Prüfung und danach das Praktische Jahr, in dem die Studierenden im Krankenhaus oder in einer Praxis arbeiten und noch eine mündliche und eine praktische Prüfung ablegen. Danach schließen die meisten eine Facharztausbildung ab, um zum Beispiel Augenarzt, Frauenarzt oder Anästhesist zu werden; diese dauert weitere fünf bis sechs Jahre.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie sind Organe, Muskeln und Knochen aufgebaut?
  • Wie untersucht man Patienten?
  • Wie wirken Medikamente?
  • Wie beeinflusst das Mikrobiom, also alle Mikroben im menschlichen Körper, unsere Gesundheit?
  • Wie erkennt man einen Herzinfarkt?
  • Wie behandelt man ein Kind, das Scharlach hat?
  • Welche Krankheitserreger gibt es, und was bewirken sie im menschlichen Körper?
  • Welche Krankheiten können entstehen, wenn Stoffwechsel und Hormonhaushalt gestört sind?
  • Wie liest man eine wissenschaftliche Studie, und welche Schlüsse zieht man daraus für die Praxis?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du dich für Naturwissenschaften und den menschlichen Körper interessierst. Wichtig für den Umgang mit Patienten ist, dass du sensibel kommunizieren kannst. Auch Leistungsbereitschaft ist gefragt, denn Mediziner müssen sehr viel auswendig lernen und viele Klausuren schreiben. »Für Medizin braucht man in der Regel ein Spitzen-Abi oder ein gutes Ergebnis im Medizinertest. Wer das hat, schafft auch das Medizinstudium«, sagt Matthias Frosch. Wer in der Schule gut in den Naturwissenschaften war, ist im Vorteil. Manche Universitäten bieten vor Studienbeginn Brückenkurse an, in denen sie Grundlagen in Chemie und Biologie vermitteln.

Gibt es einen NC?

Der Numerus clausus lag meist im Einserbereich, oft sogar nahe 1,0. Mittlerweile wurde die Zulassung reformiert.

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