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Über das Fach

Pflegewissenschaft studieren

Pflegewissenschaftler lernen, worauf es bei der Pflege von kranken Menschen ankommt.
Ein Artikel von Florian Schumann

Pflegewissenschaft studieren
Rankingergebnisse für
Pflegewissenschaft

Darum geht es

Menschen durch eine Zeit der körperlichen Eingeschränktheit begleiten, ihre Wünsche und Sorgen ernst nehmen und ihnen helfen, ihren Alltag so selbstständig wie möglich zu bestreiten: Darum geht es in der Pflege. Dazu gehören nicht nur Tätigkeiten wie Wunden versorgen oder Patienten aus dem Bett heben. Pflegestudierende lernen auch, wie sie die Versorgung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und bei Pflegediensten organisieren können oder welche rechtlichen und finanziellen Aspekte zu beachten sind. »Pflegebedürftigkeit besteht auch unabhängig von Krankheit«, stellt Johannes Korporal klar, der Professor an der Alice-Salomon-Fachhochschule in Berlin war und Vorstand der Dekanekonferenz Pflegewissenschaft ist. Pflegefachkräfte handeln also nicht nur im Auftrag von Ärzten, sondern auch eigenständig. Auch Prävention wird immer wichtiger. Wer Pflege studiert, lernt Menschen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse so zu beraten, dass sie selbst etwas für ihre Gesundheit tun können.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Pflegewissenschaft

  • Interesse / Freude am Umgang mit Menschen
  • Interesse an vorbeugender, behandelnder, nachsorgender Tätigkeit mit Menschen mit beeinträchtigter Gesundheit
  • Interesse an eigenständiger Tätigkeit im Bereich Pflege / Gesundheit
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken
  • Bereitschaft zum interdisziplinären Lernen mit Studierenden unterschiedlicher Gesundheitsfächer
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Speziell für beruflich erstausbildende Studiengänge: Interesse an einem interdisziplinären Studium in Verbindung von biologischen und sozialen Grundlagen
  • speziell für Studiengänge im Bereich Pflegemanagement: Vorerfahrung durch Praktika oder Berufsausbildung

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

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So läuft das Studium ab

Ein Pflege-Bachelor dauert in der Regel mindestens sechs Semester. Die Studierenden lernen biologische und medizinische Grundlagen, etwa Anatomie und Physiologie. In kleinen Gruppen werden Fallbeispiele besprochen. Wird etwa das Herz-Kreislauf-System bearbeitet, lernt man zugleich, wie man einen Patienten mit Herzinsuffizienz lagert und dass er Kompressionsstrümpfe braucht. In »Skills Labs« werden praktische Fertigkeiten geübt wie Waschen oder die Vorbereitung einer Infusion. Außerdem lernt man, auf unterschiedliche Bedürfnisse einzugehen. Kommunikationstheorien, Sozialrecht und Ethik gehören auch ins Studium, denn im Alltag stehen Pflegefachkräfte häufig vor problematischen Situationen, etwa wenn ein Bettgitter bei einem Patienten angebracht werden soll, damit er beim Schlafen nicht aus dem Bett fällt. Damit muss dieser jedoch erst einmal einverstanden sein. Noch ist der Anteil der Hochschulabsolventen in der Pflege gering, aber Korporal geht davon aus: »Die Pflege wird in den nächsten Jahren an Stellenwert gewinnen, etwa indem Pflegekräfte zunehmend ärztliche Tätigkeiten übernehmen.«

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie gestaltet man einen Pflegeprozess?
  • Wie legt man einen Wundverband an?
  • Warum sollte sich die Pflege von Demenzkranken an deren Biografie orientieren?
  • Wie können Pflegefachkräfte ärztliche Aufgaben selbstständig durchführen?
  • Wie begleitet man einen sterbenskranken Menschen?
  • Wie handelt man ein Pflegebudget aus?
  • Wie kann man Pflegepersonal aus- oder weiterbilden?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du Umgang mit Menschen haben möchtest, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Man sollte hilfsbereit sein und nicht empfindlich: Pflegefachkräfte müssen auch mal eitrige Wunden versorgen oder Erbrochenes wegwischen. »Die Arbeit wird von vielen Pflegefachkräften als körperlich und seelisch belastend erlebt«, sagt Korporal. Wichtig zu wissen ist auch: Im Studium muss man vielfältige Kompetenzen erwerben, von Naturwissenschaften bis Beratung. Für den späteren Berufsalltag ist es wichtig, auch das Leid der Patienten ertragen zu können. Am besten ein Pflegepraktikum machen, bevor man sich für dieses Fach entscheidet.

Gibt es einen NC?

Etwa ein Drittel der Studiengänge hat einen NC. Manche Hochschulen verlangen ein Vorpraktikum oder eine Ausbildung.

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