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Zahnmedizin studieren

Die Zahnmedizin widmet sich allen Krankheiten im Mund.
Ein Artikel von Florian Schumann. Mitarbeit: Gabriele Meister

Zahnmedizin studieren
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Zahnmedizin

Darum geht es

»Bei Zahnmedizin denken viele nur an Karies. Aber bei uns geht es nicht nur um die Behandlungen der Zähne, sondern des gesamten Mundraumes, zum Beispiel bei Entzündungen im Kiefer oder Tumoren an der Zunge«, sagt Andreas Jäger, Professor für Zahnmedizin an der Uni Bonn und Präsident der Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. »Man spricht deshalb mehr und mehr von Oralmedizin statt von Zahnmedizin.« Mundkrankheiten können sich auf andere Köperteile oder Organe auswirken, eine Entzündung an den Zähnen kann zum Beispiel das Risiko für einen Herzinfarkt vergrößern. »Zahnmediziner müssen diese Zusammenhänge kennen, ihre Patienten darüber aufklären und an andere Fachärzte verweisen können«, sagt Jäger. Obwohl Zahnmedizin ein eigener Studiengang ist, wird allgemeines medizinisches Wissen immer wichtiger. Mit der neuen Studienordnung ab dem Wintersemester 2021 gibt es sogenannte Querschnittsfächer, in denen das vermittelt wird. Auch die Digitalisierung spielt zunehmend eine Rolle: Manche Zahnärzte scannen bereits den Mundraum, anstatt Abdrücke zu machen.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Zahnmedizin

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Technikinteresse / technisches Grundverständnis
  • räumliches, dreidimensionales Vorstellungsvermögen
  • manuelle Geschicklichkeit, Feinmotorik
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

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So läuft das Studium ab

Das Studium ist überall gleich aufgebaut. Es ist handwerklicher als das Medizinstudium, da die Studierenden von Anfang an mit Modellen üben und zum Beispiel Kronen oder Prothesen formen. Bis zum ersten Staatsexamen (früher: Physikum) nach dem vierten Semester sitzen Zahn- und Humanmediziner oft gemeinsam im Hörsaal und pauken Naturwissenschaften. Zusätzlich belegen Studierende der Zahnmedizin Kurse in Zahntechnik, Prophylaxe und Prävention. Das fünfte und sechste Semester wird als »Phantomjahr« bezeichnet, weil die Studierenden an »Phantomköpfen« – Köpfen aus Kunststoff – üben, wie man Zähne präpariert und Füllungen legt. Es endet mit dem zweiten Staatsexamen. Ab dem siebten Semester geht es vor allem darum, Patienten zu behandeln. Hinzu kommen weitere zahnmedizinische und auch medizinische Fächer wie Pathologie oder Notfallmedizin. Nach dem zehnten Semester folgt das dritte Staatsexamen, in dem es neben der Patientenbehandlung auch um Wissen etwa aus Pharmakologie und Mikrobiologie geht. Anschließend darf man als Zahnärztin oder Zahnarzt arbeiten. Um mit den Kassen abrechnen zu können, muss man sich zwei Jahre zum Vertragszahnarzt weiterbilden. Wer Kieferorthopäde oder Oralchirurg werden möchte, schließt eine Facharztausbildung an. »Immer mehr Zahnärzte arbeiten angestellt in Gemeinschaftspraxen oder Versorgungszentren, es gibt also mehr Teamarbeit und mehr Möglichkeiten, in Teilzeit zu arbeiten«, sagt Jäger.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Was passiert beim Kauen, Schlucken oder Sprechen in der Mundhöhle?
  • Wie kann man einen verloren gegangenen Zahn ersetzen?
  • Welche Rolle spielen Bakterien bei der Entstehung von Karies oder Entzündungen?
  • Mit welcher Vorsorge kann man Karies vermeiden?
  • Was hilft gegen Zahnfleischbluten?
  • Wie behandelt man Patienten, ohne ihnen Schmerzen zuzufügen?
  • Wie baut man eine Zahnprothese?
  • Wie werden Gipse, Metalle oder Kunststoffe für Zahnprothesen typischerweise verwendet und verarbeitet?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du an Naturwissenschaften interessiert und handwerklich geschickt bist. Außerdem brauchst du Feingefühl im Umgang mit den Patienten und einen Sinn für Ästhetik. Um das Studienpensum zu schaffen, solltest du den Tag strukturieren können und gut im Auswendiglernen sein. Für Verbrauchsmaterial und Instrumente können leicht mehrere Tausend Euro zusammenkommen. Manche Unis stellen einen Teil der Materialien zur Verfügung.

Gibt es einen NC?

Zahnmedizin ist bundesweit zulassungsbeschränkt, die Bewerbung läuft über das Portal hochschulstart.de. Der NC lag in der Abiturbestenquote zuletzt im Einserbereich.

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