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Über das Fach

Geowissenschaften studieren

Geowissenschaftler erforschen die Erde und ihre Geschichte.
Ein Artikel von Katharina Wagner. Mitarbeit: Gabriele Meister

Geowissenschaften studieren
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Geowissenschaften

Darum geht es

In Italien bebt die Erde, auf Bali spuckt ein Vulkan Rauch und Asche – mit Naturereignissen wie diesen beschäftigen sich Geowissenschaftler. Sie analysieren solche Phänomene und ziehen daraus Schlüsse über die Erde. Das Fach Geowissenschaften verbindet mehrere Disziplinen zu einem Studium: In der Geologie geht es um die Entstehung, die Entwicklung und den Aufbau der Erde. Sie fragt nach den Kräften und Prozessen, durch die Kontinente, Ozeane, Gebirge, Vulkane und Gletscher entstanden sind. Die Mineralogie beschäftigt sich mit der Zusammensetzung von Mineralien und Gesteinen, die Paläontologie mit der Entwicklung des Lebens, der anhand von Fossilien nachgegangen wird. Auch die Geophysik, die mit physikalischen Untersuchungsmethoden die Erde erforscht, ist häufig Teil des Studiums. In geowissenschaftlichen Einführungsvorlesungen erhalten die Studenten einen Überblick über die wichtigsten geowissenschaftlichen Themen. Hinzu kommen Mathe, Physik und Chemie. In Übungen zu Gesteinsbestimmung, Mikroskopie, Kartenkunde und zum Umgang mit Satellitendaten eignen sich die Studenten praktisches Wissen an. Im Labor lernen sie Mess- und Analysemethoden zum Beispiel zur chemischen und mineralogischen Zusammensetzung von Gesteinen kennen. An vielen Unis sind im Bachelorstudium bis zu 50 Tage Geländepraktikum vorgesehen. »Geologische Prozesse laufen oft ungeheuer langsam ab. Bei den Übungen bekommt man dafür ein Gefühl – etwa wenn man sich beim Besteigen eines Berges klarmacht, dass es bei geologisch üblichen Hebungsraten von etwa einem Millimeter pro Jahr Millionen Jahre dauern kann, bis eine Gebirgskette die heutige Gestalt angenommen hat«, sagt Jan Behrmann, Präsident der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologischen Vereinigung. Geologen lesen in Gesteinsschichten wie in einem Buch zur Erdgeschichte. An deren Beschaffenheit können sie erkennen, wo es vor Jahrmillionen einmal Meere, Seen, Riffe oder Gletscher gegeben hat. Einen Teil der Kosten für die Geländeübungen, die auch mal mehrere Hundert Euro betragen können, müssen die Studenten selbst finanzieren. Die Studieninhalte unterscheiden sich in den höheren Bachelorsemestern an den verschiedenen Unis deutlich. Deshalb sollte man sich vorab über die Schwerpunkte informieren. Themen, auf die man sich spezialisieren kann, sind zum Beispiel Sedimentologie, Vulkanologie, Strukturgeologie, Seismologie oder Meeresgeologie.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Geowissenschaften

  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Interesse an Natur und Umwelt
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • räumliches Vorstellungsvermögen, räumliches Denken
  • Bereitschaft zu Geländearbeit, Geländetauglichkeit
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/16

Eignung, Hürden, Irrtümer

Wer Geowissenschaften studieren will, sollte sich für die Erde als System interessieren, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben und Chemie, Physik und Mathe spannend finden. Zudem sollte man Freude daran haben, draußen zu arbeiten – auch wenn es mal regnet und der nächste Ort weit entfernt ist. »Man muss lernen, sich mit Kompass und Karte zurechtzufinden. Smartphones funktionieren nicht überall«, sagt Behrmann. Durch die enge Zusammenarbeit bei den Geländepraktika ist die Stimmung im Studium häufig familiär. Geowissenschaftler sollten in der Lage sein, über die Grenzen des Fachs hinweg zu kommunizieren, denn die meisten von ihnen arbeiten später in Unternehmen mit Ingenieuren, Managern und Juristen zusammen. Das Fach hat nur an wenigen Unis einen NC, oft reicht eine Zwei oder Drei vor dem Komma.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Welche Fossilien findet man in 100 Millionen Jahre alten Gesteinsproben?
  • Wie orientiert man sich mit Kompass und Karte im Gelände?
  • Welche Folgen hatte die letzte Eiszeit?
  • Was muss man bei unterirdischen Bauwerken wie Stuttgart 21 beachten?
  • Wie bestimmt man das Alter einer Gesteinsprobe?
  • Wie ist Leben auf der Erde entstanden?

Übrigens

Das Deutsche Forschungsschiff »Polarstern« ist pro Jahr rund 310 Tage im Einsatz. An Bord gibt es neun Labore – auch Geowissenschaftler sind häufig mit dem Eisbrecher unterwegs.

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