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Über das Fach

Wirtschaftsrecht studieren

Wirtschaftsrecht befasst sich mit rechtlichen Fragen in Unternehmen.
Ein Artikel von Maria Retter. Mitarbeit: Christian Heinrich

Wirtschaftsrecht studieren
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Wirtschaftsrecht

Darum geht es

Wenn eine Firma Verträge abschließt, Personal einstellt oder entlassen möchte oder Geschäftsabläufe so digitalisiert werden sollen, dass es nicht gegen das Recht verstößt, sind Wirtschaftsrechtler gefragt. »Ein Wirtschaftsjurist beherrscht Recht und BWL zugleich und kann so mithelfen, ein Unternehmen erfolgreich am Markt zu behaupten«, sagt Andreas Willburger, Professor an der Hochschule Pforzheim. Auch gesellschaftliche Entwicklungen spielen dabei eine Rolle, etwa bei der Frage, ab wann ein Unternehmen rechtlich einwandfrei von sich behaupten darf, klimaneutral zu wirtschaften. Zurzeit geht es viel um Compliance, also die Frage, wie eine Firma dafür sorgt, dass Regeln verlässlich eingehalten werden. Weitere aktuelle Themen sind Datenschutz und Digitalisierung. So muss etwa geprüft werden, wie die Arbeitszeit im Homeoffice erfasst werden kann, und ob autonom agierende Produkte wie smarte Kühlschränke, die selbstständig Essen nachbestellen, wirksam Verträge schließen können.

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Voraussetzungen aus Sicht von Professoren für ein Studium im Fach Wirtschaftsrecht

  • Interesse an rechtlichen Inhalten / Gerechtigkeitsempfinden
  • Interesse an (betriebs-)wirtschaftlichen Themen und (betriebs-)wirtschaftliches Grundverständnis
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
  • Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen
  • Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
  • Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
  • gute Deutsch- und Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2014/15.

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So läuft das Studium ab

Im juristischen Teil des Studiums, der mindestens 60 Prozent ausmachen sollte, geht es insbesondere um Privatrecht. Anders als das Öffentliche Recht, das das Verhältnis von Bürgern und Staat zum Gegenstand hat, organisiert das Privatrecht die Beziehungen der Menschen untereinander. Du lernst zum Beispiel, wie Verträge zwischen Kunden und Unternehmen geschlossen werden, wie man die Allgemeinen Geschäftsbedingungen gestaltet und welche Befugnisse die Gesellschafter einer GmbH haben. Häufig angebotene Schwerpunkte sind Arbeitsrecht, internationales Wirtschaftsrecht und Vertragsgestaltung. Themen wie Kommunikation, Verhandlungsführung und Mediation stehen für angehende Wirtschaftsjuristinnen und -juristen ebenfalls auf dem Programm. Im betriebswirtschaftlichen Teil befassen sich Studierende mit den verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens und beschäftigen sich mit Bilanzen und Steuern, Controlling und Management. An den meisten Hochschulen steht ein Praxissemester auf dem Lehrplan, das man zum Beispiel in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder einer Steuerberatung absolvieren kann.

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Typische Fragestellungen des Fachs

  • Wie gestalte ich optimale Verträge mit Lieferanten und Kunden?
  • Wie finde ich passendes Personal für mein Unternehmen, und was muss ich aus rechtlicher Sicht bei Einstellungen beachten?
  • Welche Regeln muss mein Unternehmen einhalten, wenn es internationale Geschäfte abschließen will?
  • Darf ein Unternehmen die E-Mails der Mitarbeiter kontrollieren?
  • Welche steuerlichen Folgen hat eine Investitionsentscheidung?
  • Was ist aus rechtlicher und was aus betriebswirtschaftlicher Perspektive zu beachten, wenn Geschäftsprozesse digitalisiert werden?

Das Fach passt zu dir, wenn...

... »du an unternehmerischen Entscheidungen mitwirken willst und gerne mit Texten und Zahlen umgehst«, sagt Andreas Willburger. Wirtschaftsjuristen lesen viel, neben juristischen Fachtexten oder Gesetzestexten auch Unternehmensberichte, Quartalsergebnisse und Statistiken. Sie müssen mit juristischen Formulierungen ebenso vertraut sein wie mit der ökonomischen Seite. Ihre Aufgabe ist es, aus den oft umfangreichen Texten und Zahlensammlungen herauszufiltern, worauf es ankommt. Eine Hürde in den ersten Semestern ist die Stofffülle, schließlich muss man sich in zwei Bereiche einarbeiten. Die juristischen Methoden sind für die meisten Studierenden neu und darum ungewohnt. Wichtig zu wissen: Wer ein Wirtschaftsrechtsstudium absolviert hat, kann später nicht als Richter oder Anwalt arbeiten. Das geht nur mit einem klassischen Jurastudium. Der Studiengang bietet dafür Berufsperspektiven in Unternehmen aller Branchen, und darüber hinaus auch in öffentlichen Verwaltungen. Studiengänge für Wirtschaftsrecht sind meist an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften angesiedelt.

Gibt es einen NC?

Rund 40 Prozent haben einen NC. Oft liegt er im Zweierbereich.

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