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Über das Fach

Wirtschaftspsychologie

Die Wirtschaftspsychologie erklärt mithilfe der Psychologie wirtschaftliche Vorgänge.
Ein Artikel von Maria Retter. Mitarbeit: Christian Heinrich.

Wirtschaftspsychologie
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Wirtschaftspsychologie

Darum geht es

Warum betrachten Zuschauer einen Werbeclip länger als einen anderen? Warum kauft jemand im Supermarkt eine bestimmte Marke? Wieso entscheidet sich ein Unternehmen aus einer großen Zahl von Bewerbern für einen bestimmten Kandidaten? Warum verändert die Europäische Zentralbank ihren Leitzins? Wirtschaftspsychologen versuchen zu verstehen, welche psychologischen Mechanismen hinter wirtschaftlichen Entscheidungen stehen und welche Prinzipien sich daraus ableiten lassen. »Sie geben durch ihre Modelle und Prognosen den Akteuren in der Wirtschaft etwas an die Hand, damit diese gute Entscheidungen treffen«, sagt Christian Dries, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Kölner Hochschule Fresenius und Präsident der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie. So sollen dank der Wirtschaftspsychologie zum Beispiel die idealen Bewerber eingestellt, die besten Handelsdeals geschlossen und die jeweilige Volkswirtschaft bestmöglich vorangebracht werden.

Weiterführende Informationen
Alle Rankingergebnisse für das Fach Wirtschaftspsychologie

Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Wirtschaftspsychologie

  • Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen (75 %)
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens (64 %)
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (61 %)
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken (55 %)
  • Selbständiges, selbstorganisiertes und diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium (52 %)
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken (46 %)
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz (46 %)
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft (46 %)
  • Interesse am Umgang mit Menschen (43 %)
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit (40 %)
  • Englischkenntnisse (37 %)
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion (35 %)
  • Interesse an der Auseinandersetzung mit Theorien (35 %)
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen (34 %)

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2020/2021. Prozentangaben in Klammern: Anteil der befragten Professor(inn)en, die die jeweilige Voraussetzung genannt haben.

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So läuft das Studium ab

In den ersten Semestern beschäftigen sich die Studierenden etwa zu gleichen Teilen mit Wirtschaft und Psychologie. In den ersten drei bis vier Semestern geht es um die methodischen Grundlagen aus beiden Bereichen. Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Rechnungswesen, Statistik, Grundlagen der Psychologie und Psychologische Diagnostik. Im vierten und fünften Semester können Studierende meist ihre eigenen Schwerpunkte wählen. Das Angebot unterscheidet sich allerdings stark von Hochschule zu Hochschule. Zu den Fächern, die häufiger angeboten werden, zählen die Markt- und Werbepsychologie, Medienpsychologie sowie Organisations-, Entwicklungs- und Arbeitspsychologie, Interkulturelles Management und Personalpsychologie. Das letzte Semester des Bachelorstudiums ist meist für die Abschlussarbeit reserviert. Viele Studierende schreiben sie in Kooperation mit einem Unternehmen.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie findet ein Unternehmen genügend Personal?
  • Mit welchen Methoden kann man Bewerber ansprechen und bestmöglich auswählen?
  • Wie misst man den Anteil einzelner Mitarbeiter am Erfolg eines Unternehmens?
  • Wie laufen Entscheidungsprozesse im Unternehmen ab, und wie lassen sie sich verbessern?
  • Was motiviert Menschen, Leistung zu bringen?
  • Wie erleben Mitarbeiter die Arbeit?
  • Welche psychischen Gefährdungen bestehen am Arbeitsplatz, und was kann man tun, um sie zu vermeiden?
  • Warum geben Menschen Geld aus und wofür?
  • Wie wirken Kaufempfehlungen im Internet, und wie lassen sie sich optimieren?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... dich interessiert, wie menschliches Verhalten die Wirtschaft beeinflusst und umgekehrt. »Man muss sich mit theoretischen Modellen auseinandersetzen und diese erklären können«, sagt Christian Dries. Da digitale Kommunikation immer wichtiger wird, ist das Interesse an Medien ebenfalls hilfreich. Mit Wirtschaftspsychologie ist man beruflich breit aufgestellt: Man kann in vielen Unternehmen und Organisationen arbeiten und dort Prozesse begleiten, die strategische Ausrichtung mitbestimmen oder organisatorische und kommunikative Tätigkeiten übernehmen und zum Beispiel in der Marktforschung tätig sein. Etwa die Hälfte der Wirtschaftspsychologen arbeitet im Bereich Personalwesen, wenige Wirtschaftspsychologen machen sich selbstständig. Aber Achtung: Mit einem Wirtschaftspsychologiestudium kann man nicht Psychotherapeut werden. Dazu muss man Psychologie oder Psychotherapie studieren. Wirtschaftspsychologie wird meist von HAWs angeboten, eine Ausnahme ist die Uni Bochum.

Gibt es einen NC?

Die staatlichen Hochschulen haben in der Regel einen NC, er liegt häufig im Einser-, manchmal auch im Zweierbereich. Private Hochschulen haben eigene Auswahlverfahren.

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