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Über das Fach

Romanistik studieren

Romanisten lernen und erforschen Sprachen, die aus dem Lateinischen entstanden sind.
Ein Artikel von Gabriele Meister

Romanistik studieren
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Romanistik

Darum geht es

Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch oder doch lieber Rumänisch, Katalanisch und Sardisch? Die Romanistik behandelt die Sprachen und Kulturen sehr unterschiedlicher Länder und Regionen. Ebenso vielfältig sind die Studiengänge: Man kann eine oder mehrere Sprachen studieren und später einen Schwerpunkt wählen, zum Beispiel italienische Literatur, das gesprochene Französisch oder einen Kulturraum wie Lateinamerika. Immer geht es dabei um Sprachen lateinischen Ursprungs. Die Studierenden befassen sich aber nicht nur mit Sprache, sondern auch mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen in Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien. »Romanisten sind keine Dolmetscher; vielmehr sind sie Mittler zwischen den Kulturen«, sagt Robert Hesselbach, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Würzburg und zuständig für wissenschaftlichen Nachwuchs im Deutschen Romanistenverband. Im Zuge der Globalisierung nimmt die Forschung auch Themen abseits von Klassikern wie Cervantes in den Blick, etwa die Literaturen in romanischsprachigen Ländern Afrikas oder die mündliche Kommunikation in Süd- und Mittelamerika. Das Sprachverständnis und die Kenntnis von Kulturräumen helfen den Absolventen dabei, in internationalen Organisationen, Stiftungen oder Auslandsabteilungen großer Konzerne zu arbeiten.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Romanistik

  • Interesse an Sprache
  • Interesse an Literatur / Lesefreude und -bereitschaft
  • Interesse an Geschichte / historische Grundkenntnisse
  • Internationale, interkulturelle Aufgeschlossenheit / Interesse an internationalen Themen
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz und Textverständnis)
  • Argumentations- / Diskussionsfähigkeit
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Auslandserfahrung / Bereitschaft für Reisen und Auslandsaufenthalte
  • Fremdsprachenkenntnisse in der/n Sprache(n), die studiert werden soll(en)

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

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So läuft das Studium ab

Das Studium basiert auf den Hauptdisziplinen Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft und Sprachpraxis sowie für Lehrämtler Fachdidaktik. Die Studierenden lernen, wie sich die von ihnen gewählten romanischen Sprachen entwickelt haben, sie analysieren Romane, untersuchen aber auch, warum zum Beispiel kleinere romanische Sprachen in bestimmten Ländern gefördert und in anderen marginalisiert werden. Diskutiert werden auch gesellschaftspolitische Aspekte, zum Beispiel die Sprache des Populismus in Frankreich oder die Darstellung lateinamerikanischer Diktatoren in der Literatur. Ein Auslandssemester ist immer häufiger ein fester Bestandteil des Studiums und auch sonst dringend zu empfehlen.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie sind aus dem gesprochenen Latein die romanischen Sprachen entstanden?
  • Wie hat sich das Französische des Mittelalters zum heutigen Französisch gewandelt?
  • Welchen Einfluss hatten Dichter der Aufklärung auf die Französische Revolution?
  • Wie spiegelt sich das koloniale Erbe in der lateinamerikanischen Literatur wider?
  • Warum gibt es in Frankreich einen Widerstand gegen Anglizismen?
  • Welche Bedeutung hat das Katalanische für die kulturelle Identität Kataloniens?
  • Wie unterscheidet sich Höflichkeit in Frankreich, Spanien und Italien?
  • Welche sprachlichen Besonderheiten sind typisch für das Portugiesische in Brasilien?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... du dich gern mit der Struktur einer Fremdsprache auseinandersetzen und sie wissenschaftlich untersuchen willst. Dass man diese Fremdsprache schon beherrscht, ist keine Voraussetzung, denn mit selteneren romanischen Sprachen kommen Schüler ja noch gar nicht in Berührung. »Man kann die Sprache auch noch an der Uni sehr gut lernen«, sagt Hesselbach. Am Anfang sind die Seminare an vielen Unis noch auf Deutsch. Im Laufe der Semester wird der fremdsprachige Anteil immer größer. Wichtig ist, dass man nicht nur gern spricht, sondern auch gern liest: neben herausragenden Werken der Literaturgeschichte auch Texte zur Literaturtheorie sowie zur Geschichte und politischen Situation eines Kulturraums.

Gibt es einen NC?

Romanistik ist meist zulassungsfrei. Nur etwa 15 Prozent der Studiengänge haben einen NC. Bei Französisch, Italienisch und Spanisch gibt es oft einen Sprachtest, meist aber nur zur Einstufung. Manchmal muss man Schulnoten vorlegen. Einige Unis verlangen Kenntnisse in Latein, die man aber auch noch in den ersten Semestern erwerben kann.

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