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Geowissenschaften studieren

Die Geowissenschaften befassen sich mit der Erde und ihrer Geschichte.
Ein Artikel von Daniel Kastner. Mitarbeit: Gabriele Meister

Geowissenschaften studieren
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Geowissenschaften

Darum geht es

»Wir Geowissenschaftler fragen uns: Was passiert jetzt gerade unter unseren Füßen? Was ist dort in der Vergangenheit geschehen, und was könnte in Zukunft kommen, zum Beispiel in Bezug auf den Klimawandel?«, sagt Martin Meschede, stellvertretender Präsident der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologischen Vereinigung und Professor an der Uni Greifswald. Wenn auf Island ein Vulkan ausbricht oder in Indonesien die Erde bebt, liefert das Geowissenschaftlern neue Daten. Ob man in einem Gebiet eine Staumauer bauen sollte oder wo sich die Ressourcenknappheit künftig verschärfen wird und was man dagegen tun kann: All das sind Fragen, mit denen sich die Geowissenschaft befasst. Ein Teilbereich ist die Geologie. In der historischen Geologie geht es um die Entstehung und Entwicklung der Erde. Die Geodynamik befasst sich mit dem Aufbau der Erde und der Frage, wie Kontinente entstanden sind. In der angewandten Geologie geht es um Vorkommen und Entstehung von Rohstoffen, in der Hydrogeologie um Grundwasser. Die Mineralogie beschäftigt sich mit der Zusammensetzung von Mineralien und Gesteinen, die Paläontologie untersucht die Entwicklung des Lebens, etwa anhand von Fossilien. Die Geophysik erforscht mit physikalischen Untersuchungsmethoden die Erde.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Geowissenschaften

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Interesse an Natur und Umwelt
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • räumliches Vorstellungsvermögen, räumliches Denken
  • Bereitschaft zu Geländearbeit, Geländetauglichkeit
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

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So läuft das Studium ab

In geowissenschaftlichen Einführungsvorlesungen erhalten die Studierenden einen Überblick über die wichtigsten Themen. Hinzu kommen Mathe, Physik und Chemie. In Übungen zu Gesteinsbestimmung, Mikroskopie, Kartenkunde und zum Umgang mit Satellitendaten eignen sie sich praktisches Wissen an. Im Labor lernen sie Mess- und Analysemethoden zum Beispiel zur chemischen und mineralogischen Zusammensetzung von Gesteinen kennen. An vielen Unis sind im Bachelorstudium bis zu 50 Tage Geländepraktikum vorgesehen. Dabei untersuchen die Studierenden zum Beispiel mit einem Bodenradargerät die Beschaffenheit der Erdoberfläche in einem Gebiet. Oder sie fahren auf Forschungsschiffen mit und nehmen Bohrproben vom Meeresboden. Als viele Exkursionen wegen Corona ausfallen mussten, hat Meschede Geländemodelle von US-Universitäten genutzt, in die man digital hineinzoomen konnte. »Das ist aber kein Modell für die Zukunft. Geologie lernt man am besten im Gelände«, sagt er. Einen Teil der Kosten für die Geländeübungen müssen die Studierenden selbst übernehmen. Das Fach wird oft mit verschiedenen Schwerpunkten angeboten, zum Beispiel Sedimentologie, Vulkanologie, Strukturgeologie, Meeres- oder Hydrogeologie. Man sollte sich vorher erkundigen, worauf sich die Uni spezialisiert hat.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie sind verschiedene Gesteine der Erde entstanden?
  • Welchen Einfluss hat der Mond auf das System Erde?
  • Wo entstehen Rohstoffe?
  • Welche Fossilien findet man in 100 Millionen Jahre alten Gesteinsproben?
  • Welche Ursachen und Folgen hatte die letzte Eiszeit?
  • Wie bekommen wir ausreichend sauberes Trinkwasser?
  • Welche Kriterien müsste ein unterirdisches atomares Endlager erfüllen?

Das Fach passt zu dir, wenn...

… du dich fü r Steine und Geschichte interessierst, gern draußen bist und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen besitzt. Ein großer Teil des Studiums findet im Freien statt – Studierende sollten für Regen oder Hitze gerüstet sein und sich im Gelände orientieren können. Teamfähigkeit ist wichtig, denn gerade bei Geländepraktika ist man lange mit anderen Studierenden unterwegs. Physik, Chemie und Biologie sollte man mögen, da man Kenntnisse in diesen Fächern braucht, zum Beispiel um Bodenproben, Grundwasser oder Fossilien zu analysieren. Geophysiker haben außerdem mit Mathe und Informatik zu tun – sie verbringen viel Zeit am Computer und vor Messgeräten.

Gibt es einen NC?

Die große Mehrheit der Studiengänge hat keinen NC.

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